Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 86
1Hde f. ‘beim Hecheln entstehender Abfall des
Flachses, Werg’, wird zur Herstellung grober Stoffe wie
Sackleinen oder auch als Füllmittel für Polster verwen-
det, 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm., 3: verstr.
Holzl. Harzv. Nharz., WA-Un, 4: Mda-Sti 149, Wb-Be
– Von einer Quedlinburgerin, die ihre ältere, hässliche
Tochter zuerst verheiratet hatte, ist überliefert: De hede
hebbe ek verkofft, den flass will ek schon noch nbrin-
gen
. Id-Quea 158. – Brauch: Wer in Süpplingen die H.
nicht bis Fastnacht abgesponnen hat, muss den Bullen
um den Altar leiten. Brauch-Ma 258.
Lautf.: [hd] SA-Die, hde HA-Um, Id-Quea 158, Mda-Sti
149, Wb-Be; Hd Wb-Altm 79, [hd] Mda-Ar 36; H’e verstr.
Holzl. Harzv. Nharz.; Hehe WE-Re; Heje WO-San, HA-Bee,
WE-He; He(e), [h] SA-Ah El Ev, Pohlmann 1905,56, OST-
Sta, WE-Strö, Wb-Nharz 72, QUE-Di; [hai] SA-Rist, [he] SA-
Ku; [he] Mda-Ar 50 (OST-Zie); häi SA-Zie.
Zuss.: Hack-, Klein-, Middel-.
Expandiere:
Lemma
Hde (Homonymziffer 1)
Grammatische Angabe
f.
Bedeutung
‘beim Hecheln entstehender Abfall des Flachses, Werg’, wird zur Herstellung grober Stoffe wie Sackleinen oder auch als Füllmittel für Polster verwendet
Verbreitung
  • 1: vereinz. nwaltm.
  • 2: vereinz. Altm.
  • 3: verstr. Holzl. Harzv. Nharz., WA-Un
  • 4: Mda-Sti 149, Wb-Be
Belege
  • Von einer Quedlinburgerin, die ihre ältere, hässliche Tochter zuerst verheiratet hatte, ist überliefert: De hede hebbe ek verkofft, den flass will ek schon noch nbringen. Id-Quea 158.
  • Brauch: Wer in Süpplingen die H. nicht bis Fastnacht abgesponnen hat, muss den Bullen um den Altar leiten. Brauch-Ma 258.