Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 207
Holt n. 1. Holz zur Verwendung als Bau- oder Brenn-
material bzw. zur Herstellung von Gegenständen, verbr.
dat Ding is t Holt emket HA-Oh; dät Schplint is t
Holt emokt
JE2-Scho; dät Holt is fsch (morsch) JE2-
Scho; dat Ht hat all feaschpaokt (verrottet) SA-Dä;
Hols hr! Kommando beim Fortbewegen schwerer Ge-
genstände, Wb-Ak 71; Rda.: dat is ne farschtersdochter,
d het holt for der dr
‘sie hat einen üppigen Busen’ Wb-
Nharz 81; ut Holt laten sich keine Bolzen dreihen ‘wer
dumm ist, den kann man nicht gescheit machen’ Sprw-
Börde; Sprw.: wu man Holt hauwet, fallt Späne Wb-We
53; Rätsel: Liet in’n Holte un schreit in’n Dörpe? – das[208]
Kind in der Wiege, Chr-Em 438; Liet int Holt un jeiht.
– der Brotteig, STE-Ost; Wat liet in’t Holt un’ hät’n
Hütken up?
– das Bier im Fass, Bewohner-Altm 2,174;
Steiht in’t Holt un lärmt. – der Pfarrer auf der Kanzel,
SA-Rie; Wecker steiht in’t Holt un’ lärmt all’ Lü an, un’
keener därft äm Antwuhrt gäwen?
– dass., Bewohner-
Altm 2,168; Wat geiht in Holte un schitt witt? – die
große Säge, HA-No; … do arbeiden se disse brug-
gen mit allen truwen unde vulbuweden de bruggen …
und dat holt koften se ut dem holte to Gusen
. 1422,
Schöppenchr-Ma 368. – 2. ‘klein gehacktes (Stück)
Brennholz’, vorw. in der Verbdg.: kleinet Holt, vgl. auch
Kleinholt,  Klwe(n), verstr. – Bei min’n Onkel […]
mockten se Holt
. Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-
Vie); Hle m an Armvull Hols inne Kiche! Wb-Ak 71.
– 3. ‘Wald’ 1: SA-Bee Ch, 2: verstr. Altm., Siedler-Je
§ 271, JE1-Scha, 3: verbr. elbostf. (außer CA), 4: verstr.
nthür. w BE; häufig in FlN, FlN-Ma/Anhalt 66 (verstr.,
außer nö Altm., w anhalt.) – ich je ins Hols BE-Fr; in’t
Holt feuern
HA-Oh; nn Holte ‘in den Wald’ WO-Mei;
op’n Holte gn ‘durch den Wald gehen’ Wb-We 53;
op’n holte rnt et Wb-Nharz 81; Rda.: holt rit un frit ‘im
Wald zerreißt man leicht die Kleidung und bekommt
man schnell Hunger’ Wb-Nharz 81; Sprw.: So ass’n
in’t Holt rinn schrt, so schrt wedder rt
. Wb-Altm
277; Item. hy heth ok bekant, dat hy to Brunßwik in der
Dyffestraten eyne ko gestalen heth und hadde dy in dat
holt gefurth. Dar is sy
. 1487 FB Zerbst 35; Die dritte
gemein heist das Forttichen, ist ein holz; …
Amt Dessau
und Lippehne 1547/49, Landreg-Anhalt 1,74.  Busch
Danne Fichte Forst Fre Hg(en) 1Heide Kne Lfh
gen Lfholt
.
Lautf.: Holt verstr. brdb. elbostf.; Haolt GA-Mie, STE-Lü;
Ho(o)t, [ht] verstr. nwaltm.; Hooed SA-Ah; Holz, [holts] ver-
str. s ZE, OSCH-Emm, verstr. sö elbostf. omd.; Hols Wb-
Ak 71, [hols] verstr. w JE1 nö CA, vereinz. BE; [hol(t)s]
Dialektgeogr-Elbe/Saale Kt. 3 (verbr. s ZE n CA anhalt.)
– Etym.: Hols hr! Wb-Ak 71 auch als ‘Hol es her!’ deutbar.
Zuss.: zu 1.: Hassel-, Huppen-, Kappen-, Kn-, Krn-, Kersen-,
Knallbüssen-, Knorr-, Krp-, Lang-, Lattenholz, Linden-, M
ser-, Meine-, Mrwe-, Mudden-, Nütt-, ster-
; zu 2.: Heinotter-,
Kachel-, Kachelwen-, Kn-, Klafter-, Klapperholz, Klapper-
storchenholz, Klein-, Klwen-, Knäcker-, Knack-, Knäppner-
holz, Knickholz, Knister-, Knüppel-, K-ken-, Kreien-
; zu 3.:
Lf-; sonstiges: Hänge-, Hangel-, Hn-, Harken-, Helm-, Hin-
derass-, Kant-, Krf-, Klapphölzer, Kn-wel-, Knüppel-, Kopp-
, Krnen-, Krümmel-, Krumm-, Kummet-, Mler-, Mangel-,
Mantel-, Nudelholz
.
Expandiere:
Lemma
Holt
Grammatische Angabe
n.
Gliederung
1.
Bedeutung
Holz zur Verwendung als Bau- oder Brennmaterial bzw. zur Herstellung von Gegenständen, verbr.
Belege
  • dat Ding is t Holt emket HA-Oh
  • dät Schplint is t Holt emokt JE2-Scho
  • dät Holt is fsch (morsch) JE2-Scho
  • dat Ht hat all feaschpaokt (verrottet) SA-Dä
  • Hols hr! Kommando beim Fortbewegen schwerer Gegenstände, Wb-Ak 71
  • Rda.: dat is ne farschtersdochter, d het holt for der dr ‘sie hat einen üppigen Busen’ Wb-Nharz 81
  • ut Holt laten sich keine Bolzen dreihen ‘wer dumm ist, den kann man nicht gescheit machen’ Sprw-Börde
  • Sprw.: wu man Holt hauwet, fallt Späne Wb-We 53
  • Rätsel: Liet in’n Holte un schreit in’n Dörpe?
  • das Kind in der Wiege, Chr-Em 438
  • Liet int Holt un jeiht.
  • der Brotteig, STE-Ost
  • Wat liet in’t Holt un’ hät’n Hütken up?
  • das Bier im Fass, Bewohner-Altm 2,174
  • Steiht in’t Holt un lärmt.
  • der Pfarrer auf der Kanzel, SA-Rie
  • Wecker steiht in’t Holt un’ lärmt all’ Lü an, un’ keener därft äm Antwuhrt gäwen?
  • dass., Bewohner-Altm 2,168
  • Wat geiht in Holte un schitt witt?
  • die große Säge, HA-No
  • … do arbeiden se disse bruggen mit allen truwen unde vulbuweden de bruggen … und dat holt koften se ut dem holte to Gusen. 1422, Schöppenchr-Ma 368.
2.
Bedeutung
‘klein gehacktes (Stück) Brennholz’, vorw. in der Verbdg.: kleinet Holt, vgl. auch Kleinholt,  Klwe(n)
Verbreitung
verstr.
Belege
  • Bei min’n Onkel […] mockten se Holt. Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie)
  • Hle m an Armvull Hols inne Kiche! Wb-Ak 71.
3.
Bedeutung
‘Wald’
Verbreitung
  • 1: SA-Bee Ch
  • 2: verstr. Altm., Siedler-Je § 271, JE1-Scha
  • 3: verbr. elbostf. (außer CA)
  • 4: verstr. nthür. w BE; häufig in FlN, FlN-Ma/Anhalt 66 (verstr., außer Altm., w anhalt.)
Belege
  • ich je ins Hols BE-Fr
  • in’t Holt feuern HA-Oh
  • nn Holte ‘in den Wald’ WO-Mei
  • op’n Holte gn ‘durch den Wald gehen’ Wb-We 53
  • op’n holte rnt et Wb-Nharz 81
  • Rda.: holt rit un frit ‘im Wald zerreißt man leicht die Kleidung und bekommt man schnell Hunger’ Wb-Nharz 81
  • Sprw.: So ass’n in’t Holt rinn schrt, so schrt wedder rt. Wb-Altm 277
  • Item. hy heth ok bekant, dat hy to Brunßwik in der Dyffestraten eyne ko gestalen heth und hadde dy in dat holt gefurth. Dar is sy. 1487 FB Zerbst 35
  • Die dritte gemein heist das Forttichen, ist ein holz; … Amt Dessau und Lippehne 1547/49, Landreg-Anhalt 1,74.