Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 457
Knappel m. 1. ‘Samenträger der Kiefer’ 1: verbr.
nwaltm., 2: verbr. nö Altm., vereinz. GA, WO-Ri, allg.
JE2 JE1 ZE, 3: verbr. n/ö elbostf., verstr. Harzvorl.
Nharz., 4: verstr. nthür. w anhalt.; in BE ‘Samenträ-
ger der Nadelbäume’ – Knäppeln sünt jt tum Fa
anmkng
JE2-Scho; wenn de Mähr’sch nu’n Anfänger
bei sich harrn oder se wollten en’n mol’n Schabernack
dohn, denn hem’se ‘n grün’ Kienappel met’te nohm un
hem den sine Seiße
(Sense) domet heimlich öwwer de
Schnie’e streken, denn kunne der sich dotmaken un kreg
nüscht aff
JE2-Gü; Wer Kienäppel brauchte odder Kien
odder Rußbutte
(kleines Gefäß mit Stiefelschmiere) od-
der an Reisbesn, der junk de Schtraße lenk nunger bis
na’n Kienäppelwall, da stan’n lanke Reihen Bockkarren
mit Säcke vull Kienäppl, un de an’ere Ware drnemn
ausgebret’t.
Alt-Cöthen 63.  Appel Bschpe Dannap-
pel Dannentappen Fichtenäppel Frenappel Katte Kn-
tappen Kfernappel Kferntappen Klitze Kuckeln Schp
Tappen
; die wichtigsten Synonyme s. Kt. – 2. ‘Schnaps’,
Sluck, 2: OST-Ost.
Lautf., Gram.: 1. Glied: Kn- verstr. n Altm., verbr. n JE2;
Kein- SA-Han, [kain-] SA-Dä; [kn-] Mda-Ze (verstr. ZE);
sonst Kn-; 2. Glied: -appel Sg.; -äppel, -eppel Pl.; außerdem:
-äppeln Pl. JE2-Scho; -appan Pl. SA-Ev; [-abl] verstr. BE;
-äbbel Pl. STE-Bül; -abba SA-Han; [-ab] SA-Dä.
Expandiere:
Lemma
Knappel
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘Samenträger der Kiefer’
2.
Bedeutung
‘Schnaps’,  Sluck
Verbreitung
2: OST-Ost.

Knappel