Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 969
Marenkwer m. TiN ‘Marienkäfer’ 1: vereinz.
nwaltm., 2: vereinz. w Altm., verbr. ö Altm. JE2, verstr.
JE1 ZE, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – Sitzt ein
M. auf dem Finger spricht man mehrmals hintereinan-
der: Sonne, Regen, Gewitter, Wind. Das Wort, bei dem
er wegfliegt, gibt das kommende Wetter an. QUE-Scha;
Kinderreim: Aufforderung zum Losfliegen an den auf
der Hand sitzenden M.:Marienkäfer flieg,
din Vater is in Krieg,
dine Mutter is in Pommerland,
Pommerland is abgebrannt,
Marienkäfer flieg,
din Vater is in Krieg.
JE2-GrMa;
Marienkäwer flehg non Himmel,
bring näin Sack vull Zuckerkringeln.
GA-La.
[970]– Volksgl.: Der M. gilt als Glückskäfer. Deshalb ist es
unheilvoll, ihm etw. zuleide zu tun. Vk-Anhaltb 67. Fliegt
einem Mädchen ein M. auf die Nase, bekommt es bald
einen Mann. Vk-Anhalta 156.  Blschp Brk-kwer
Christwörmken Engel Engelköppken Engelworm Fau-
nienchen Flieghähnchen Fliegwürmchen Frhneken
Ferkwer Glückskwer Glücksworm Gotteshühnchen
Gotteskwer Gottessnken Grtmudder Grtvder H-
gebutte Heideschneken Heilandskwer Heilandsworm
Heilkwer Heilvgel Heiwitzkwer Herrgottsdrken
Herrgottshmken Herrgottshnken Herrgottskwer
Herrgottsschönchen Herrgottssnken Herrgottsstnken
Herrgottsvgel Herrgottsworm Hilligvgel Himmelein
Himmelskwer Himmelskindchen Himmelskühchen
Himmelsschpken Himmelstier Himmelsworm Him-
melsziege 1Hn Hnkendr Johanniskwer Johannis-
wörmken Jumfer Jnkwer Kalf Kirchväterchen K
Lwe-Gotts-Drken Lwe-Gotts-Kwer Lwe-Gotts-
Snken Lwe-Gotts-Worm Lwe-Herrgotts-Snken Mai-
kwer Maiken Maiworm Marienkalb Marenvgelken
Marenworm Martinsvgelken Milchkäfer Mlekalf
Mondkälbchen Mtschekalf Mtschekwer Mtschek
Mudder-Gottes-Hnken Mkälfken Mk Mschpken
Pterhne Pterworm Putthn Rapphn Rsenkwer
Rotkälbchen Rtstnken Siebenpunkt Stengel Sunnen-
kälfken Sunnenkwer Wnachtskwer Wnachtsmann
.
Lautf.: Marienkäwer; außerdem: -kewer WO-Schn, HA-Oh
Wa; [marnkwa] JE2-Scho; Marinkäwer OSCH-Da; [marn-
kvr]
GA-Da; Marienkäwert CA-Ra; -käewer JE2-Ki Par;
-keawer ZE-Nu; -käber STE-Arne Grie Neue, vereinz.
mittleres/s JE2, HA-AHa NHa, WE-Schau; -käfer verstr.; -ka-
fer
STE-Ba; -käwerchen Dim. BA-GrAls; -käferchen Dim. SA-
Stap WO-GrRo, Vk-Anhaltb 67 (DE-Wö); Zuss. mit Dim. des
ersten Gliedes: Mariechenkäwer WO-El, JE2-Me, JE1-Pa Stei
Wa, WA-La; [marnkwa] JE2-Scho; Mariechenkäber JE2-
HBe Nkli Schar, JE1-Dan Nie; -käfer OST-We Ze, WO-Zi,
vereinz. JE2.
Expandiere:
Lemma
Marenkwer
Grammatische Angabe
m.
Bedeutung
TiN ‘Marienkäfer’
Verbreitung
  • 1: vereinz. nwaltm.
  • 2: vereinz. w Altm., verbr. ö Altm. JE2, verstr. JE1 ZE
  • 3: verstr. elbostf.
  • 4: verstr. anhalt.
Belege
  • Sitzt ein M. auf dem Finger spricht man mehrmals hintereinander: Sonne, Regen, Gewitter, Wind. Das Wort, bei dem er wegfliegt, gibt das kommende Wetter an. QUE-Scha
  • Kinderreim: Aufforderung zum Losfliegen an den auf der Hand sitzenden M.:Marienkäfer flieg,
    din Vater is in Krieg,
    dine Mutter is in Pommerland,
    Pommerland is abgebrannt,
    Marienkäfer flieg,
    din Vater is in Krieg.
    JE2-GrMa
  • Marienkäwer flehg non Himmel,
    bring näin Sack vull Zuckerkringeln.
    GA-La.
  • Volksgl.: Der M. gilt als Glückskäfer. Deshalb ist es unheilvoll, ihm etw. zuleide zu tun. Vk-Anhaltb 67. Fliegt einem Mädchen ein M. auf die Nase, bekommt es bald einen Mann. Vk-Anhalta 156.