Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 335
beddeln Vb. 1. ‘um Almosen bitten, betteln’ 2: Wb-
Altm 14, Id-Altm, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be – ... den
hat vorrgistern use Pannemann
(Feldhüter) bi’t Beddeln[336]
attrapiert
(ertappt, erwischt) ... Lindauc o.J. 69; Rda.:
met dne kamme bedeln gn/brt bedln ‘er ist ein her-
zensguter Mensch’ Wb-Nharz 23; Sprw.: subst.: wer sick
et Beddeln nich scheemt, de nehrt sick woll
HA-No. – 2.
‘unablässig, in lebhafter und lästiger Weise um etw. bit-
ten’ verbr. (anhalt. nur wenige Belege) – “Ja, ja, Frei-
lein!” – bettelten nu de Mächens un de Mamsell.
Wäschke 61915,84; subst.: Ich vorlächte mich uffs Betteln, un
krichtn dormit ooch worklich weech.
Krause 1964,65.
mern barmen 2bden blachandern brammeln brasseln
delgen drammsen drängeln drangslen drangsalren
dressren drschkeln gimmeln gpern gnarren gnatzen

(in weinerlichem Ton) gnauen (in weinerlichem Ton)
gnaulen (in weinerlichem Ton) gnren gnutteln (in wei-
nerlichem Ton) 1hacheln Hoike knechten knöchen knren
K kujnren pechern pichen pnigen pren psacken
placken plgen 2plöcken plurren pracheln prachern
prampeln prampnen prampren prangeln pranseln
1prkeln primsen 1pulken 1purren qulen quarken quen-
geln
(in weinerlichem Ton) qusen questigen schkeln
tillftjen torturen traktren trampen trampren trapnen
tribulren trßeln trzen
; ‘jmdn. um etw. angehen, anbet-
teln’: anbeddeln anhlden anpurren anschnurren an-
tappen
.
Lautf., Gram.: bed(d)(e)ln, [bed()ln] Inf., beddelt 3. Sg. Präs.
verstr. nwaltm. Altm., JE2-Wu, ZE-Buk, verstr. elbostf., BE-Me;
Beddeln subst. Gen. Sg. HA-No; Beddeln subst. Dat./Akk. Sg.
Lindauc o.J. 69; beddel, [bed] BE-Gü, vereinz. anhalt.; bet-
teln
Inf., bettelt 3. Sg. Präs. verstr. nd. (außer nwaltm.), vereinz.
nthür. s CA, DE-Lau; Betteln subst. Akk. Sg. Krause 1964,65;
bettelten 3. Pl. Prät. Wäschke61915,84; bettel’ JE1-Ca Gö;
[petln] Wb-Be; belln vereinz. mittleres elbostf.; bädd(e)ln,
[bäd()ln]
Inf., bäddelt 3. Sg. Präs. vereinz. nwaltm., verstr.
Altm. (außer CALV n WO), JE2-GrWu; [bdn] Id-Eilsb 146;
bätt(e)ln, [bt()ln] Inf., bättelt 3. Sg. Präs. vereinz. n Altm.,
verstr. s Altm., HA-Uep; [bäln] vereinz. w nwaltm.; [bdln]
vereinz. ö Altm.; Nbff.: badd(e)ln, [bad()ln] Inf., badd(e)lt
3. Sg. Präs. SA-HDo Mel, vereinz. w Altm., OST-Fle, verstr. sw
elbostf., BLA-Sti.
Expandiere:
Lemma
beddeln
Grammatische Angabe
Vb.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘um Almosen bitten, betteln’
Verbreitung
  • 2: Wb-Altm 14, Id-Altm
  • 3: verstr. elbostf.
  • 4: Wb-Be
Belege
  • ... den hat vorrgistern use Pannemann (Feldhüter) bi’t Beddeln attrapiert (ertappt, erwischt) ... Lindauc o.J. 69
  • Rda.: met dne kamme bedeln gn/brt bedln ‘er ist ein herzensguter Mensch’ Wb-Nharz 23
  • Sprw.: subst.: wer sick et Beddeln nich scheemt, de nehrt sick woll HA-No.
2.
Bedeutung
‘unablässig, in lebhafter und lästiger Weise um etw. bitten’ verbr. (anhalt. nur wenige Belege)
Belege
  • “Ja, ja, Freilein!” – bettelten nu de Mächens un de Mamsell. Wäschke 61915,84
  • subst.: Ich vorlächte mich uffs Betteln, un krichtn dormit ooch worklich weech. Krause 1964,65.