Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 501
bottern Vb. 1. verstr. – a. ‘Butter herstellen’ – Wenn de
Melk uten Stall kom, wurre se dörch’n Seiduek in Satten
e’ joten un up 8 Dah int Melkschapp estellt, denn wurre
se met’n Lepel affesohnt, de Sohne kam in Botterfatt un
denn jing det Pumpeln
(Stampfen) los. Wenn’t nu Botter
wor, wurre se rutekrigt un düchtig met kolt Woter dorch-
eknät bes se schön stif wor.
JE2-Gü. Anschließend wur-
de die Masse in Formen gepresst. – b. ‘zu Butter werden’
et bottert nich WA-Schw; Sprw.: wennt nich boddern
will, dänn bodderts nich
‘manchmal kann man nichts
gegen das Misslingen von etw. tun’ STE-Do. – Volksgl.:
Um erfolgreich zu b., werden zu Beginn des Vorgangs
3 Kreuze auf das Butterfass gemacht. Abergl-Ma 233
(WO-HWa). Wenn es nicht b., konnte eine Behexung die
Ursache davon sein. Um diese zu lösen, holte man den[502]
Dorfhirten herbei, damit er die Reifen des Butterfasses
von oben nach unten zählt (BE-Gn). Daneben wurde u.a.
ein Kupferstück in die Sahne geworfen (ZE-Na), die
Sahne an einen Kreuzweg getragen, wo die Hexen tanzen
(BA-Fro) oder das Butterfass mit neunerlei Holz, das
nachts zu sammeln war, geräuchert (ZE-Ke). Vk-Anhalta
211. – 2. ‘sich durch Geldzahlung lösen’, durch den
Bräutigam, wenn der Hochzeitszug durch eine gespannte
Leine aufgehalten wird, 2: Hochzeit-Altm 24. – 3. dass.
wie  Botterstulle 2., 2: ZE-Ned, 4: BA-Schie. – 4.
‘sumpfig, morastig sein’, vom Acker, vgl. aber 1buttern 2.,
4: Wb-Ak 43.
Lautf., Gram.: bottern Inf., bottert 3. Sg. Präs.; außerdem:
[botan] JE2-Scho; boddern Inf., boddert 3. Sg. Präs. SA-Die,
STE-Do, JE1-Ziep, WE-Schie, BA-GrAls; [bodn] SA-Rist;
pettern Mda-Sti 104; buttern ZE-Ned, verstr. anhalt.; [putrn]
Wb-Be.
Expandiere:
Lemma
bottern
Grammatische Angabe
Vb.
Gliederung
1.
Verbreitung
verstr.
a.
Bedeutung
‘Butter herstellen’
Belege
Wenn de Melk uten Stall kom, wurre se dörch’n Seiduek in Satten e’ joten un up 8 Dah int Melkschapp estellt, denn wurre se met’n Lepel affesohnt, de Sohne kam in Botterfatt un denn jing det Pumpeln (Stampfen) los. Wenn’t nu Botter wor, wurre se rutekrigt un düchtig met kolt Woter dorcheknät bes se schön stif wor. JE2-Gü. Anschließend wurde die Masse in Formen gepresst.
b.
Bedeutung
‘zu Butter werden’
Belege
  • et bottert nich WA-Schw
  • Sprw.: wennt nich boddern will, dänn bodderts nich ‘manchmal kann man nichts gegen das Misslingen von etw. tun’ STE-Do.
  • Volksgl.: Um erfolgreich zu b., werden zu Beginn des Vorgangs 3 Kreuze auf das Butterfass gemacht. Abergl-Ma 233 (WO-HWa). Wenn es nicht b., konnte eine Behexung die Ursache davon sein. Um diese zu lösen, holte man den Dorfhirten herbei, damit er die Reifen des Butterfasses von oben nach unten zählt (BE-Gn). Daneben wurde u.a. ein Kupferstück in die Sahne geworfen (ZE-Na), die Sahne an einen Kreuzweg getragen, wo die Hexen tanzen (BA-Fro) oder das Butterfass mit neunerlei Holz, das nachts zu sammeln war, geräuchert (ZE-Ke). Vk-Anhalta 211.
2.
Bedeutung
‘sich durch Geldzahlung lösen’, durch den Bräutigam, wenn der Hochzeitszug durch eine gespannte Leine aufgehalten wird
Verbreitung
2: Hochzeit-Altm 24.
3.
Bedeutung
dass. wie  Botterstulle 2.
Verbreitung
  • 2: ZE-Ned
  • 4: BA-Schie.
4.
Bedeutung
‘sumpfig, morastig sein’, vom Acker, vgl. aber 1buttern 2.
Verbreitung
4: Wb-Ak 43.