Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 704
df Adj. 1. verstr. – a. ‘gehörlos’ – dor is db DE-Ca;
Hei is op einen Ohre dof! Lindauc o.J. 28; Dowe Lü sind
dumm!
Vorurteil gegenüber gehörlosen Menschen, Klaus 1936,50; Rda.: hei is df, wenne wat geben sall von
einem geizigen Menschen, Wb-We 29; is op beie Ohrn
dof
‘ist einer Sache unzugänglich’ Sprw-Börde; dat is,
als op me’n dben hunne wat secht
dass., Wb-Nharz 42;
Sprw.: dumm is besser als doof Wb-Holzl 76. – b. ‘ohne
Gefühl, betäubt’ – de Ft sünd mi ganz df Wb-Altm
258; de Fingern sind dof Sprw-Börde. – 2a. ‘stumpf,
angelaufen’, von Zähnen nach dem Genuss saurer Spei-
sen,  stump, 2: verstr. Altm., JE2-Wa, JE1-Ist, 3: OSCH-
GrQue, WA-Schw, 4: BE-KlSchie – mine Tähne sind
janz doof
WO-Wo. – 2b. ‘stumpf’, von Geräten – dowe
Hacke
3: Wb-Holzl 76. – 3. ‘unfruchtbar, ohne Frucht,
Inhalt’ verstr. – anne twe Nuß Wb-Ak 170; dat is’n
dwen Klkopp
‘das ist Kohl, der keinen festen Kopf
gebildet hat’ JE2-Scho; veel doove Ahre düt Jahr HA-
Bee; Rda.: et li’t forr dowe Nöte ‘es ist unnütz’ Wb-
Holzl 76 (WO-Dru); op’n dewen Dunst ‘auf gut Glück’
HA-Oh. – 4. ‘dumm, einfältig’,  dusselig, 2: STE-Wa,
JE2-Ma, JE1-Grü, 3: WO-Ma, vereinz. s elbostf.
Lautf.: doof, [df]; außerdem: def, dof vereinz. w elbostf.;
[dp] Mda-Ze (ZE-Roß); toob, tb, [tp], doob, [db] verstr.
anhalt.; [douf] GA-Wen; dauf, -w vereinz. nw Altm.; taup Mda-
Sti 31; [deof] SA-Dä; duof OSCH-Di; def Mda-Ro.
Expandiere:
Lemma
df
Grammatische Angabe
Adj.
Gliederung
1.
Verbreitung
verstr.
a.
Bedeutung
‘gehörlos’
Belege
  • dor is db DE-Ca
  • Hei is op einen Ohre dof! Lindauc o.J. 28
  • Dowe Lü sind dumm! Vorurteil gegenüber gehörlosen Menschen, Klaus 1936,50
  • Rda.: hei is df, wenne wat geben sall von einem geizigen Menschen, Wb-We 29
  • is op beie Ohrn dof ‘ist einer Sache unzugänglich’ Sprw-Börde
  • dat is, als op me’n dben hunne wat secht dass., Wb-Nharz 42
  • Sprw.: dumm is besser als doof Wb-Holzl 76.
b.
Bedeutung
‘ohne Gefühl, betäubt’
Belege
  • de Ft sünd mi ganz df Wb-Altm 258
  • de Fingern sind dof Sprw-Börde.
2a.
Bedeutung
‘stumpf, angelaufen’, von Zähnen nach dem Genuss saurer Speisen,  stump
Verbreitung
  • 2: verstr. Altm., JE2-Wa, JE1-Ist
  • 3: OSCH-GrQue, WA-Schw
  • 4: BE-KlSchie
Belege
mine Tähne sind janz doof WO-Wo.
2b.
Bedeutung
‘stumpf’, von Geräten
Belege
dowe Hacke 3: Wb-Holzl 76.
3.
Bedeutung
‘unfruchtbar, ohne Frucht, Inhalt’ verstr.
Belege
  • anne twe Nuß Wb-Ak 170
  • dat is’n dwen Klkopp ‘das ist Kohl, der keinen festen Kopf gebildet hat’ JE2-Scho
  • veel doove Ahre düt Jahr HA-Bee
  • Rda.: et li’t forr dowe Nöte ‘es ist unnütz’ Wb-Holzl 76 (WO-Dru)
  • op’n dewen Dunst ‘auf gut Glück’ HA-Oh.
4.
Bedeutung
‘dumm, einfältig’,  dusselig
Verbreitung
  • 2: STE-Wa, JE2-Ma, JE1-Grü
  • 3: WO-Ma, vereinz. s elbostf.