Japper m. 1. ‘hagerer, schmächtiger Mann’, abw.,  Hämp(er)ling, 3: Wb-Nharz 89, Spr-Harzb 57. – 2. ‘Besitzer eines kleinen Ackerhofes’, auch ‘armer Bauer’, scherzh.,  Ktste(r), 3: Mda-Weg 99, CA-Ca. – 3. ‘altes, schlechtes Pferd’,  Gaul, 3: BA-Ho, 4: Wb-Be. – 4. dass. wie  Japp, 4: Mda-Sti 107.
Lautf.: Japper, [japr]; außerdem: Jabber CA-Ca.
Keitschenmark(s) n. dass. wie  Keisekenmarks, 3: vereinz. HA, BA-Ho, CA-Löd.
Lautf.: Keitschenmark vereinz. HA; Kaitschkenmarks CA-Löd; Kätschken- BA-Ho.
Klatschblme f. PflN dass. wie  Klatschmn, 3: BA-Ho.
Lautf.: Klatschblaume.
knatschen Vb. 1a. ‘zerdrücken, zerquetschen’, auch dabei ein entsprechendes Geräusch hervorbringen, 3: vereinz. s elbostf., 4: Mda-Sti 118, Wb-Ak 92, DE-Ca.  TZ (auch drücken, pressen): knitschen knren kndeln knüllen kntschen matschen. – 1b. ‘in feuchten, breiigen Schmutz, Schlamm treten’, auch ‘in flüssigen Kot treten, dass er spritzt’, vgl. kntschen 2a., 3: Wb-Nharz 101, 4: Mda-Sti 118. – 1c. ‘jmdn. treten’,  trden, 3: BA-Ho, CA-Fö Löd – du hast mik op de Beine eknatscht CA-Fö. – 2a. ‘geräuschvoll kauen, schmatzen’ 3: Wb-We 69, 4: Wb-Ak 92, Wb-Be, DE-Ca – gnadschd m nich s a.a.O.. – 2b. dass. wie  knätscheln, 4: KÖ-El. – 2c. ‘langsam essen’ 2: ZE-Roß, 3: Spr-Asch 22, 4: Wb-Be – se knetschen bas Essen Spr-Asch 22. – 3a. ‘mit kleinen Tonkugeln spielen’,  snappen, 2: JE1-Flö, 3: WO-Dru. – 3b. ‘mit der Peitsche knallen’, in verächtlichem Sinne, 2: Mda-nwJe1a 43 (JE2-HSe, verstr. n JE1). – 4. ‘schwatzen, Nichtiges reden’,  nlen, 3: Wb-We* 220, 4: BLA-Sti, DE-Ca – d gann was gndn a.a.O.
Lautf.: knatschen vereinz. s elbostf., Mda-Sti 118, BLA-Sti, Wb-Ak 92, [knatn] Wb-Be; gnatschen Wb-Nharz 62; [knt- n] ZE-Roß; [gndn] DE-Ca; knätschen OSCH-Di; knet(t)schen, [knetn] Mda-nwJe1a 43 (JE2-HSe, verstr. n JE1), JE1-Flö, WO-Dru, Wb-We 69, QUE-Asch, CA-Fö, Mda-Sti 118f., KÖ-El; kntschen Wb-Nharz 102; [kntn] Wb-Be.
Knüppel m. 1a. ‘kurzer, dicker Stock’ 2: vereinz. Altm., Heimatkalender-Je 1929,XIII (JE2-Vie), verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – Rda.: Datt schmeckt ass de Knüpp’l upp’n Kopp ‘es schmeckt sehr schlecht’ Wb-Altm 111; Sprw.: wer’n Hund hauen will, findt ok en Knüppel WO-HWa. – 1b. ‘armdickes Rundholz von bestimmter Länge’ 3: Wb-Nharz 102, 4: Mda-Sti 162, Wb-Ak 93 – Mr han uf de Aksjn zw Mter Knippel jekft. a.a.O. 93. – 2a. ‘Quer- oder Schleifholz’, wurde den Hunden an den Hals gebunden, um sie am schnellen Laufen zu hindern und damit ihren Jagdtrieb zu unterbinden, 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Ak 93 – Rda.: de knüppel is an’n hund bunnen ‘der Wunsch, etw. zu tun, ist vorhanden, die Umsetzung jedoch erweist sich als unmöglich’ Rda-Altm 295f. – 2b. ‘ca. 50 cm langes und ca. 15 cm breites, dickes Stück Holz, das zwecks Bekanntgabe von Einladungen und Verlautbarungen im Ort herumgereicht wird’,  1Hmer, 2: Bewohner-Altm 1,131f., Abergl-Altm 31, Bornemann 41827,208, 3: Blicke-Drömling 62 (GA-Rä) – Reim:Den Knüppel leet de Schult rümgoahn,
So hät he Dörplang kund gedoahn,
Dät up den Märtinsdag Klock Veer,
Versammlung unnern Eikbohm weer.
Bornemann 41827,208.
–2c. ‘Stab, an dem die Räucherwürste hängen’,  Worstspl(e), 2: SA-Bru, OST-Bre, GA-Kak. – 2d. ‘pflockähnliches Holzgerät zum Garbenbinden’,  Bindeplock, 2: STE-Wei, ZE-Bur Ste, 3: OSCH-Weg. – 2e. ‘Holzschlagwerkzeug des Steinmetzes’ 3: Id-Eilsa 73. – 2f. ‘Dreschflegel’ 3: Mda-Weg 103, WA-Ta. – 3. Brötchenart aus Weizenmehl,  Semmel, 2: vereinz. ö Altm., JE2-Wu Zo, vereinz. JE1, ZE-Bur, 3: BA-Ho, CA-Löd, 4: BA-Ha, vereinz. sw anhalt. – 4. ‘Ausguss am Topf’,  Tülle, 1: SA-Ty.
Lautf., Gram.: Knüppel, Knüpp’l verstr. Altm., Heimatkalender-Je 1929,XIII (JE2-Vie), JE2-Wu Zo, vereinz. JE1, ZE-Bur, verstr. elbostf., vereinz. sw anhalt.; Knüppeln Pl.(?) OST-Ho Kru, STE-Go Ri; Knüppa SA-Ty; [knüp] SA-Dä; Knippel, [knipl], [knipl] verstr. ZE, Nd-Börde § 40 (WO-Schn), Wb-Holzl 123 (WA-KlWa), Mda-Weg 103, Wb-Nharz 102, BA-Ho, Mda-Sti 162, vereinz. w anhalt.; Knippels Pl. Richter o.J. 6; [gnibl] BE-Al. Zuss.: zu 1.: Latten-; zu 2.: Ms-.
Lodderswn n. 1. dass. wie  Lodder 2., 3: BA-Ho, 4: CA-Schw. – 2a. dass. wie  Lodderbast 2a., 2: ZE-Roß. – 2b. dass. wie  Lodder 3b., 2: ZE-Lu, 3: QUE-GrSchie, 4: vereinz. w anhalt.
Lautf.: Lodderschwien ZE-Lu, BA-Ho; -schwein ZE-Roß, QUE-GrSchie, vereinz. s CA; [lolrwain] vereinz. BE.
Maie f. 1. ‘junge Birke oder Birkengrün’, bes. als Festschmuck zu Pfingsten verwendet, 1: SA-Lag Pü, 2: verstr. Altm., ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – mor hann  ne Maie forr de Dre DE-Ca – Brauch: Am Tag vor Pfingsten fuhren die Burschen des Ortes mit mehreren Wagen in den Wald, um M. zu schlagen. Unter dem Jubel der Bewohner zogen sie wieder ins Dorf ein und verteilten die Zweige unter den Hausbesitzern, die dafür ein geringes Entgeld zu entrichten hatten. Vk-Anhalta 230 (DE-Que). Die jungen Männer stellten eine M. vor das Fenster ihrer Geliebten auf: Die Maien pflanzen se denn vor ihre Breitchens (Bräuten) ihre Tiere (Tür). Wäschke 71913,71, vgl. Maienstken. Wo Birken nicht vorhanden waren, konnten auch Pappeln genommen werden. Vk-Anhalta 229 (BA-Ho, KÖ-KlPa). Mit den M. wurden nicht nur Privathäuser und Ställe, sondern auch öffentliche Gebäude, vor allem Kirchen, geschmückt. Wb-Altm 136, Vk-Anhalta 230. Auch zu anderen Anlässen wie zur Konfirmation (Mda-Sti 174), zu Sommerfesten von Vereinen (Brauch-wAltm 58) oder bei Umzügen (Vk-Anhalta 231) verwendete man M. als Schmuck. – Volksgl.: In die Wohnstube wurden M. gestellt, um das Haus vor Blitzschlag zu schützen. Brauch-wAltm 58. Zur Vertreibung von Raupen und anderem Ungeziefer trug man in Würflau eine bereits verwelkte Maie um ein Kohlfeld. Ackerbau-Anhalt 306, Vk-Anhalta 231. Aufbewahrte M. wurden später beim Rösten auf den Flachs gelegt, damit dieser fester würde. Bewohner-Altm 254. – 2. dass. wie  Maibm 1., 4: Vk-Anhalta 230. – 3. in der Verbdg.: le Maie Schimpfwort, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Maie, Meie, [mai]; außerdem: Mai HA-Bee Oh, OSCH-Di; Maien, Meien, [main] Pl. SA-GrGe, Id-Queb 10, Wäschke 71913,71; Mei’n Pl. Wb-Altm 136; [main] Pl. SA-Pü; maije Wb-Nharz 121, Mda-Sti 174. Zus.: zu 1.: Kltermai.
Maikz m. dass. wie  Maikwer 1., 3: Vk-Anhaltb 65 (BA-Ho), CA-Atz, 4: vereinz. anhalt.
Lautf.: Maiktz Wb-Ak 109, -kutz Vk-Anhaltb 65 (KÖ-Ra); [maigds] Mda-Fuhne 21 (DE-Ca); Maikuhs Vk-Anhaltb 65 (BA-Ho); -kutsch a.a.O. 65 (KÖ-Gö); Nbf.: -ktz CA-Atz.
Mlerbrt n. 1. ‘Frucht des Weißdorns’,  Mlbre, 3: vereinz. HA, verbr. OSCH, vereinz. WA, verstr. WE, Wb-Nharz 122, BLA-Wie, verstr. QUE, BA-Ho Rie, CA-Atz. – 2. ‘Frucht der Heckenrose’,  Hgebutte, 3: OSCH-Har.
Lautf.: Malerbrt QUE-Di; Mal(l)derbrot, malderbrt vereinz. HA, verbr. OSCH, vereinz. WA, verstr. WE, Wb-Nharz 122, BLA-Wie, vereinz. QUE, BA-Ho Rie, CA-Atz; -brout OSCH-Schl, WE-Ro; Molderbrot WE-Rho Ri; Maller- OSCH-KlQue, WE-Oster, QUE-Di Que St; Malwer- HA-Um.
Marmor f.(?) dass. wie  Marmel 2., 3: BA-Ho.