2Fessel f. ‘Teil des Beins über dem Huf des Pferdes’, auch dass. wie  Fesselgelenk, 2: vereinz. Altm., JE1-Mö, ZE-Hu, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be.
Fse f. TiN 1. kleine Mückenart, 2: Mda-sJe1 9 (JE1-Prö), verstr. ZE, 3: Mda-sJe1 9 (JE1-Ca). – 2. kleine Fliegenart, 2: ZE-Hu, 4: Wb-Ak 58, DE-Ca – ich hawwe Fsen inne en jegrichd a.a.O.
gn Vb. allg. (abweichende Verbreitung oder Häufigkeit wird bei den jeweiligen Bed. extra aufgeführt). – 1a. ‘sich zu Fuß fortbewegen’ – jocht mal uten Weg JE2-Hü; Un wie se nu so alle dreie jehn, fangt de Neering’n widder von de Schpukjeschichte ... an. Heimatkalender-Ze 1961,90 (ZE-Ze); goat up de Teien (Zehen) ZE-Mü; hai get doch tau diuknackich (gebückt) SA-Dä; ... un können nich mehr jrade jahen. Gesch-Un 44; Verbdg.: dat larnt jehn ‘es wird gelingen’ ZE-Roß; Rda.: w me geit un schteit ‘so, wie man gerade ist’ Wb-Nharz 55; He geit as d’ Flg in d’ Bottermelk. ‘Er hat einen schwerfälligen Gang.’ Wb-Altm* 72; Sprw.: dei langsam geit, kummt k Wb-We 37. – 1b. ‘sich (zu einem bestimmten Zweck, mit einer bestimmten Absicht) an einen bestimmten Ort, irgendwohin begeben’ – na Hs gn SA-Mol; ... un gung no de Kirchhofsecke ... Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); amol war de Mutter ins Holz jejehn BA-Ha; jg m bain Flschor DE-Ca; danzen gn HA-Oh; Uff ’n Schwoof jehen ‘zum Tanz gehen’ Vk-Anhaltc 11 (BA-Ha); Ens woll Nanu moal jagt’n goah’n ... Matthies 1903,9; Rda.: ower’n Jordan gaan ‘verschwinden’ Wb-Holzl 94; t de Welt gn ‘sterben’ HA-Oh; ins Wasser jn ‘sich ertränken’ Wb-Ak 77; der jeit vor de Hunne ‘er stirbt’ JE2-Schm. – 1c. ‘regelmäßig besuchen’, auch ‘in einem bestimmten Bereich beruflich tä- tig werden’ – n’n mren gn Wb-Nharz 55; uf Arwt jn Wb-Ak 77; er “jeht bei de Ochsen” ‘er wird Ochsenknecht’ Serimunt 1932 Nr. 65; ik wett noch ganz genau, wie ick datt erste Joahr nah Schaule junk HA-Eim; die Dierns gingen früher alle Ahnde spinnen JE2-Bu. – 2. bes. in Verbdg. mit Vb. wie liggen, sitten, stn eine Bewegung auf einen anderen Zustand hin bezeichnend, 2: vereinz. Altm. – gao sitt’n! ‘setz dich hin!’ Wb-Altm 62; In’n Anfang dänn ging d’ Spök still an d’ Dör staohn ... Pohlmann 1905 ff.,125 (OST-GrRo). – 3a. ‘einen Ort verlassen, weggehen’ – wiste schont jehen? DE-Ho; denne kann’k ja wer gn HA-Oh; Rda.: einen gn lten ‘einen Darmwind entweichen lassen’ a.a.O.; d gans wil ek gn lten ‘die Gans soll zur Zucht gehen’ Wb-Nharz 55. – 3b. ‘ein Dienstverhältnis beenden, aufgeben’ – uten Deinst gohn GA-Beh. – 4. ‘sich lösen, abfallen’ – Rda.: aus en Leim jn Wb-Ak 77. – 5. ‘sich an etw. zu schaffen machen’, bes. um unerlaubt etw. zu entwenden – an wat nich jehn ZE-Roß. – 6. ‘in einer bestimmten Weise gekleidet sein’ – nietmodisch soll se gahn wie ne Eddelfrue HA-Bo. – 7. ‘mit jmdm. ein Liebesverhältnis haben’ – mit eene jehn ZE-Roß; hast du denn diene Öldern schon e seggt, dat du mit mick geihst? HA-Bo. – 8. ‘trächtig sein’, von Tieren, 3: vereinz. w elbostf. – de Kau geit noch feier Wochen ‘in vier Wochen wird die Kuh kalben’ HA-Oh. – 9a. ‘sich durch etw. hindurch bewegen’ – Rda.: dorch de lappen gn ‘sich entgehen lassen’ Mda-Weg 105; De Kunne von Greitchens Dod war wie’n Loopfüer dorch’t lütge Dörp e gahn; ... Rauch 1929,66; dat mott’k mik mal dorch’n Kopp gn lten HA-Oh. – 9b. ‘in Bewegung sein, sich bewegen’ – de Wint geit wer de Hwersteppel a.a.O.; in’n Wind jn ld’n ‘das Steuer so drehen, dass das Segel mehr Wind fasst’, Schifferspr., Elbschifferspr. 356 (JE2-Mi). – 9c. ‘in Betrieb sein, funktionieren’ – Rda.: geiht et denn, oder knipt de Hose? (auch Bezug zu 10a. möglich) Sprw-Börde; Rätsel (auch mit Bezug zu 1a.): wat geit un geit un kümmp nich wer? – die Uhr, STE-Wa. – 9d. ‘aufgehen, treiben’, vom Hefeteig,  upgnmn Dch jait all JE2-Scho; der Deich is scheen ejehn CA-Gli. – 10a. ‘(in bestimmter Weise) vonstatten gehen, ablaufen’, auch ‘gelingen’ – dat geit swer HA-Oh; ..., düttmal hat’t noch gut ’egahn ... Lindauc o.J. 17; t wier doch janz hibsch jejehn ZE-Hu; ... kann doch nischt schief jehn. Krause 1964,18; Rda.: Et gait wi an’n Bimmfa’mt etreckt. ‘Es geht sehr gut, ohne Probleme.’ Wb-Holzl 36; dat jeht wie’s Brezelbacken dass., Vk-Anhalta 69; Sprw.: Wat nich will gahn, Lat schtahn! Vk-Harz 3,60. – 10b. ‘sich in bestimmter Weise entwickeln’, bes. von Geschäften – Wie jeht denn eier Laden? ZE-Roß. – 11. unpers. ‘ergehen’ – Mäi is dät ok so gohn. Hausfr-Altm 1927,41 (STE-Ber); Die jehts wo wie’n Harr Kanter seine? Wäschke 61915,103. – 12a. ‘sich machen lassen, möglich sein’ – Dat geiht doch nich, Vaoder ... Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); Rda.: ’t geiht woll, äöwert’ geiht nich. ‘Es ist zwar theoretisch möglich, aber praktisch nicht durchführbar.’ Bewohner-Altm 1,334. – 12b. ‘einigermaßen akzeptabel, erträglich sein’ – ’s Himne jt noch ‘das Hemd kann noch getragen werden’ Wb-Ak 77. – 13. ‘sich erstrecken, reichen’ – de rok geit bis op de kn Wb-Nharz 55. – 14. ‘in etw. passen, Platz, Raum finden’ – dr Korb jt nich mr in dn Sack Wb-Ak 77; Sprw.: gedüllich Schaop gaon fae (viele) in ’n Schtall SA-Dä. – 15. ‘eine bestimmte Richtung haben, in einer bestimmten Richtung verlaufen’ – d geit kein Wch HA-Oh; Von da jeht de Schossee linksch raus nah Tornau ... Heese 21919,33. – 16. ‘sich einem bestimmten Zeitpunkt nä- hern’ – et geit op achte Wb-Nharz 55; Dat is nu Nacht, geiht stark op Oelwe ... Klaus 1936,28. – 17. ‘sich in einem bestimmten Zustand befinden’ – w (wie) geit et? Wb-Nharz 55. – 18. ‘den Vorrang haben’ – Rda.: Geit doch nicks äöw’r de Rännlichkeit! seggt jenn’ Fru, un kert all Sündag Morgen är Hemm’ ümm. Wb-Altm 172; Sprw.: Nahwerschaft geiht vör Vadderschaft. Bewohner-Altm 2,20. – 19. ‘sich nach jmdm., etw. richten’ – dn geit et nich HA-Oh.
Lautf., Gram.: Inf.: gahn, gaan, j-, [gn], [jn] vereinz. w mbrdb., verbr. elbostf. (außer sö, dort verstr.), CA-Lö; gaen, gen, j- WA-Ste, WE-Oster, BLA-Brau; gahen, j- JE1-Walt, HA-Ro, vereinz. mittleres elbostf., WE-Velt, vereinz. n CA; g(a)ohn, goahn, j-, [gn], [jn], [--] verbr. nwaltm. nbrdb., verstr. JE1, ZE-Gri, verstr. elbostf., QUE-Frie; [gn] SA-Ah Rist; gaohen CALV-Uth, STE-Sto; [gon] verstr. n nwaltm.; goa(h)n, j-, [jan], [jan] verbr. n/mittleres mbrdb., vereinz. n/mittleres ZE; gehen, j- JE1-Schor Wö, vereinz. ZE, QUE-We, BE-KlMü, vereinz. omd.; gehn, j- JE1-Pa Wö, verbr. ZE, WE-Schau, verstr. sö elbostf., verbr. omd.; jaen Mda-Sti 26; [jn] veralt. Mda-Fuhne 75 (vereinz. s KÖ); 3. Sg. Präs.: gei(h)t, -ai-, j- [gait], [jait] vereinz. nwaltm., verstr. w Altm., verbr. ö Altm. JE2 JE1 elbostf. (außer sö, dort vereinz.); [gäit], [jäit] OST-Bi, vereinz. mittlere Altm.; [get] verstr. n nwaltm.; gaht, gaat, j- ZE-Li, vereinz. w elbostf., QUE-Di; g(a)oht, j- vereinz. w SA, WO-El; goat, [jat] vereinz. ZE; [jast] 2. Sg. Präs. Dialekt-Ma 12 (vereinz. sw JE1, ZE-Göd); geht, j-, [jt] verstr. ZE, vereinz. sö elbostf., verbr. omd.; gäht, j-, [gt], [jt] SA-Fa Jah Jü, vereinz. ö SA, OST-Ar, GA-Fau Ku; [jit] Nd-KlWu 24; Imp. Sg.: ga(h), j- verstr. elbostf.; gao(h), j- vereinz. Altm. elbostf.; gaach, gch vereinz. w elbostf.; gaoch OSCH-Har, QUE-Di; joch JE2-Jer Ni Za, verstr. JE1, QUE-Wa; [j] Dialekt-Ma 8 (verstr. w JE1, vereinz. nö CA), BE-Gü; jk, [jk], [jg] ZE-Roß, verbr. omd.; [jg] veralt. vereinz. s KÖ; 1./3. Sg. Prät./1./3. Pl. Prät.: ging, -nk, j-, [gik], [jik]/gingen, j-, [gin], [jin] (nwaltm., Altm.: [gi], [ji]) verstr. nwaltm., verbr. Altm. JE2 JE1, verstr. ZE, verbr. elbostf. omd. (bes. ZE elbostf. omd. neben älteren u-Formen); ging, [gi], [ji]/ verstr. nwaltm.; güng 1./3. Sg. Prät. Wb-Altm 61; gung, -k, j-, [guk], [juk]/gungen, j-, [gun], [jun] Wb-Altm 61, vereinz. n SA, STE-GrMö, Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), verstr. ZE, verbr. elbostf., verstr. omd. (bes. ZE elbostf. anhalt. neben jüngeren i-Formen); 3. Pl. Prät.: junken BLA-Be; gangen DE-Lin; junkten Vk-Harz 3,24 (BLA-Be), BLA-Hü; jinkt 3. Sg. Prät. GA-Wern; Part. Prät.: egahn, -gaan, -j- verstr. elbostf.; egen BLA-Brau; g(a)ohn, j- verstr. nwaltm. Altm.; e-, [jn] JE2-Scho, OSCH-Har, QUE-Di; degn WA-HDo; [gaon] SA-Dä; ejoahn, [jan] JE2-GrWu, ZE-Göd; [j-] Mda-Ze (ZE-Reu Stre); ejehn CA-Gli Pö; je- verstr. ö ZE, vereinz. n CA, verstr. nthür.; -jangen, [jjan] Mda-Ze (ZE-Roß), verstr. anhalt.
Hmke(n) n., f. TiN ‘ Grille’ verbr. – bain Beggor sinn Hmigen inne BaggschdowweBE-GrWi. – Volksgl.: Zirpt ein H. im Hause, so stirbt bald jmd. oder es wird bald gestohlen (ZE-Na) oder ein anderes Unglück kündigt sich an. Dem Bäcker bringt es Unglück, wenn er ein H. tötet. Junge Mädchen lassen ein H. durch den Rockschlitz kriechen und leiten aus dessen Richtung ab, woher der künftige Bräutigam kommt (ZE-Hu). Vk-Anhalta 270. Stirbt ein Kind ohne Taufe, so muss es als H. in der Welt umherwandern. a.a.O. 175 (ZE-Na).
Lautf.: Hmken ZE-Buk; Heimken vereinz. nwaltm. nbrdb.; H meken JE1-Walt, ZE-Dee, CA-Mi; HeimekenCALV-Lö, WO-Be Col, verstr. elbostf.; Hmeken GA-Ge; Hmiken STE-Arne, JE1-Ge, CA-Ma; Hmike, Hmeke HA-Ack, vereinz. ö anhalt.; [hmig] verstr. BE; [hmij] ZE-Bra, DE-Ca; Heimeke WO-Ri, verstr. n elbostf.; Heimike GA-Wal, STE-Bir, WO-Bl HWa, ZE-HLe; [haimig] BE-Sa; haomeke Mda-Ohre 351 (GA-Rä); Heimk verstr. n nwaltm., vereinz. Altm., JE2-Schö; Hmchen verstr. ö ZE; Heimchen verstr. Altm. mbrdb., vereinz. nw elbostf., WO-Ba, verstr. sö elbostf., CA-Chö Kü Lö, verstr. BE, KÖ-Ge Grö; Hemichen STE-Na, BE-Am, [hmin] Wb-Be; Heimichen BA-Ha Op, CA-KlMü, BE-Me; Heimelk Wb-Altm 80; Hme JE1-Wer; Eimeken OSCH-Har; Eimeke OSCH-De; meke QUE-Di. – Gram.: n.: -ken, -chen, [-n]; f.: -ke, [-g], [-j], Heimk. Zus.: Herrgotts-.
Hp(en) m. 1. ‘hügelartig Angehäuftes’ 2: Wb-Altm* 56, ZE-Roß, 3: vereinz. WE, CA-Ba Fe, BE-Gü, 4: Mda-Sti 31, verbr. anhalt. – an Hfen Sand CA-Ak; Rda.: an richtijes Hfchn Unjelicke Wb-Be; … der Stad Gardelegen eygendohm tosinde vnd bliwen van den ersten vpgeworpen hopen edder grauen benedden dem eycholte vor den Radewisschen gelegen Na dem dorpe luffinge wart … Gardelegen 1488, Cod. dipl. Brdb. 1.6,152. – 2. ‘Heuhaufen auf der Wiese’,  Heuhocke(n), 1: SA-Han, 3: BE-Gü, 4: verstr. BE, KÖ-Preu Wo – in Hfen brengen ‘Heu auf der Wiese zu Haufen schichten’ KÖ-Pre. – 3a. ‘acht übereinander liegende Garben auf dem Feld’ 3: CA-Ca. – 3b. ’15 übereinander liegende Getreidegarben auf dem Feld’, vgl. 1Mandel 2., 4: Wb-Ak 70. – 4a. ‘grö- ßere Menge’ 2: ZE-Hu, 4: CA-Ak, DE-Ca – dor had doch a Hfen Jeld DE-Ca. – 4b. ‘Schar, größere Anzahl von Personen, z.T. auch von Tieren’,  Korps, 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 70, BE-Wa, Alt-Cöthen 7 – an Hfen Leite Wb-Ak 70; … an Hoofen junke, hibsche Mächens … Alt-Cöthen 7.
Lautf., Gram.: Hp’n Wb-Altm* 56; hope ZE-Hu; Hp Wb-Altm* 56; Hp Wb-We 53; Höp Pl.(?) SA-Han; Hoof(e)n, [hf()n] ZE-Roß, CA-Ca, verstr. anhalt.; Houpen WE-Abb Is; Höupen WE-Ost; Haupen WE-Lü; [hfn] BE-Me Sa; Haufen, [haufn] Mda-Sti 31, vereinz. CA, BE-Dro; [haufn] ZE-Roß. – Gram.: f. belegt: ZE-Hu. – Etym.:  Hp(en). Zuss.: zu 2.: Heu-; sonstiges: Maulwurfshaufen, Mess-, Moll-, Molt-, Moltworm-.
immer verbr. 1. Adv. – a. ‘jederzeit, andauernd, ständig’ … icke ümmer hinder öär häe. Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); Binnfamen harren wie ümmer in’e Ficke. Hbl-Ohre 1928 Nr. 14/Wöhlbier (HA-Eim); Rda.: et blift nich immer un ewich sau Sprw-Börde. – b. ‘jedesmal, gewöhnlich’ – Un ümmer drb’m de Amtlü’ de Underdn’n mit growwe Wre un de Rau’ (Rute) an. Tiedge 1954,39; äor hads immor ailich BE-Scha; mne mutter s (sagte) immer Wb-Nharz 85. – c. ‘nach und nach, sich steigernd’ – ummer mehr ZE-Hu. – 2. Pt. zur Verstärkung in Ausrufe- und Fragesätzen – was machste denn ummer noch? Alt-Cöthen 34.
Lautf.: immer, [imr] verstr. brdb., verbr. elbostf., verstr. omd.; immor, [imr] JE2-GrMa, verbr. BE, KÖ-KlPa, DE-Ca; immr CA-GrRo; [im] WO-Zi; imma STE-Osth, [im] WO-HWa; ümmer vereinz. nwaltm., verstr. Altm. JE2 n JE1 nw elbostf.; [üm] verbr. nwaltm. n Altm., STE-Je, WO-Zie, ümmä JE2-Kl-Wu; ümme SA-Han, STE-Da; [üma] SA-Dä, JE2-Scho, [üm] verstr. sö Altm.; ummer verstr. ö ZE, Alt-Cöthen 34, Wäschke 71913,2, [umr] Wb-Be; [umr] verstr. ZE; [um] OST-Krum, STE-Bö; jümmer Wb-Altm 93.
jählingen Adv. 1. ‘gierig, hastig’, bes. beim Essen, 2: ZE-Hu Roß, 3: BE-Gü, 4: Wb-Ak 77, BE-Al, Mda-Fuhne 28 (DE-Ca), DE-Lau – machd nich s jellejen BE-Al; Iß nich s jellejen, ‘s jt mr nin Wb-Ak 77; Rda.: man nich so jeljen! Beschwichtigung, ZE-Roß. – 2. ‘plötzlich’ 3: Mda-Ro, 4: BE-Al, Mda-Fuhne 28 (DE-Ca).
Lautf.: [jeljn] ZE-Hu Roß, DE-Lau; jellejen Wb-Ak 77, [jeljn] BE-Al, Mda-Fuhne 28 (DE-Ca); jäljn Mda-Ro; gelgen BE-Gü.
jder Indefinitpron. bezeichnet jede einzelne Person oder jedes einzelne Ding einer Gesamtheit, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., ZE-Hu Roß, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – Jse Mlzeit muß was uffen Tisch stn. Wb-Ak 76; tau jeder Tt HA-Oh; Rda.: jeder wett an’n besten, w ‘ne de Schau wei deit HA-Oh; Jeder mockt sien’t Bewohner-Altm 1,341.
Lautf.: jeder vereinz.; jeder HA-Oh, [jedr] QUE-Di; jehrer SA-Rist, jerer vereinz. Altm.; [jr] SA-Dä; [jlr] DE-Ca; j ser Wb-Ak 76; jieder OSCH-Di; jedder ZE-Hu; [dr] verstr. n nwaltm.
Kabse f. 2: Wb-Altm 93, vereinz. GA, JE2-Ki Mi Mö, ZE-Hu Jü Roß, 3: verbr. elbostf., 4: Wb-Be – 1. dass. wie  Kabache 1. – im Rätsel vom Bienenstock:Hinder unsen Huse steiht ne oll Klabuse,
da krupt se rut, da krupt se rin,
un wi stippt unse Brot darin?
Chr-Em 439.
– 2. dass. wie  Kabuff 2.wenn de emt heite Amt nich metkomm wisst, denn bleiweste alleene in deine Kabse ZE-Roß. – 3. ‘Toilette’,  Aftritt, 2: JE2-Mö.
Lautf., Gram.: [kabz] ZE-Roß; [kapze] Wb-Be; Kabus, Kabs JE2-Ki Mö, HA-Ack; Kabútze Wb-Holzl 114, Wb-We 59, kabútze Wb-Nharz 91, kabuzze QUE-Di, Kabtze HA-Oh; Kabz Wb-Altm 93, kabz n. Id-Queb 1; Nbff.: Klabuse Chr-Em 439; Klabutzevereinz. GA, CALV-Ve, HA-Bee, WE-Da Oster Rok; Klapbutze ZE-Hu Jü; Klabums HA-Sü; Klambuus JE2-Mi.
knlen Vb. dass. wie  knen, 2: ZE-Hu Roß, 4: verstr. anhalt. – ick sahe diche, wenn ick dich schnappen sollte – du kniejelst! ZE-Roß.
Lautf., Gram.: knlen ZE-Hu; kn’l Wb-Ak 93, [kn] DE-Mo Ro; [gn] Mda-Fuhne 188 (verstr. anhalt., außer ö DE); [knln] Wb-Be; [knj] ZE-Roß; [gnj] Mda-Fuhne 188 (verstr. ö DE); knieelte 1. Sg. Prät. Wäschke 61920,65.