Arfte f. PflN 1. ‘Erbse’, bes. die Frucht, verbr. – Erften utpaalen Id-Altm; dick Erften met Speck Mittagsgericht, OST-Ost; wie äten hüte Arften JE1-Scha; kannste mich inne rwessen a Schticke Wurscht rinschneiden? BE-Grö; “Up mine Heimoathen hewwe ick ens Erwten ’esät, ...“ Heimatkalender-Je 1923,94 f. (JE2-Vie); Rda.: klappert, wie de Arfte in Potte von jmdm. gesagt, der redegewandt seine Ware feilbietet, Sprw-Börde; hei is bange w de Arfte in’n Potte ‘er ist sehr ängstlich’ BLA-Brau; Sprw.: ne blinne dwe fint k ne arfte Spr-Maa 441 (WO-Ol); dree Arften in de Schöttel makt mehr Lärm as wenn se vull is HA-NHa; Rätsel: wo (wie) kümmt’n Ärvt wer’d Woater? – rund, STE-Wa;Hans Pralle
Fällt von’n Stalle,
Will ween’n,
Un hat keen Oegelkn.
– die Erbse, Lieder-Ma Nr. 394 (HA-Sa);
Kinderlied:Plück, plück Ärften
Wenn de Panmann km
Un slg uns um de Bn,
Ach wo woll’n wi wn.
Wb-Altm 7.
– Volksgl.: Um ein Aufpicken frisch gelegter Samen der A. durch Hühner oder Tauben zu verhindern, nimmt man vor dem Legen, das schweigend erfolgen muss, drei Samen in den Mund, die am Ende der Arbeit in ein offen gelassenes Loch gespieen werden müssen. Bewohner-Altm 2,288. A. sollen zwischen elf und zwölf Uhr gelegt werden, um Maden fern zu halten. Brauch-Anhalt 59 (HA-Hi). – 2. in der Verbdg.: wille arfte ‘Bärenschote’ 3: Wb-Nharz 17.
Lautf., Gram.: Arfte, [arft] Sg., -(e)n, [-()n] Pl. OST-Bert, vereinz. n WO, verstr. JE1, vereinz. ZE, verbr. elbostf., Mda-Sti 125; arft Spr-Mab 399 (WO-An); Arwten Pl. STE-Ja Wa, JE1-Ge, verstr. elbostf.; Arrefte, Arft OSCH-Di, QUE-Di; A(r)fk(e)n Pl. SA-HDo Mel; [arwst] verstr. ZE; Arwesse, -weße, [arws] Sg., -n, [-n] Pl. vereinz. ZE, QUE-Asch, Dialekt-Ma 4 (CA-We), vereinz. omd.; Arrewesse Wb-Ak 26; Arbse Sg., -n Pl. JE1-Flö Pre, ZE-Buk Jü, vereinz. CA; Arbesse vereinz. CA; [ftn] Pl. SA-Dä; [rwz] vereinz. DE, [rwesn] Pl. Vk-Ask 374; hbsen Pl. BE-La; Aorwessen Pl. CA-Lö, DE-Kle; rweßen Akk. Pl. BE-Grö; Ä(r)ft, [rft] SA-Rist, vereinz. Altm.; Ä(r)ften, [ärftn] Pl. SA-Dre, vereinz. ö Altm. JE2, JE1-Wo; Ä(r)wten Pl. vereinz. nwaltm. ö Altm., JE2-GrMa; Ärfk Sg., -n Pl. vereinz. nwaltm.; Äwgnen Pl. SA-Fa; E(r)ften Pl. vereinz. nwaltm., verbr. nbrdb. n mbrdb., vereinz. elbostf.; E(r)wten Pl. vereinz. nbrdb. n mbrdb., HA-Ack; Erfk Sg., -en Pl. vereinz. nwaltm., OST-GrGa Har; Erbesse WA-We; Erwesten Pl. ZE-Brä Sta; Erpis veralt. JE2-Pa; [rft] Pl. JE2-Scho; Ääften Pl. SA-Kun Stö; Äerften Pl. OST-Ze; Eärften Pl. SA-Stei; Eaften Pl. STE-Kre.
balde I. Adv. verbr. 1a. ‘demnächst, in Kürze’ – balle m (mal) ZE-Roß; ick läuw wai krieg baid Frost SA-Lag; kumm balle mal we’er! Wb-Holzl 58; na warts tenn ple? Ausruf zur Eile, Wb-Be; ... “Fennand, wenn der Wind nich balle angeiht, dänn hewwe ick för di bei Da’e ok noch Arbeit, ...” Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); balle bin ik d, balle bin ik d! Nachahmung des Läutewerks der Bahnschranke, HA-Oh; Rda.: der nippelt ok balle af ‘er stirbt bald’ JE2-Hü; mit em ist bald all dass., OST-Katt; Wetterregel: Scheint die Sonne uff’s nasse Blatt, jibt es baale widder watt! Vk-Anhaltc 76 (ZE-Cos); Bastlösereim:Piepen, Papen, Pasterjahn,
will de Bast nich ball afgahn?
WO-Ba.
– 1b. ‘schnell,  rasch’ – de Äterie (Essen) vordarbet in’n Sommer balle HA-Hi; Mit’n Preister war hei sick balle einig, ... Rauch 1929,5; Rda.: dat is ble gesecht Wb-Nharz 20; Sprw.: wer erst aneknütt is (eine Anfangsstellung als Beamter hat), kummet balle forwärts HA-Oh; korte Haare sünd balle bösst (gebürstet) HA-No; Vöäl Hänn’ moak’n bald ’n Enn’ un leere Schötteln. Spr-Altm 50. – 2. ‘fast, beinahe, nahezu’ – In ken harrn ble alle Leite an Schwein. Wb-Ak 30; Willem Schult hat ball’ de Slag draop’n ... Hagen 1957,328; ick harre balle wat eseggt Sprw-Börde; ich hadde Ihnen boale nich mehr jekennt CA-Sta; et sünt balle tein Pund HA-Oh; dat harre ek bale vergeten Wb-We 12; ..., ’s kimmet mich abber bahle so vor. Richter o.J. 8; In Hordorf spräkt se balle m’so w hr, ... Mda-Harz 15 (OSCH-Crot); ble wor ich hinjefal’l DE-Ca; balle lch ek BLA-Brau; balle, balle! Zuruf an jmdn., der stolpert und fast gefallen wäre, Spr-Mab 385 (WO-Ol, JE1-Gü). – II. Konj., in der Doppelform balde ... balde zur Bezeichnung einer raschen Aufeinanderfolge, eines raschen Wechsels der Situationen ‘einmal/ein andermal, teils/teils’ 2: Albrecht 21822 2,VII, 3: Id-Eilsa 50, WE-Oster, 4: Richter o.J. 91 – Mihr viere also jungen beinah jeden Tack son bißjen spazieren, bahle dahin, bahle dorthin; ... a.a.O. 91; Reim:balle wille dit nich,
balle wille dat nich,
balle wille Klump un Schwetschen nich
WE-Oster.
Lautf.: balde WA-Un; balle, [bal] OST-Na, verstr. s Altm., vereinz. mittleres JE2, verstr. mbrdb., verbr. n/mittleres elbostf., verstr. s elbostf.; balla ZE-Mü; bald, -t verbr. nwaltm. nbrdb., vereinz. s JE2, JE1-Scha, WO-Mei, HA-Bee, WA-Bey; baid SA-Lag; ball, [bal] vereinz. nwaltm., verstr. Altm. (außer SA s STE n WO); bolle QUE-Frie; baale, ba(h)le Vk-Anhaltc 76 (vereinz. ZE), vereinz. mittleres elbostf., verstr. s elbostf. anhalt.; ple KÖ-GrPa; ba(a)d, -t, [bd] vereinz. nwaltm., SA-GrGe; bao(h)le, boa(h)le, [bl] verstr. s elbostf. anhalt.; [ple] Wb-Be; bohle, [bl] BLA-Be, vereinz. nthür.; ple Mda-Sti 38; Nbff.: baldsen GA-Qua; baleken, bleken Dim. Wb-We 12, Wb-Nharz 20.
Botterstulle f. 1. dass. wie  Botterstücke 1., 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 215, Albrecht 21822 1,3, 3: vereinz. ö elbostf. (außer nö) – giff mik an Boddaschtull! SA-Dä. – 2. in der Verbdg.: Botterstullen smten ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’ 1: SA-Bre, 2: SA-Kri Sie, verstr. mittlere/s Altm. JE2, vereinz. JE1, 3: HA-Hi, WA-Sü.  Vorgang: Bachstelze Bemme Blauwippstrt Botter Botterblme Botterbrt Botterklatsche bottern Botterstücke Brtworst Bratwurstbemme Brtstulle Butterbemme butterbemmen Butterscheiben danzen Drker Drüttker fispern fitschen Fladder(e) fladdern Fledderms fleddern fletschern flibbern Fliddern fliddern flittkern flitzen fluddern flutschen föpsen Fossschuppen Frosch Froschhucken Froschhuppen gletschern glitschen glitschern Hkt Jumfer jumfern Jumferntöppken Ksenapp Katte Kattensprung Kattenswanz Kwitt Klappstulle klsen klitschen klitschern Klucke-und-Kken-smten klten kltjern Kken Kutsche Leitjumfer Musbemme 1Muschel Prd Pt pitscheln Pitschelstne pitschen Plte Scharwe Scharwelstn schellern Schelwer scherbeln schwern Schwerstne Schwe schweln schrillen schützeln sgeln Sgelstn Sjumfer sweln Slackworststullen slickern Smaltstulle smten Spgel Spinnejumfer Stulle Teller tellern titscheln Titschelstne titschen titschern trullern Twittker tsche Vder Wterjumfer Wterratte wippen wuppen zilkern zingeln zitschern zitzeln; Stein: Fladderstne Hoppstn Huppstn Jumfernstn Plätscher Sgelstn Wtergletscher.
Lautf., Gram.: Botterstulle HA-Hi, vereinz. ö elbostf. (außer nö); -stull Wb-Altm 215, Albrecht 21822 1,3; -stullen Pl. vereinz. SA s Altm. JE2, JE1-Dan Stei; Bodder- Pl. GA-Wiep; [bodtul] SA-Dä; Butterstullen Pl. GA-Ga, vereinz. STE, JE2-Fe Gü, JE1-Ih Zep.
Brderplanke f. dass. wie  Brdertn, 1: SA-Han, 2: vereinz. n STE, 3: HA-Hi Neu.
Lautf.: Brederplanke HA-Hi; Bretterplank STE-Ri; Brä- SA-Han, STE-KlMö; Bräj- STE-GrMö; Nbf.: Brettplanke HA-Neu.
ter f. dass. wie  t(e)wre, 2: STE-Kö, JE1-Zie, 3: HA-Hi.
Lautf.: Äterie HA-Hi; Äterei STE-Kö; Essereie JE1-Zie.
Fer n. 1. verbr. – a. ‘Feuer’, ohne weitere Spezifizierung – Rda. (bei einem Teil der Rda. und Sprw. wäre auch eine Zuordnung zu 1b. oder 1c. möglich): Fir fengen ‘sich in jmdn. verlieben’ Sprw-Börde; Füer un Flamme ‘begeistert (sein)’ Wb-We 160; Er hat dat lopende Füer. ‘Er ist trunksüchtig.’ Bewohner-Altm 2,128; Eel int Fier geiten ‘die Situation verschlimmern’ BA-GrAls; Dät Für brännt äm up de Näwel (Fingernägeln). ‘Die Situation ist ernst, deshalb ist keine Zeit mehr zu verlieren.’ Bewohner-Altm 1,334; Datt iss ass wenn’n Fr haolt. von jmdm., der es eilig hat, wieder fortzukommen, Wb-Altm 205; hast wol fer in hindersten? ‘du hast wohl keine Ruhe?’ Mda-Weg 125; alles t’n fre rten ‘in Hast arbeiten’ Wb-Nharz 209; Datt iss jo’n Fr, datt’n Ossen braod’n kunn von einem großen Feuer, Wb-Altm 150; Dät is jo’n Für, as wenn de Köster backt un de Bur gewt Holt daoto. von einem kleinen Feuer, Bewohner-Altm 1,346; For de Arwt hat d Feier jefressen. ‘Sie arbeitet ungern.’ Wb-Ak 55; lt se fon mek se-in (sagen) wat se wiln, pot der leppel, wenn se mek man fon fre lten ‘soll nur über mich geredet werden, solange ich mich schuldlos weiß’ Wb-Nharz 209; Sprw.: wär’t Füer nödig hat, de söcht et in de Asche HA-No; Een klein Für känn ’n grod Holt (Wald) anstäken. Bewohner-Altm 1,334. – b. ‘vom Menschen kontrolliertes Feuer im Ofen, Herd oder im Freien’ – Fer in’n ben HA-Oh; Mache m Feier Wb-Ak 55; dat Fa will nich bren’n SA-Dä; Weil ’t lang’n nog all upp ‘t Füer stunn. Matthies 1903,42; Drumme rum um datt Füer staht dee Kinder ... Hbl-Ohre 1928 Nr. 18/Wöhlbier (HA-Eim); Sprw.: Wenn dät Für up’n Herd geiht ut, flüwt de Liew’ ut’n Schosteen rut. Bewohner-Altm 1,334. – c. ‘vernichtendes Feuer, Schadenfeuer, Brand’ – et is Fer t’e’brken HA-Oh; Wo is denn Feier? ZE-Roß; “Water is slimmer wie Füer, dat Füer kann ’en ut’n Wäe gahn, dat Water awer nich!” Wedde 1938,74; Leider warsch Feier ’n bißchn zu schpäte ausjebrochn ... Krause 1964,58; Äwer dät Füer harre sinen Kopp för sich un brännde nedder, wat et man krien künne. Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie). – Volksgl.: Damit sich ein ausgebrochenes F. nicht weiter verbreiten kann, wird es besprochen. Dies geschieht durch ein dreimaliges (Bewohner-Altm 2,304, Vk-Anhalta 322) oder siebenmaliges (Brauch-Anhalt 75, HA-Hi) Umgehen oder Umreiten des F. unter Aufsagen der Besprechungsformeln. Danach muss sich der Besprechende schnell (mit einem Pferd) entfernen und über Wasser gelangen, sonst würde er verbrennen. Bewohner-Altm 2,304, Zauber-Ma 96 (WO-Ol), Brauch-Anhalt 75 (HA-Hi), Vk-Anhalta 322. – 2. auch in der Verbdg.: dat hillige Fer ‘Wundrose’ 3: Wb-We 160, BLA-Brau.
Lautf.: Füer, [fr] vereinz. nwaltm., verstr. Altm., verbr. JE2, JE1-Bie Pa, verbr. n/w elbostf.; Fü(ü)r (nwaltm., n/mittlere Altm.: [f], SA-Dä Rist, s Altm.: [f]) verbr. nwaltm. Altm., JE2-Go Ste, vereinz. n/mittleres JE1, verstr. w elbostf. (außer sw Rand); Fieer, [fr] Dialektgeogr-Elbe/Saale Kt. 11 (verbr. s JE1 n ZE), Mda-Ze (ZE-Reu Stre), Mda-Weg 125, verstr. s elbostf.; Fiir, [fr] ZE-Gri, vereinz. ö elbostf., Wb-Nharz 209, Mda-Sti 34; Fier (anhand der Laienschreibung nicht erkennbar, ob [--] oder [--] vorliegt, aber wohl Dominanz der diphthongischen Form) WO-Sa, verstr. ö elbostf., WE-La; [fr] BE-He; [fir] Mda-Ze (ZE-Gro); Feuer ZE-Ze; Feier, [fair], [fair] Dialektgeogr-Elbe/Saale Kt. 11 (verbr. s ZE), ZE-Roß, Spr-Asch 39, BA-Ba, verbr. anhalt.
Hgewpe f. 1. ‘Frucht der Heckenrose’,  Hgebutte, 2: Wb-Altm 78, 3: WO-Schn, Mda-sJe1 35 (vereinz. w JE1), Brauch-Anhalt 259 (HA-Hi), Id-Quea 158, QUE-Di Scha, verstr. n BA sö elbostf., 4: BA-Ha Schie, Vk-Anhalta 77, verbr. s CA BE, Mda-Fuhne 35 (DE-Ca), DE-Vo. – 2. ‘Frucht des Weißdorns’,  Mlbre, 3: QUE-Scha, BA-Re.
Lautf., Gram.: [havpm] Pl. Mda-sJe1 35 (vereinz. w JE1), sonst nur Dim.: Hagewüppken Brauch-Anhalt 259 (HA-Hi); Hawiepken CA-Bo; -wippken BA-Re; Haowibk’n Wb-Altm 78; haweipke Id-Quea 158; Heuweubkn QUE-Di; Hawiepchen WO-Schn, BA-Op; -wippchen QUE-Scha, vereinz. CA; Hahnewiepe CA-El Schö; sonst nur Dim.: -wepken BA-Rie; -wipken BA-Re; Hnewpken Wb-Ak 65 (veralt.); HnewiebchenDE-Vo; Haohnewiepchen CA-Ma; [hnewpn] Wb-Be; [-wbn] BE-KlMü Scha, Mda-Fuhne 35 (DE-Ca); HahnewippchenVk-Harz 3,51 (QUE-Su), BA-Ge Ha Schie, BE-Gü, Vk-Anhalta 77, vereinz. s CA; Hne- BA-Ra, Wb-Ak 65; [hnwibn] verbr. BE; Haarwiepken CA-Bie; Harwiepchen CA-Fö. – Etym.: Ein Teil der Formen lässt volksetym. Umdeutung des ersten Kompositionsgliedes zu ‘Hahn’ oder ‘Haar’ erkennen, vgl. auch Hgebutte.
Jde m. 1. ‘Angehöriger des über die Welt verstreuten jüdischen Volkes bzw. der jüdischen Religionsgemeinschaft’ vereinz. – eine negative Einstellung von Teilen der Bevölkerung gegenüber den Juden manifestierte sich auch sprachlich in abw. Rda., Sprw. u.ä. – b’n Jden kepen HA-Oh; Rda.: dat is’n jde ‘er betrügt, übervorteilt gern’ Wb-Nharz 91; Sprw.: de Jude bliwt en Jude, un wenn he sek k döpen lätt Wb-We 60. – Volksgl.: J. können zaubern. Sie dürfen die Ferkel nicht sehen, da diese sonst nicht gedeihen. Brauch-Anhalt 133 (HA-Hi). – 2. ‘Halswirbel des Schweins’ 2: Brauch-Anhalt 183 (ZE-Bor), 3: Wb-Holzl 114, Mda-Weg 99, Wb-Nharz 91. – 3. ‘letzter Wirbel der menschlichen Wirbelsäule’ 3: Wb-Nharz 91.
Zus.: zu 1.: Korn-.
1Kter m. 1. ‘männl. Katze’ allg. – d Koata hett uns wärra d Worscht uppefrd’n JE2-Scho; se Kter fenget fel Mse HA-Oh; Rda.: se well nahn Kater ‘die Katze ist brünstig’ HA-Wa; de wart’n kter nich klemmen ‘er wird keinen Erfolg haben, nichts erreichen’ Wb-Nharz 93; d is dor schwardse Gdor drinne ‘das Feuer im Ofen ist ausgegangen’ BE-Dro; Rätsel: Süht ut wie ne Katte, hat’n Kopp wie ne Katte, hat’n Schwanz wie ne Katte un is doch keine Katte – Kater. Chr-Em 438; Abzählreim:Et war ‘en Kater,
der makt Theater,
Da kümmt de Vater mit de Bicke,
und haut den Kater ins Genicke.
HA-Alv;
Spiel: “Kuter Miau” – “Wat wißte denne?” – “Butterpamme met Käse!” – “Hasch dich eene, denn haste eene!” wird auf dem Leiterwagen gespielt, vgl. Katte 2b., ZE-Roß. – Volksgl.: Ein dreifarbiger K. bringt Glück ins Haus. CA-Ak. In der Garbe, die bei der Getreideernte zuletzt geschnitten wird, sitzt der K. Ackerbau-Anhalt 269 (ZE-Kö). Beim Mähen dieser Garbe wird daher gerufen: “Der Kuter kommt rut!”Vk-Anhaltb 47 (ZE-Kö). Wer sie bindet, muss den Kuter hucken. a.a.O. 47 (verbr. ZE). – 2. ‘Garbe, die bei der Getreideernte zuletzt geschnitten wird’, (vgl. 1.), 2: Ackerbau-Anhalt 358 (ZE-Kö Mühl). – 3. ‘dunkle Wetterwolke’, vorw. in der Verbdg.: swarter Kter 1: SA-Bom, 2: verstr. Altm., JE1-Zie, 3: WO-GrAm, JE1-Ra, HA-Hi.
Lautf.: Kat(e)r, kt(e)r; außerdem: Kade(r) SA-Gla Ost, OST-Deu Gen; [gdr] Mda-Fuhne* § 321 (verstr. KÖ, DE-Lin); Koater, Kaoter, [ktr] verstr. nwaltm. nbrdb. n JE1 elbostf., vereinz. omd.; [ktr] ZE-Kö, DE-Els; [kt(r)], [kt] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Koata, [kt] Mda-Ost 47 (OST-Gla), STE-Hü, verstr. s Altm., JE2-Scho; Koade(r), Kaode(r), [kdr], [kd] verbr. nwaltm. Altm.; [gdr] verbr. BE, Mda-Fuhne* § 321 (verbr. KÖ w DE); Koter SA-Dan Han, verstr. nbrdb., JE1-Buck Gü Scha, ZE-Stre, QUE-Di West, KÖ-Grö, Kote JE2-Kli; Kode(r) SA-Schm, verstr. nbrdb.; Koada SA-Rie, OST-Pol; [kdo] SA-Rist; [kdr] SA-Die; Kouter OST-We; Kauder SA-Ro; [kaot] SA-Dä; [kaod] verstr. n/w nwaltm.; [kaor] SA-Da Hen; Nbff.: Kut(e)r, [kt()r] verbr. s JE1, allg. ZE, vereinz. sö elbostf. w anhalt., verstr. ö anhalt., [ktr] ZE-Kö; Kuoter JE1-Pa; [gdr] BE-He, Mda-Fuhne 146 (vereinz. BE KÖ w DE, verbr. ö DE). – Etym.: die u-Formen sind wohl auf ndl. Siedler zurückzuführen:  für  auch in südbrabantischen Mundarten, vgl. Spr-Elbe/Saale 166; im Anhalt. vorw. auf die ältere Generation beschränkt. Zuss.: zu 1.: Mumme-, Mummel-, Mse-, Nacht-, Nickel-; sonstiges: Kratz-, Mädchens-.
Ktel m. 1. ‘großer bauchiger, metallener Topf’, auch ‘metallene Kanne zum Wasserkochen’ verbr. – Dee Frunslüe makt Füer under dee groten Kettels. Hbl-Ohre 1928 Nr. 27/Wöhlbier (HA-Eim); n’ Kettel tschern HA-Oh; unse Kettl is dachebrännt JE2-Scho; dann Kraogng win wai man in’n Kaidel mit kaokng ‘den Kragen werden wir im Kessel kochen’ SA-Dä. – K. bezeichnete auch den großen Kupferkessel, der im Waschhaus in dem gemauerten  Kesselloch 1. hing und zur großen Wäsche ebenso wie beim Schlachten und zum Muskochen verwendet wurde. Wb-Ak 86f. – 2. ‘Wasserbehälter im Herd’,  Wterblse, 3: WO-GrRo, HA-Hi, QUE-Nei We. – 3. ‘Dampflokomotive’ 3: QUE-Di. – 4. ‘Dampfkessel auf Dampfschiffen’ 2: Elbschifferspr. 224 (WO-Ro, JE2-Pa). – 5. ‘Gesäß’,  rs, 4: Wb-Be.
Lautf.: Ktl Wb-Altm 96, OST-Krum; Käd(e)l, [kdl] verstr. SA mittleres OST; [kel]Volksspr-Altm 90 (SA-Se); [kl] SA-Rist; [kaidl] SA-Dä; [käidl] verstr. n nwaltm.; Kett(e)l, [ketl] OST-Kru, STE-Ro Schi, verstr. s Altm., JE2-Fe, Mda-nwJe1a 51 (verbr. nw JE1), verstr. ZE, verbr. elbostf.; [ket] JE2-Scho, Id-Eilsa 71, [kätl]CALV-Zo; Kedd(e)l, [kedl] verstr. mittlere/sö Altm.; [kdl] SA-Hö Kal Wü; Kess(e)l, [kes()l] Elbschifferspr. 224 (WO-Ro, JE2-Pa), verstr. s ZE, QUE-We, Wb-Be, Wäschke 41910,113; Kässel CA-Me; Keattel Matthies 1903,46; Köttel Wb-We* 218. – Gram.: Pl. -s verbr. nd. Zuss.: zu 1.: Kaff-, Ms-, Mer-; sonstiges: Henkerktels.