Dtslger m. 1. ‘Totschläger, Mörder’ 3: HA-No, 4: Heese 21919,70 – Sprw.: de Doodsleeger kümmt vorr’n Ehebrecher in’n Himmel HA-No. – 2. ‘Pferd, das einen Menschen totgetreten hat’ 3: Wb-Holzl 76 (WA-KlWa).
Lautf.: Doodslä’er Wb-Holzl 76; -sleeger HA-No; Totschläjer Heese 21919,70.
1drpen Vb. 1. verstr. – a. ‘mit einem Schlag, Stoß, Wurf ein Ziel erreichen’ – ... mit sön ’n Flint kunn he nich dräp’n. Matthies 1903,49; du kannst woll smiet’n, awer nich dräp’n HA-Bee; Rda.: Denn’ hebb ick recht draop’n. ‘Ihn konnte ich überzeugen.’ Wb-Altm 38; en ngel op’n kop drpen ‘mit einer Äußerung das Wesentliche erfassen’ Wb-Nharz 131. – b. ‘von einem Schlag, Stoß, Wurf erreicht (und verletzt, beschädigt) werden’ – dn had dor Schlg (Schlaganfall) jedroffen DE-Ca; Sprw.: wat einen dreepen sall, dat löppt einen ook nich twischen de Beine dörch ‘man kann seinem Schicksal nicht entrinnen’ HA-No. – 2. verstr. – a. ‘begegnen’, auch ‘antreffen’ – ik hewwe’n nich e’drpen HA-Oh; ... traf ich hie unn da en ahlen Bekannten von frieher ... Richter o.J. 22. – b. (refl.) ‘aufgrund einer Verabredung zusammentreffen’ – Wie wollten uns beie ... oppen Bahnhoff dräpen. Rauch 1929,148; wai draib’m us moagng Aomd in Krauch SA-Dä. – 3. ‘Grundberührung haben’, vom Kahn bei sinkendem Wasserstand oder zu schwerer Ladung, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 306 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 306 (CA-Ak), Wb-Ak 173 – Der Kn trifft. a.a.O. 173. – 4. in Verbdg. mit et ‘in bestimmter Weise vorfinden’ 3: vereinz. elbostf. – Se harren’t da recht slecht edroopen ... Gorges 1938,78. – 5. refl. ‘(zeitlich) gut passen, sich gut fügen’ 3: vereinz. elbostf. – Dat droop seek ganz gut. Vk-Harz 3,22 (BLA-Be).
Lautf., Gram.: drepen, drpen vereinz. HA; dreffen, [drefn] Spr-Asch 8, Elbschifferspr. 306 (CA-Ak); treffen, [trefn] Wb-Ak 173, Wb-Be; dräp(e)n, [drp] verstr. Altm., Elbschifferspr. 306 (JE2-Mi Pa), verstr. elbostf.; dräpm, [drpm] Siedler-Je § 140b (JE2 JE1), Id-Eilsa 58, Wb-We* 207; dräfn Mda-Ro; [draib] SA-Dä; 2./3. Sg. Präs.: drippst/drippt Wb-Altm 38, verstr. elbostf.; drippest/drippet HA-Oh, Wedde 1938,88; trifft (3. Sg.) Wb-Ak 173; [drüpst]/[drüpt] Id-Eilsa 58; [drept] (3. Sg.) Dialekt-Ma 6 (verstr. mittleres/s JE1, ZE-Göd); treffst, [trefst]/[treft] Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie), Mda-Ze (verstr. ZE); 1./3. Sg. Prät.: droop, drp Dialekt-Ma 11 (verstr. mittleres/s JE1, ZE-Göd) verstr. w elbostf.; drep Id-Eilsa 58; drp Wb-Altm 38; dreip HA-Oh; [drp] Dialekt-Ma 11 (JE1-Ste); drapp Wb-Altm 38; draf Spr-Asch 27; traf Richter o.J. 22; trfen 3. Pl. Prät. Mda-Sti 16; Part. Prät.: edro(o)pen, edrpen verstr. elbostf.; [drep] Id-Eilsa 58; draop’n vereinz. Altm.; jetroffen, [jtrofn] Mda-Ze (ZE-Roß), Heimatkalender-Ze 1961,90 (ZE-Ze), Wb-Be; [-drofn] DE-Ca; [-trufn] Mda-Ze (verstr. ZE).
drüdde Zahladj. ‘dritte’, Ordnungzahl, verstr. – ’s dritte M Wb-Ak 1; Et is de dridde Wiehnachtsdag, ... Wedde 1938,5; ... ick äte jetzt ok noch ’n dritten Knust ... Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); Sprw.: unrecht Gut kümmt nich an’n drüdden Arben HA-No.
Lautf.: unabhängig von gramm. Kategorien: drüdd- vereinz. Altm., Rauch 1929,9, vereinz. HA; drütt- Matthies 1903,31, OST-Gen; dridd- Elbschifferspr. 336 (STE-Tan), Mda-nwJe1a 48 (JE2-HSe, verstr. n JE1), verstr. w elbostf.; dritt- Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie), Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze), vereinz. elbostf., verstr. anhalt.
Dm(e)ling m. ‘Schutzüberzug für den Daumen’, auch ‘den Daumen bedeckender Teil des Handschuhs’ 2: Mda-Ze (vereinz. ZE), 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 40, Wb-Ak 45, Wb-Be – se trug anen Dameling Spr-Asch 33; Sprw.: mannig einder denkt, sin Junge sall’n Hanschen weern, un et ward nich mal en Dümling HA-No.  Viktor.
Lautf.: Dü(ü)mling vereinz. w elbostf. (außer sw); [dmlik] Mda-Ze (vereinz. ZE); Deimlink Wb-Ak 45; Dümeling, -k HA-Bee Oh, OSCH-Di; Dimeling, dmelink Sprw-Börde, Wb-Nharz 41, QUE-Di; tme- Mda-Sti 40; [taimlik] Wb-Be; Dameling Spr-Asch 33.
Dünkent n. ‘Augenmaß, Gutdünken’ – Sprw.: Dünkentau drücht ofte! 3: Wb-Holzl 81 (HA-No).
dunn(e) Adv., vgl. dann (bei 4.), denn (bei 3. und 4.), dn(e) ( bei 2. und 3.), 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. nbrdb. n/mittleres mbrdb., Mda-sJe1 7 (ZE-Dor), ZE-Kö, 3: verstr. n/mittleres/sö elbostf. 1. ‘zu diesem Zeitpunkt, in diesem Augenblick’ – Rda.: dat willt nu mal Engels weeren, sää de Paster, dunn leigen sebben besoopene Buren undern Disch HA-No; Wat de Welt doch grod is, sä de Bur, dunn keek’r äöwer’n Kohltun. Bewohner-Altm 1,324. – 2. ‘damals, zu einem bestimmten früheren Zeitpunkt’, auch ‘einst, früher’ – ... dunne sau wie hüte ... HA-Bee; ik bin donne nich middegn HA-Oh; dunne jung där Schultenstock rüm JE2-Zo; sai hat aewa dunn all no Schau (Schule) gon SA-Dä. – 3. ‘danach, nachher, daraufhin’, häufig auf und folgend – un dunn kam de Föster HA-Bee; Dunn slaug Heindrich siene Ogen op. Rauch 1929,20; Mudder beruhigt sick dunn ook ... Hausfr-Altm 1929,24 (STE-KlMö). – 4. ‘zu dem betreffenden (späteren) Zeitpunkt’ – Um sechse – dunn bin ik da! CA-Fö.
Lautf.: dunn, [dun] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Scho, Mda-sJe1 7 (verstr. sö JE1), ZE-Kö, verstr. n/mittleres/sö elbostf.; dunne, [dun] Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie), JE2-Zo, Mda-Ma 63/Mda-sJe1 7 (verstr. JE1, ZE-Dor), vereinz. n elbostf.; donne HA-Oh.
1Dwel m. 1a. ‘Teufel’ verbr. – ... kieke sick in de Stube umme, op woll de Deubel nich hinder’n Oben vorrkeime. Lindaua o.J. 64; Rda.: op Deuwel kumm rut ‘mit aller Macht’ CA-Fö; des deuwels sn ‘eifrig, versessen (auf etw.) sein’ Wb-Nharz 40; is hinder her, wie der Deuwel hinder de Seele dass., Sprw-Börde; bis de ganz des Deubels? ‘bist du verrückt geworden? Wb-We 28; Ritt sei denn der düwel?! dass. (3. Pl.), Id-Quea 150; den lacht de Deuwel utn Hals ‘er lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla; Ick bin so falsch (ärgerlich), ick mücht mäi met’n Deuwel slaon. Bewohner-Altm 1,326; Von d kann der Teiwel kn Pechlicht besn. ‘Sie ist sehr geizig.’ Wb-Ak 169; de hat’n Düwel barwet lopen sein von einer zänkischen Frau, Id-Eilsa 59; De Olsch hät de Deuwel van de Kar verlar’n. dass., Bewohner-Altm 1,327; dann plaocht dai Daiw ‘er hat ein schlechtes Gewissen’ SA-Dä; in deuwels kiche kommen ‘in eine schwierige Lage geraten’ Wb-Nharz 40; Noch ihr de Deuwel Schoh’ ankrieg’t ‘in aller Frühe’ Bewohner-Altm 1,327; Ick will dick wol krin, eh dick de Düwel krigt. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (HA-Höt); da hätt de Düwel sien Spöäl mang wenn etw. nicht gelingen will, STE-Wa; de Düwel sitt’r inne dass., WE-Zi; wi de Doiwel sien Speel hat ‘wie es der Zufall will’ Wb-Holzl 77; Wie ’s dor Teiwel will ... dass., Krause 1964,133; dat solle doch mit’n Deuwel taugahn ‘das müsste doch zu machen sein’ Sprw-Börde; d sast dänn Dwel nich anne Wand mln ‘du sollst kein Unheil heraufbeschwören’ JE2-Scho; Dät weet der Deubel ... Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); ... denn is hüte Abend de Deuwel los. ‘... gibt es heute viel Trubel, Unruhe, Aufregung.’ Wedde 1938,22; Dat geit nao dusent Düw’l dass., Wb-Altm 44; sps mot sn! se der deubel, d hate sne gresmutter mit der mesgrepe kisselt. Mda-Weg 90; All’ Bitschen helpen wat, sä de Deuwel, dunn at’r de Bottermelk met de Meßfork. Bewohner-Altm 1,327; Väl Köpp, väl Sinn’, sagt de Düwel, da harr he een Karr’ vull Poggen (Frö- sche) schob’n. Spr-Altm 88; in Ausrufen und Flüchen: fui daibel OSCH-Di; in dreideuwelsnamen: ja ärgerliche Zustimmung, Sprw-Börde; dn Dwel ek HA-Oh; Dat di de Düw’l Wb-Altm 44; de sall de Deiwel holn STE-Schö; Doa sloa doch glieks de Düwel rin! Matthies 1903,35; Sprw.: de eine is’n andern sn Dwel ‘niemand gönnt einem anderen etw.’ HA-Oh; Tr’n Düw’l un Apptk’r, se hämm väöl Büss’n. Wb-Altm 275; Stiffmutter is’n Deuwel sin Underfutter HA-No; Steen ut’r Hand is’n Düwel in d’ Hand. ‘Mit einem Steinwurf kann man Schaden anrichten.’ Spr-Altm 88; wenn man von Düwel sprickt, is’e nich wit. SA-Bre; Wenn’n von’n Dübel seggt, kimmt e all um e Ecke. Chr-Em 431; wer et abends piepet, den danzt de Düwel op en Dake. Id-Eilsa 59; Hät de Deuwel irst een’n Finger, kriegt’r ook de Hand. Bewohner-Altm 1,327; Wer vor d’ Höll whnt, mütten Dübel to’n Fründ hemm. Firmenich 1854,122 (OST-See); Wer in’n Himmel will, mot’n Düwel taum Vadder hebben. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (HA-Höt); wer Geld hat, de kann Döwel danzen sehn. SA-Im; wu Geld is, da is de Düwel, un wu kein is, da is e tweimal HA-No; De Dübel schitt immer op’n gröttsten Hucken. Chr-Em 431; Hat de Doiwel de Kau ehaalt, kann hai dat Kalf ok noch halen. Wb-Holzl 33; In de Nod frätt de Deuwel Flegen. Bewohner-Altm 1,352; de Düwel is sau swart nich, as man ne afmlt ‘etw. wird nicht so schlimm, wie es zunächst zu befürchten ist’ Wb-We 34. – 1b. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 2: JE2-Scho, 4: verstr. anhalt. (jüngere Generation). – 2a. ‘böser, durchtriebener, hinterlistiger Mensch’,  s, auch ‘zänkischer Mensch’, Schimpfwort,  Stänker, 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 169, Wb-Be – Das is an Teiwel! Wb-Ak 169. – 2b. in der Verbdg.: armer Teufel ‘armer, besitzloser Mensch’ – ... un an Selwerkoofen war bei dän armen Teiwel oh nich zu denken. 4: Heese 21919,25.
Lautf.: Düw(e)l, [dvl] SA-Bre Dan, verstr. nbrdb. n/w elbostf., Id-Quea 150; [dv] SA-Ev; Dübel Firmenich 1854,122 (OST-See), vereinz. w elbostf.; Diewel, dwel vereinz. sw elbostf.; Döwel Schwerin 1859,46, SA-Im; [duiv, -o] verstr. nwaltm.; Deuw(e)l, Doiw(e)l, [doivl] SA-Ah, vereinz. Altm., verstr. elbostf.; Deubel Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie), vereinz. elbostf.; [divl] SA-Pü; Deiw(e)l, [daivl] Wb-Altm 34, vereinz. SA, STE-Schö, vereinz. WO, JE2-Scho, verstr. mbrdb., vereinz. s elbostf., verstr. omd.; [daiv, -o] verstr. nwaltm.; Teiwel, [taiwl] vereinz. anhalt.; Deibel STE-Arne, Vk-Anhaltc 88 (ZE-We), HA-Oh, vereinz. anhalt.; [däiwl] JE2-Scho.
Ell(en)bgen m. 1. wie Standardspr., auch als FlN, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Scho, Mda-nwJe1a 44 (JE2-HSe, verstr. n JE1), 3: verstr. elbostf. (außer sö), 4: vereinz. anhalt. – Vetter Leberecht schtoß awwer da jlei seine Mutter mitn Ellboen an ... Wäschke 61915,48; Rda.: met de hant äwwern ellbogen scherzh., ablehnende Antwort auf die Frage will wi faren? Id-Quea 150; kann nich mit’n Ellbogen in de Ficke (Tasche) kommen ‘er/sie kann sich nicht vom Geld trennen’ Sprw-Börde; wenn sick einder an’n Ellenbogen stött, dat is gerade als wenn en Keerl de Fru starwet HA-No. – 2. ‘Ärmelteil im Bereich des Ellenbogens’ – n’ dorchsteten Ellbgen 3: HA-Oh.
Lautf., Gram.: Ellbgen, el-, [elbgn] CALV-Je, Mda-nwJe1a 44 (verstr. n JE1), vereinz. elbostf.; [-bg] GA-Bo Le; [-bn] WO-Col, vereinz. n elbostf.; [-b] vereinz. ö SA, GA-Fau, STE-Ber; Ellben, [elbn] WO-Zie, Wb-Ak 51; -boen Dat./ Akk. Sg. Wäschke 61915,48; -bohn QUE-Di; [elpn] Wb-Be; [-bgn] CALV-Uth Zo; [-bg] vereinz. ö SA; [-b] vereinz. ö Altm.; [-bo] WO-Zi; [-bao] SA-Ch; [-bon], [-bun] verstr. STE, JE2-Scho; [-bg] OST-Dü; [-bn] vereinz. nö Altm.; [-bn] vereinz. w OST, Mda-nwJe1a 44 (JE1-Re Wö); [-b] a.a.O. 44 (JE2-HSe, vereinz. n JE1); [eabg] SA-Die Wü; [-bao] SA-El Gie; [ebg] SA-Jü; [-b] SA-Pe; [-baog] SA-Dä; [eobao] SA-Hö; [eä-] SA-Hi; [b] SA-Ev GrGe; [o-] SA-Ah; [ä-] SA-Pü; [öobg] SA-Ku; [-b] SA-Zie; Ellenbogen, Ell’n- vereinz. n elbostf.; Ellnbo’en Wb-Holzl 82; Ellnbo’e, [elnb] a.a.O. 82, Id-Eilsa 60.
Elwenbrdegamsfke f. ‘Frau, die Männern nachläuft und Geschlechtsverkehr mit ihnen sucht’, Schimpfwort,  Slampe, 3: ADVk Nr. 211 (HA-No).
Lautf.: Elbenbreddejamsfieke.
n 1. Zahladj. verbr., stets betont. – a. in der Zahlenfolge ‘eins’, vgl. 1nsDe Tormuhr harre all eine slahn, ... Rauch 1929,71; ainen Meter in’ne Dickde Wb-Holzl 75; Rda.: Dat geit n, tw, dr ‘... schnell, rasch’ Wb-Altm 46; Abzählreim: ene, dene, deck un du bist weg HA-Va; Eene, deene, Duhmmstrick! Siebn Kattn schlaon sick ... Lieder-Ma Nr. 562 (WO-Be). – b. das Einzelne, auch Besondere betonend – adj.: D han blß n Mchen. Wb-Ak 52; t n Schtje han sechtsn Jr’m JE2-Scho; Rda.: von hunnert Morjen en Klt von sehr weitläufiger Verwandtschaft gesagt, WO-Gu; dor sedsd alles uff ne Grde DE-Ca; der Mann, der die Vaterschaft bestreitet, weil er nur einmal mit der Mutter des Kindes verkehrt hat, sagt: Upp n Hau fällt kn Bm. Wb-Altm* 73; Sprw.: Wenn väöl Hön’r in n Nest legg’n, helpt ’t sick bald. ‘Wenn man aus mehreren Erwerbsmöglichkeiten Einkünfte bezieht, wird man reich.’ Wb-Altm 263; subst.: dat grn is alles in eins ‘... ist verheddert’ Wb-Nharz 49; d sidst je d s in ne ‘allein, in Gedanken versunken’ CA-Ak; Rda.: sin ein un alles ‘seine ganze Freude’ Sprw-Börde; wedder eins noch keins ‘gar nichts’ a.a.O.; hat eenen weg von einem geistig beschränkten Menschen gesagt, Vk-Anhaltc 102; ’t is mi allns ns ‘... egal’ Wb-Altm 46. – c. eine Zusammengehörigkeit oder Übereinstimmung (zweier Größen) betonend – et is eine Nesse ‘es ist überall nass’ Sprw-Börde; se sünt wär eins ‘einig’ Id-Eilsa 59; Rda.: dat is ein afmken Wb-Nharz 49; tr Junke is tich n un tassellewe Kallwer w ter le Wb-Be. – d. in Verbdg. mit der Präp. in (und dem Adv. weg) die ununterbrochene Fortdauer einer Handlung, eines Geschehens oder Vorgangs bezeichnend – et gurscht in ene wech ‘es regnet fortwährend stark’ WE-Lan; ... se ruppten in einen wegg ... Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim); na, du blaffst ja hüte wedder in eins wech HA-Bee; in eins hen ‘ohne Unterbrechung’ Sprw-Börde. – 2. Indefinitpron. verstr. – a. ‘jemand, irgendeine(r)’, auch generalisierend ‘unsereiner, man’ – da kümmt ainder Wb-Holzl 57; einen in die Fresse haun HA-Alv; t machst je ’n jants koppschai Wb-Be; d hunt wil einen bten Wb-Nharz 50; einder wett gar nich, wo en anfangen sall mit Arbeiten WE-Dee; Rda.: n schlk awwer ner lank hin! Ausruf des Erstaunens, CA-Ak; D bist mich awwer ner ‘... ein ganz Besonderer’ Wb-Ak 52; Wenn eener dumm wart, warte ’s zuerscht in’ Koppe. Vk-Anhaltc 103; de will ainen wat forrtellen ‘... etw. weismachen’ Wb-Holzl 57; d warrt’n nich klauk t HA-Oh; dat konne ne et harze afschtten ‘das konnte einen sehr betrüben’ Wb-Nharz 7; sau kann’n sick in’n Menschen toischen HA-Eil; Sprw.: Wat einder daun kann, ward twei nich su’r. ‘Das Verteilen von Arbeit auf mehrere Personen verspricht Schonung’ Sprw-Harzvorld 399; wat ein sülwest daun kann, dat werd nich sau erket Wb-We 34; Von de Hund, de en bät’n hat, davon mütt’n Haar uppleng’n. ‘Um einen Kater zu beseitigen, muss man erneut Alkohol trinken.’ Spr-Altm 82; Wenn’n schimmelt Brot itt, find’t’n Geld. Schwerin 1859,43; Rätsel:Hinner uns Hus un Nowers Hus
plögt ener,
plögt on Koller un Schor,
plögt doch ’n grod For
(Furche).Moll (Maulwurf). Hausfr-
Altm 1929,79 (SA-Sal).
– b. das Einzelne, Besondere betonend, bes. in der Verbdg. mit ander (mit semantischer Nähe zu 1b.) – das aine Gind is glain ... BE-Sa; D ne Ostern hat’s m tichtich jeschneiet. Wb-Ak 52; ümmer einder nahn andern! HA-Bee; Un der eene, der mit de Vaodermördersch bis ebber de Ohren ... Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); Sprw.: ’n sn Deod is annan sn Breot SA-Dä; den einen sien Uhl is den andern sin Nachtigall HA-Va; sau geit et in der Welt, d’ ene hat den Büdel, de andre dat Geld Wb-We 23; De een is doch vör’n ännern. ‘Begabung und Geschicklichkeit sind bei den Menschen verschieden ausgeprägt.’ Bewohner-Altm 1,330. – c. in verkürzten Sätzen für das subst. Objekt stehend – einen nemen ‘Alkohol trinken’ HA-Oh; ’n lßen ‘einen Darmwind entweichen lassen’ Wb-Ak 52; sek eins singen Wb-Nharz 49; du krichst ene anne Bramme Androhung von Prügel, JE1-Go; Was hat’e denn for ne jeheirt? Wb-Ak 52. – 3. unbest. Art. verbr. – a. in normaler Sprechhaltung stets unbetont – a Barrich KÖ-Pi; en Glas Behr SA-Jeg; ‘n Hp’n Ld’ Wb-Altm 84; d ld a Abbel DE-Ca; de junge Frau hat ane beese Krankheet DE-Vo; “Was denn vor an Vorein?” Wäschke 61915,121; d Hirsch het wa än Jewaih JE2-Scho; Rda.: en Hals afschnien ‘übervorteilen, betrügen’ Sprw-Börde; d st t w en schmlet Handk ‘er sieht dünn aus’ JE2-Scho; hei liggt (lügt) sau harte wie en Pert leppt QUE-West; hei hat Infälle w en ld Hs ‘er hat sonderbare Einfälle’ WE-Be; Dat könnt ene sure Kreike (Pflaumensorte) weren ‘das könnte für jmdn. ungünstig werden’ Wb-We 74; Sprw.: op en Heger kumt en Feger ‘auf einen sparsamen Hauswirt folgt oft ein Verschwender’ Wb-We 48; von’n groten Bullen fällt ook en groot Kalw HA-No; Bauernregel: Lichtmessen hell und klar, jibt an jutet Flachsjahr Spr-Asch 49; Rätsel: wann is de Voß en Voß? – wenn er allein ist, scherzh. Ausnutzung der lautlichen Übereinstimmung mit dem Zahladj., OST-Ker. – b. betont, in gefühlsbetonter Rede verstärkend – Das is an Wetter! Wb-Ak 50; ein Jeld hat das jekost ‘viel Geld ...’ a.a.O. 51. – c. vor Zahlwörtern und Mengenangaben die Gültigkeit einer Aussage einschränkend ‘etwa, ungefähr’ – ein veir Wochen her Wb-We 34; Vorr’n drittig Johren, ... Lindaua o.J. 63; an Sticker dreie Wb-Ak 16; wi willn noch n acht Daog töw’n (warten) Wb-Altm 258.
Lautf., Gram.: 1. Zahladj., in der Zahlenfolge: een, n verbr. nwaltm., Wb-Altm 46, SA-Kun, vereinz. n GA, verbr. ö Altm., verstr. JE2, vereinz. JE1, ZE-Bur, WA-So, Wb-Ak 52; eene, ne vereinz. sö Altm., HA-Sa, verstr. mittleres/s JE2, JE1-Wo, vereinz. w JE1, HA-Bre NHa, OSCH-KlQue, QUE-Frie, CA-Mi; ejn SA-Jee; än SA-Ne; eän GA-Mie; aein GA-Pe; äin OST-Klä, verstr. mittlere Altm.; ein, eyn, ain SA-Bre Dam, verbr. w Altm., verstr. w OST, vereinz. w STE, JE2-Za, verstr. w elbostf., QUE-Su; eine, aine WO-Me, verbr. w elbostf., verstr. ö elbostf., vereinz. nthür.; ane, ne WE-Lü, Vk-Ask 161, BA-Schie; enne ZE-Dor, enn SA-Die, STE-Grä; in Abzählreimen, abweichend vom sonstigen Gebrauch: eene, ne Wb-Altm** 48, vereinz. ö/s Altm. elbostf., BE-Me, KÖ-Pro; een GA-Rä; Eneke Dim. Lieder-Ma Nr. 571 (vereinz. n elbostf.); Eeneken Dim. a.a.O. 589 (BA-GrAls); Eenichen Dim. a.a.O. 589 (DE-Je); enne vereinz. n/mittleres elbostf., Lieder-Ma Nr. 584 (DE); 2. Zahladj., Indefinitpron., Artikel (in betonter Stellung): st. (attr. und allein stehend): Nom. Sg. m., n.: een, n vereinz. nwaltm., Wb-Altm 46 und 263, Spr-Altm 75, SA-Rie, vereinz. OST n/mittleres JE2, verstr. mbrdb., WO-Gu, CA-Salz, verstr. anhalt.; ein, eyn, ain SA-Rie, verstr. elbostf., Wb-Ak 50 (bei Hervorhebung); n Vk-Ask 137 (QUE-Scha); Dat./Akk. Sg. m.: enen, eenen Wb-Altm 46, vereinz. ö/s Altm., Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie), JE1-Mo, vereinz. anhalt.; een’n, n’n, ’n, [], [e] SA-Dä, Wb-Altm 46 (nur Zahladj.), Bewohner-Altm 1,334, vereinz. anhalt.; een, n SA-Ty, SA-Stap, OST-Ho Möl, JE2-Schö, JE1-Gö, ZE-Roß, KÖ-Grö; äin STE-Ho; einen, ainen verstr. elbostf.; ei’n HA-Alv, WA-GrGe, CA-Fö, BA-Ha; ohne Flexionsendung (z.B. in der Verbdg.: in e.): ene, ne WE-Lan, Wb-Nharz 7 und 49, CA-Ak; een, n Wb-Altm 16 und 46, Wb-Alm* 7, Spr-Altm 82; Dat. Sg. n. wie Dat./Akk. m.; Akk. Sg. n. wie Nom. Sg. m., n.; Nom./Akk. Sg. f. und als Stellvertreter eines Subst.: eene, ne vereinz. s Altm., verstr. mbrdb., JE1-Me, Vk-Harz 8,49, vereinz. sö elbostf., verstr. anhalt.; een vereinz. nwaltm., verstr. n/mittlere Altm.; eine, aine verstr. elbostf., Mda-Sti 30, Wb-Ak 50 (bei Hervorhebung); ein SA-Bre, verstr. w Altm.; ahne, ne Vk-Ask 374, Spr-Asch 17, BA-Neu Sip; Dat. Sg. f. wie Nom./Akk. Sg. f.; außerdem: unflektiert: n JE2-Scho; sw.: Nom. Sg. alle Genera: ene, ne Wb-We 23, verstr. anhalt.; een Bewohner-Altm 1,330, Pohlmann 1905,33; eine, [ain] vereinz. elbostf., BE-Sa; Dat. (Akk.) Sg. f.: e(e)ne JE2-Gü, Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), vereinz. anhalt.; eine Wedde 1938,20; 3. Artikel in unbetonter Stellung: en(n) m./n. vereinz. w Altm., OST-Ker Le, vereinz. ö JE2, verstr. elbostf.; enne f. JE1-Kä, ZE-Dor, vereinz. elbostf., BA-Sip, Krause 1964,60; [] m./n. SA-Ko; än, [n] m./n. SA-Ab HDo, JE2-Scho; an(n), [an] m./n. SA-Bon Dä, Spr-Asch 49, Mda-Ro, verbr. anhalt.; an(n)e f. verstr. sö elbostf. omd.; a m./n. verbr. anhalt.; sonst vorw. enklitisch: ’n m./n., nwaltm., n nbrdb. auch f. (nicht eindeutig von der Kurzform für  1man zu trennen); ne, ’ne f.; ’n Pl.; 4. als Stellvertreter eines Subst. bzw. für ein logisch zu ergänzendes Subst.: m.: eener, ner verstr. Altm., JE2 JE1, ZE-Roß, vereinz. anhalt.; eender JE2-Gü, Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie); einer vereinz. HA OSCH, WE-Rho; einder, ainder verstr. elbostf., Mda-Sti 30; aaner QUE-Di; ander Mda-Weg 85; Akk. Sg. vgl. st. Akk. Sg. m.; n.: eens, ns Wb-Altm 46, Sprw-Börde, vereinz. anhalt.; eins, ainsz vereinz. elbostf., Mda-Sti 30; f.: wie st. f. Nom. Sg.; unflektiert (vor allem verallgemeinernd ‘man’): een, n vereinz. Altm.; ein vereinz. elbostf.