Bedd(e)spund(e) m., f. dass. wie  Bedd(e)spundige, 2: Hochzeit-Altm 8, GA-Wer, vereinz. sw JE1, 3: HA-Wed, 4: Wb-Be – Des höchstgefährlichen klebens der brennenden liechte an die wände, betspunden, tische undt dergleichen, soll männiglich enthalten ... 1634, Baurdinge-Que 316. – Brauch:  Andreasnacht.
Lautf., Gram.: f.: Bettespunne HA-Wed; Bett- JE1-Go; -spond’ Hochzeit-Altm 8; m.: Bettespund JE1-Prö; Bett- JE1-Ho; -spunn GA-Wer; [petpunt] Wb-Be.
Frdhoff m. ‘Friedhof’,  Kerkhoff, 2: OST-Bi, GA-Ga, vereinz. ö Altm. (außer nö), JE2-HBe Ze, JE1-Kö, vereinz. sw JE1, ZE-Do, verstr. s ZE, 3: GA-Wal, HA-Wed, BLA-Hei, 4: verstr. anhalt. (neben  Gottesacker) – ... jäjnibb’r vor’n Friedhoff ... Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze).
Lautf.: Friedhoff, [frdhof] Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze), WO-Uetz, BLA-Hei, verstr. anhalt.; sonst von der Standardspr. beeinflusstes -hof.
1Hippe f. 1. ‘(Taschen-)Messer mit gekrümmter Klinge für Gartenarbeiten’ 3: Wb-We 52, Wb-Nharz 79, 4: Mda-Sti 151, Mda-Fuhne 35 (DE-Ca). – 2. ‘Sichel’,  Seckel, auch zum Abtrennen des Rübenkopfs und der Blätter, 3: HA-Wed, WE-Gö La Ve, Vk-Anhalta 19 (BE-GrMü). – 3. ‘schlechtes, stumpfes (Taschen-)Messer’,  Pk(s), 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. nthür., verstr. w BE – dee mott sien Messer hem’m, un wenn et bloos noch wi ne Hippe is Wb-Holzl 105 (WA-KlWa); kattele tich man nich mit taine le Heppe Wb-Be. – 4. ‘Stütze der Wagendeichsel’,  1Micke, 3: GA-Esch.
Lautf.: Hippe verstr. elbostf. nthür.; [hib] BE-GrWi, Mda-Fuhne 35 (DE-Ca); Heppe BE-Gü, [hepe] Wb-Be; [heb] verstr. w BE; Haib WE-Gö. Zuss.: zu 3., sonstiges: Kse-.
1Hn n. 1. TiN ‘Haushuhn’, bes. das weibl. Tier, vgl. Henne, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., 3: verbr. elbostf., 4: vereinz. nthür., verbr. BE – hättn Hoh n Ei läggt SA-Rist; dei Huiner rupn (mausern sich) SA-Hö; … wat de Häünder gackerten un de Aanten snatterten. Rauch 1929,11f.; Rda.: mid de Hoinern tau Bedde gn ‘zeitig schlafen gehen’ Wb-We 48; Mit d’ Hön’r to Wm gaon dass., Wb-Altm 84; d kratzet kein Haun darn ‘das interessiert niemanden’ HA-Oh; Wi hämm’ noch ‘n Hönk’n to plück’n ‘wir haben noch eine Angelegenheit zu klären’ Wb-Altm 84; wi het noch en Hineken mit’n ander te ruppm dass., Wb-We* 215; hei is immer furt wie en schwart Hauhn QUE-West; vorbistert wie de Häunder ‘verstört, verwirrt’ Sprw-Börde; Häuneken, wutte fräten, sau kleie WE-Oster; Krank as ‘n Hauhn, mag gern äten un nist dauhn. SA-Die; Sprw.: Höner bringen Fndschopp (weil sie im Garten des Nachbarn Schaden anrichten) Wb-Altm 278; Oll Kö’ gew’n Melk, jung Hünner gew’n Eier. Bewohner-Altm 1,345; et kratzt kein Hauhn ummsiss ‘wer eine Anstrengung unternimmt, denkt auch an den eigenen Vorteil’ Sprw-Börde; Op’n krank Haun hacket se alle rum Sprw-Harzvorld 374; en klauk Haun leggt ook mal in’n Brennettel ‘jeder macht einmal Fehler, irrt einmal’ HA-No; klg Hner läng k in Neddel un verbren’n sik n sch dass., GA-Da; de klauken Häuner verlegget de Eier k dass., Wb-We 48; en blind Haun findt k ein Krn a.a.O. 48; en Haun leggt dörch ‘n Kropp un ‘en Kauh melkt dörch de Stroote HA-No; Wenn väöl Hön’r in n Nest legg’n, helpt ‘t sick bald. ‘Wenn man aus mehreren Erwerbsmöglichkeiten Einkünfte bezieht, wird man reich.’ Wb-Altm 263; In nei’ Nester leg’n de Hünner gärn. ‘Neue Geschäfte und Einrichtungen werden zunächst stark besucht.’ Bewohner-Altm 1,340; Rätsel: En Hauhn kann eher en Scheppel Haber fräten as en Perd. Glöbest du dat? – ein Huhn frisst kein Pferd, Chr-Em 439; Neckvers: In Emerslä (Eimersleben) un Wormesdörp (Wormsdorf) tret se öre Häunder alleene. (dort lässt man keine Mädchen nach auswärts heiraten) HA-Ost; Abzählreim:Et saat en Heuniken ob de Kriwwe,
Tellte siene sieben Ringe.
Dit Spann, dat Spann,
Wu man oppe gahn kann,
Mit Löppeln un mit Kellen.
Brave Junggesellen.
Tif, taf, af
. Lieder-Ma Nr. 632 (BA-Ali);
Kinderlied:Putt, putt, putt, mn häuneken,
Wat deist’ up unsen hoff?
Du plükkst mek alle bläumeken,
Du mkst et gar tau groff.
Id-Quea 157;
Kinderreim:En Haun un en Hahn,
de Preddigt geiht an.
Enne Kauh un en Kalf,
de Preddigt is half.
Ne Katte un ne Mus,
de Preddigt is ut.
Chr-Em 437;
Scherzreim:Mkens, d fleutjet, un Heunder, d kreit –
am besten, wenn man se’n Kopp ummedreit
. HA-Oh;
Wetterregel: wenn sick de Häuner lusen, giwt et ander WäderBA-GrAls. – Volksgl.: Ein krähendes H. gilt als Ankündigung eines Todesfalls (Vk-Altm 266). Au- ßerdem kündigt es schlechtes Wetter (DE-GrKü), das Verenden eines Stücks Vieh auf dem Gehöft (ZE-Mühl) oder allg. Unglück an (ZE-Kö). Vk-Anhalta 29. Um das Unheil verkündende Krähen zu vermeiden, hackt man dem H. den Kopf ab. Vk-Anhalta 172 (CA-Zu). Das H. bringt die Ostereier. ADVk Kt. 32 (Einzelbelege Altm. JE1 ZE WE BLA). – 2. Dim. TiN ‘Marienkäfer’,  Marenkwer – a. in der Verbdg.: Heinecken-Steinecken 3: HA-Wed. – b. in der Verbdg.: liebe Gott sien Häuneken 3: GA-Nie. – 3. Dim. ‘ Kind’, Kosename, 3: Id-Quea 157.
Lautf.: Sg.: Hohn, Hn, [hn] verbr. Altm., JE1-Ca; [hn] OST-GrRo; [h] SA-Rist; hun Mda-Sti 33; Haun, Hauhn, [haun] verbr. nwaltm. elbostf. (außer w JE1); [haon] WO-HWa, HA-Hi NHa; [haun] SA-Pü; Häuneken Dim. GA-Nie; Heinecken Dim. HA-Wed; Huhn, [hn] vereinz. nthür., verbr. BE. – Gram.: Pl. (vgl. auch die formal zugehörigen Formen unter Henne): Hö(h)ner, [hnr] vereinz. ö nwaltm., verbr. Altm.; [hn] verstr. Altm. (außer sw); [hn] SA-Rist, vereinz. s Altm.; Höhne SA-Ben, STE-Da, [hn] Mda-Ar 37; Häöner OST-Werb; [hin] SA-Pü; [höin] SA-Zie; Höiner SA-Mel; Hehner OST-Pe, WO-Je Sa, QUE-Su, BA-Ba; Hehnder BA-Bad Rie; Honder WA-Schl; Huiner SA-Hö Ho Ty; [huin] verbr. n nwaltm.; [huin] SA-Dä; Huihnaer SA-Lag; Häuner, Heuner, Hoiner SA-Han, verstr. ö nwaltm., SA-GrGe, verbr. elbostf.; [hoen] WO-HWa, HA-Hi NHa; [hoin] SA-Ah Jü; Häunere OSCH-Ott, BLA-Be, Heunere WE-Rho; Häunder, Heunder, Hoinder verstr. elbostf.; Hoindere verstr. w WE; HainerHA-Va, HeinerCALV-Calv, WO-Me, verstr. n CA; [hainr] WA-Bey So; Heinder WO-Da, HA-Hi Neu; [haunr] WA-Be KlGe; Haunder WA-See, WE-Alt Da, QUE-Nei PrBör Schn; Haner BA-Rie; Hinner BA-Ha, KÖ-Ra; [hinr] verbr. BE; [hir] verbr. ö BE (mittlere Generation); Hinder vereinz. nthür.; Hünner Bewohner-Altm 1,340, STE-KlSchwa Osth Tan, BA-Neu; Hühner SA-Win, vereinz. OST, BA-Ra, BE-Neu We; Hihner QUE-GrSchie, CA-GrRo Sta, BE-Grö; Hien’der CA-Ca. Zuss.: zu 1.: Klwitt-, Kluck-, Klt-, Krp-, Legge-, Lk-, Noll-.
huckern Vb. 1. dass. wie  1huddern 2., 3: HA-Wed. – 2. ‘im Sitzen sich schnell auf und ab bewegen, schaukeln’, beim Fahren auf holpriger Straße, 4: Mda-Sti 108.
Jerusalem ON im heutigen Staat Israel, Hauptstadt der Juden in der Bibel – Rda.: se wärd woll de Itschen (Frösche) nach Jerusalem pitschen ‘sie ist in einem Alter, in dem sie auf eine Heirat kaum noch hoffen kann’ 3: Spr-Asch 37; Neckvers: Almslä (Alvensleben) süht von wieten ut wie Jerusalem un wenn en rinkümmt is et Bethlem (Bethlehem) 3: HA-Bo; Hillslewe (Hillersleben) is außen Jerusalem un innen Bethlehem 3: HA-Wed.
kne Adj. ‘wählerisch im Essen’,  kme, 3: HA-Wed.
knkendrge Adj. 1. ‘sehr, vollständig trocken’ 1: SA-Dä Rist, 2: Wb-Altm 41, JE2-Scho, 3: HA-Oh, Vö- gel-Nd 358 (HA-Wed), Wb-Nharz 103, 4: Wb-Ak 93.  TZ: klingendrge knitterdrge knkendrgig knorrendrge. – 2. Ausdeutung des Krächzens der Krähen, 3: OSCH-Schw, Vk-Harz 3,54.
Lautf.: knkendre HA-Oh; knokendrö OSCH-Schw, Vk-Harz 3,54; knookndreech Vögel-Nd 358 (HA-Wed); knkedr Wb-Nharz 103; knaokendrög Wb-Altm 41; [knkdr] SA-Rist; [knaokdroi] SA-Dä; knochendre Wb-Ak 93.
krschen Vb. 1. ‘laut, schrill schreien’ verstr. – watt krieschet je denn sau dulle? HA-Bee; jekriescht hat se vor Fraide Spr-Asch 31; … wenn de Mächens drewwer wollten un sich vorsch Kippeln farcht’ten un kriescht’n … Wäschke 41919,74. – 2. ‘laut lachen’,  jchen, vereinz. – 3. ‘laut und heftig weinen’,  wnen, 3: HA-Wed, OSCH-KlQue. – 4. ‘wiehern’, vom Pferd,  wern, 2: GA-Po Qua, WO-Col, 3: GA-Rä, WE-Elb, Wb-Nharz 108, BLA-Ben, 4: Mda-Sti 119. – 5. dass. wie  krinseln 2., 4: Wb-Be.
Lautf.: kriesch(e)n, [kr()n]; außerdem: [grn] Mda-Fuhne 78 (BE KÖ DE); kreschen GA-Rä; kreischen OST-Ar, GA-Sche, CA-Wer, Wb-Be (5.); [grain] DE-Ca.
Latarne f. 1a. ‘Leuchte, deren offenes Licht durch ein Gehäuse vor Witterungseinflüssen geschützt wird’, auch ‘Lampion, Papierlaterne’ 2: verstr. mbrdb., 3: CA-Ca, 4: vereinz. anhalt. – 1b. ‘elektrische Straßenbeleuchtung’ 4: Wb-Ak 103. – 2. ‘Fruchtstand des Löwenzahns’ – Motter puhst Latere ut Spruch beim Abblasen des Löwenzahnsamens, 3: HA-Wed. – 3. PflN ‘Luzerne’ 2: ZE-Ze.
Lautf.: Latarne verstr. mbrdb. anhalt.; Laterne ZE-Ze; Latere HA-Wed; Lartarne CA-Ca; lantarne Wb-Be.