Möllerbrt n. ‘Frucht des Weißdorns’,  Mlbre, 1: SA-Ro, 2: vereinz. Altm., JE1-Grü, verbr. mittleres/s JE1, Mda-sJe1 35 (ZE-Göd), 3: verstr. n/ö elbostf., WE-Dar Rok.
Lautf., Gram.: Möllerbrot GA-Bo Wen, STE-Arne, JE1-Dan; -breot SA-Ro; -braut GA-Wa; Möl(l)derbrot GA-Ev, JE1-Gü, HA-Som, WE-Rok; [mellerbrt] Mda-sJe1 35 (verbr. s JE1, ZE-Göd); Melderbrot JE1-Ka, ZE-Li; Mälder- GA-Esch; Müller- SA-Ben, OST-Fle, CALV-Uth, WO-Uetz, vereinz. mittleres/s JE1, verstr. nw elbostf., WE-Dar, vereinz. ö elbostf.; -brod GA-Sie, STE-Ta, JE1-Wa; Mül(l)derbrot vereinz. n elbostf., JE1-Ra; -bret HA-Oh; Millerbrot JE1-Mö Walt; [millrbrt] vereinz. sw JE1; Dim.: Mollerbrödchen JE1-Wol; [mellrbrt] Pl. Mda-nwJe1b 75 (JE1-HWa Lo); Müllerbrötchen WO-Schn, HA-AHa, JE1-Kö; -bretchen CA-El.
Mtschekwer m. dass. wie  Mtschekalf 2., 2: JE1-Grü, Vk-Anhaltb 68 (ZE-Ser Wö).
Lautf.: Motschekäfer Vk-Anhaltb 68 (ZE-Ser Wö); Mutschekeaw’r JE1-Grü.
Mutz(e) m., f. 1. ‘kurze Tabakspfeife’,  Knsel, 1: SA-Fa, 2: vereinz. w Altm., JE2-Schar Schö, JE1-Grü Trü, ZE-Eich, 3: verstr. elbostf., 4: BLA-All Sti, CA-Sa, BE-Sa, KÖ-Kö. – 2. ‘kurzer, gestutzter Schwanz’, beim Pferd, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Mutz, [muts] m. SA-Fa, vereinz. n GA, JE2-Schar, JE1-Grü Try, ZE-Eich, verstr. elbostf., BLA-All Sti, Wb-Be, KÖ-Kö; [muds] f. SA-Ne, WA-GrOt, BE-Sa; Motz m. JE2-Schö, JE1-Me, vereinz. WE, QUE-Nei Su, CA-Sa; Motsch m. WO-HWa.
Nacht f. 1. ‘Tageszeit zwischen dem späten Abend und der Morgendämmerung’ verstr. – et Nachts ‘in der Nacht’ HA-No; b nachte dass., Wb-Nharz 131; Bi Nachten goah’k dao mien Lew’dag nich we’r vöärbi. Pohlmann 1905ff.,116; Vor Nacht isse jekom’m. Wb-Ak 118; lest’n Nacht waiat tau dsta (dunkel) SA-Dä; dao will ik east Nacht iwa schlaop’m SA-Dä; g Nacht Grußformel vor dem Schlafengehen, QUE-Di; Rda.: b nacht un newel ‘ganz heimlich’ Wb-Nharz 131; de Fawrke geit Dch un Nacht HA-Oh; sik de Nacht umme de ern sln ‘wegen etw. nachts nicht zum Schlafen kommen’ HA-Oh; Sprw.: de Nacht is keines Minschen Fründ Wb-We 91; Inne Nacht sin alle Katzen jrau. Wb-Ak 118. – 2. ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften – a. in der Verbdg.: de hilligen twölf Nächte 1: SA-Dö, 2: SA-GrAp, STE-Sche, JE2-Par, Vk-Anhaltb 25 (ZE-Cos Stra), ZE-Reu, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Gü, vereinz. anhalt. – b. in der Verbdg.: de hilligen Nächte 2: OST-Bi, GA-Wet, STE-Ei Kre, JE2-Bre See Wu, JE1-Ih Mö, vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha, Vk-Anhaltb 25 (BE-Il). – c. in der Verbdg.: de twölf Nächte 2: STE-Go Ost, ZE-Bur, 3: WE-Mi, QUE-Ga. – d. in der Verbdg.: die zwölf rauhen Nächte4: Vk-Anhaltb 25 (BE-Fr). – e. in der Verbdg.: die langen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il, DE-Mei). – f. in der Verbdg.: die geheimen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il). – g. in der Verbdg.: de witten Nächte 3: WE-Schie. – h. in der Verbdg.: de grulichen Nächte 3: BE-KlMü. – 3. in der Verbdg.: fre Nacht ‘Nacht vor Pfingsten’ 1: BrauchwAltm 59f. (vereinz. nwaltm.), 2: a.a.O. 59f. (vereinz. SA, verstr. GA, STE-Bu Kö), 3: vereinz. n elbostf. – Brauch: In dieser N. ist es den jungen Männern erlaubt, Schabernack zu treiben. So werden z.B. Ackerwagen auseinandergenommen und auf den Dächern wieder zusammengebaut oder das Vieh der Bauern vertauscht. Die Burschen haben bei ihrem Rundgang sogar das Recht zu stehlen, weshalb die Bauern Geld oder Naturalien bereitlegen. Beim Abhalten eines Dorfgerichts werden Personen, bes. die Mädchen des Ortes, getadelt oder verspottet. Brauch-wAltm 59f. – 4. in der Verbdg.: de kolden Nächte ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen, 2: JE1-Grü, 3: HA-Sie.
Lautf., Gram.: Nacht, [nat]; außerdem: ncht Mda-Sti 13; Pl.: Nächte verstr. nd. (außer nwaltm. und n/mittlere Altm.), BA-Gü Ha, verstr. anhalt.; Nächt SA-Dö, vereinz. n/mittlere Altm.; Nechte HA-Oh, nechte Wb-Nharz 131; [ned] BE-He Wa; nachte Wb-Nharz 131, Mda-Sti 13. Zuss.: zu 1.: Johannis-, Matthias-, Midder-.
Ngenge n. TiN ‘Fluss-Neunauge’ 2: SA-GrAp, OST-Gies, STE-Tan, JE1-Grü, ZE-Roß, 3: BLA-Ta, CA-Ca, 4: BA-Ha – Ock schal eyn yder man sin neghen oghenghelt gheuen, van den schocke eyn pf. 1467, Willkür der Fischer zu Tangermünde, Cod. dipl. Brdb. 1 16,98.
Lautf., Gram.: Nenoge BLA-Ta; Näg’nog’n Pl. STE-Tan; -ougn Pl. SA-GrAp; Nienauge BA-Ha; Neunore CA-Ca; -ohn Pl. JE1-Grü; Neinoge OST-Gies; [nain] ZE-Roß.
Nicker m. 1. ‘Wassergeist als Schreckgestalt für die Kinder’ 2: ADVk Nr. 124a (JE1-Grü Walt), verstr. ZE, 3: Vk-Anhaltb 45 (BA-Ge), vereinz. n CA, 4: verstr. anhalt. – Volksgl.: Kinder werden gewarnt, zu nahe an das Wasser oder an den Brunnen zu gehen: jd nich ns Wassor, d hld aich dor Niggord BE-Al; Der Nickert ist im Spring. Vk-Anhalta 112 (ZE-Bor). Die Berührung einer schwangeren Frau durch den N. kann dazu führen, dass sie ein missgestaltetes Kind zur Welt bringt. Vk-Anhalta 114.  TZ: Hkelmann Hkemann Hexe Kolkfr Mönk Moorkecker 1Nickel Nickelkter Nickelkrl Nikkelmann Nickerfrau Nickerkrl Nickermann Nixe. – 2. in der Verbdg.: Nix in der Grube ein Spiel, bei dem ein Kind, das in einem Kreisfeld sitzt, versuchen muss, eines der Kinder, die singend um den Kreis herumlaufen, zu berühren. 4: Vk-Anhalta 111 (BE-Ge, KÖ-Ost, vereinz. DE). – 3. TiN ‘Wasserspinne’ 2: Vk-Anhalta 114 (ZE-Ze).
Lautf.: Nickert ADVk Nr. 124a (JE1-Grü Walt), verstr. ZE, Vk-Anhaltb 45 (BA-Ge), vereinz. n CA, verstr. anhalt.; [nikrt] DE-Els; [nigrd] vereinz. anhalt.; Nbf.: Nix vereinz. anhalt. – Etym.: mnd. necker, mhd. nickes ‘Wassergeist’ < ahd. nihhus ‘Krokodil’, vgl. Kluge 231995,590. Zus.: zu 1.: Korn-.
genbrme f. dass. wie  genbrne, 2: JE2-Grü Scho, verstr. mittleres/sö JE2, JE1-Grü Wo, ZE-Ra Reu, 3: Mda-Ro, CA-KlRo, 4: verstr. anhalt. – … da zohk ä de Ogenbrähmen in de Hehe … Richter o.J. 91.
Lautf., Gram.: Ogenbräme DE-Je; -brähmen Pl. Richter o.J. 91; -bramen Pl. JE2-Go; -brom JE2-Sy; Oenbrme, [nbrm] CA-KlRo, Wb-Ak 123, Mda-Fuhne 31 (DE-Ca); [nbr] Pl. BE-Gier Nie; Oenbräm Pl. CA-Lö Ra, KÖ-Wö; -breme DE-Ma; O(e)nbram, -braom vereinz. mittleres JE2, ZE-Reu; [nbr] Pl. JE2-Scho; Ohnbrome JE2-Zo; -brom JE2-Klie, JE1-Grü Wo; Obram JE2-Ki; Obroam JE2-Grü; Augenbräme ZE-Ra; uenbrääe Mda-Ro. – Etym.: 2. Glied wohl aus gleichbed. mhd., mnd. brwe(n) durch Assimilation entstanden, darüber hinaus Bezug zu mhd. brem ‘Rand’ möglich, im Brdb. Einfluss von mnd. brmen ‘verbrämen’, ausf. s. Dolch in Zs. f. Mdaf. 20,150f.