afschwen Vb. 1. ‘durch Schaben entfernen, abschaben, abkratzen’, bes. dass. wie  afschellen, 2: Bewohner-Altm 2,303, JE2-Gü Jer, vereinz. ZE, 3: HA-Oh, OSCH-Grö, 4: KÖ-Ed, DE-Wa – den Bast von’n Tack affschahn JE2-Gü. – 2. ‘(durch Nachlässigkeit oder mangelnde Pflege) abnutzen, abwetzen, verschleißen’ – de Jacke is all sau affeschbet 3: HA-Oh.
Lautf., Gram.: afschben HA-Oh; affschaam’m OSCH-Grö; -schahn JE2-Gü, ZE-Gri; afschoben JE2-Jer; abschaben ZE-Dor, KÖ-Ed, DE-Wa; schab ab Imp. Sg. Brauch-Rie 743.
brüllen Vb. 1. ‘laut schreien’, von Menschen, auch von Rindern oder Hirschen, 2: SA-Ben, Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi), JE2-Scho, verstr. ZE, 3: HA-Oh, verstr. s elbostf., 4: verstr. anhalt. – dor gann awwor bril’l DE-Ca; De Harsch brillt Vk-Harz 3,54; ... un von’ne an’nere Seite daa brillt’n de Kiehe ... Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); Rda.: Er brällt wie an Lewe ‘er schreit sehr laut’ Vk-Anhalta 62; brüllt as’n Os dass., SA-Ben; hei brülle w wenn’e an’n Spisse (Spieß) stke dass., HA-Oh. – 2. ‘laut und heftig weinen’,  wnen, verstr. – hre op mit brüllen HA-Oh. – 3. ‘vor Schmerzen stöhnen und weinen’,  stnen, 2: JE2-GrWud, JE1-Pre. – 4. ‘laut lachen’,  jchen, 4: KÖ-Ed.
Lautf., Gram.: brüll(e)n vereinz. ö nwaltm., verstr. w/mittlere Altm., vereinz. ö Altm., JE2-Neu Nkli, vereinz. w JE1, JE1-Wo, verstr. n/w elbostf.; brüan SA-Hen; [brün] SA-Ch; brill(e)n, [bri] verstr. s/ö elbostf. (außer sö, dort vereinz.), BA-Ha, verstr. BE, KÖ-Ed, DE-Ca; brillt 3. Sg. Präs. Vk-Harz 3,54; brillten 3. Pl. Prät. Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), Heese 21919,30; [priln] Wb-Be; bröll(e)n SA-Brie, verstr. ö Altm. n/mittleres JE2 n/mittleres mbrdb., WO-El; brell(e)n, brel’l verstr. s mbrdb. CA; brellte 3. Sg. Prät. Wäschke61915,95; prellen KÖ-Kö; brällen, bräl’l vereinz. sw JE1, Mda-Ro, KÖ-Fre Thu; brällt 3. Sg. Präs. Vk-Anhalta 62.
Emil männl. RN – Neckreim:Emil, Zweemil, Bratenstiel,
Deine Kinder fressen viel,
Alle Tage en fufziger Brot,
Schlak se mit de Keile tot!
4: Vk-Anhalta 83 (KÖ-Ed).
Hochttskld n. ‘Kleid, das die Braut zur Hochzeit trägt’ 3: HA-Oh, 2/3/4: Vk-Anhalta162 – Volksgl.: Das H. war meist schwarz, es durfte nicht rot sein, weil dies Feuer brächte, nicht blau, weil sonst die Frau dem Mann davonliefe (ZE-Bor), nicht hellblau, weil dies Unglück in der Ehe bedeutete (KÖ-Ed). Auch ein roter Faden durfte nicht verwendet werden (KÖ-Scho). Der Bräutigam sollte einige Stiche am H. tun, die Braut durfte dies auf keinen Fall. In das H. wurden ein gestiftetes Geldstück (KÖ-Ost), zusätzlich auch Salz und Kümmel sowie ein Zettel mit Segenswünschen eingenäht (KÖ-Wö). Das H. sollte nicht ganz fertiggestellt sein, der Schleier einen Riss haben (BE-GrMü). Vk-Anhalta 162.
Lautf.: Hochtdsklet HA-Oh.
Hutschepferd n. TiN ‘kleine Heuschrecke’,  Heuprd, 4: Mda-Fuhne* § 411 (KÖ-Ed Ma Pie).
Lautf.: [hudfrd].
segrimm m. ‘mürrischer, verdrießlicher, unfreundlicher Mensch’ 2: Wb-Altm 90, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be, KÖ-Ed.  TZ (auch nörgeliger, unzufriedener Mensch): Hacksch Hurkepott Karnuspel Kls Knarre Knasterkopp 1Knp Knitterkopf Knrenschild Knrp ter Knucker Knurrhahn Knurrpott Krkeler Mkelfritze Mäkelhans Mkelpter Mkler Meckerfritze Msepter Molch Mspott 1Muckel Muckelplock Muckeplock Mukkepolte Muckschbold 2Muff Muffel Muffeplock Muffkopp Murkepott Murksepott Murrkopp Muttenkopp Nänger Nöckerer Nörgelpeter Nottknacker.
Lautf.: Isegrimm; außerdem: [sejrim] Wb-Be.
Klacker m. 1. ‘durch herabtropfende Flüssigkeit oder feuchte, breiige Masse entstandener Fleck’, vgl. Klack(s) 1c., Klecks, Klicks, 3: Id-Queb 3. – 2. Pl. ‘trockener, auch eitriger Schleim in den Augenwinkeln’,  Klter, 4: Wb-Ak 89, KÖ-Ed, DE-Grie Kle Wö – dr had Klackern inne en CA-Ak.
Zus.: sonstiges: Kuh-.
Klamotten Pl. 1. ‘abgetragene, zerschlissene Kleidung’, vorw. abw.,  Lumpe(n), verstr. – was ich anhabbe, sin bloß noch ole Klamotten KÖ-Ed. – 2. ‘Geld’,  Zaster, 2: STE-Ho Wa.
Mlschwätzer m. dass. wie  Mlrder, 2: JE1-Scha, 3: vereinz. mittleres/sö elbostf., 4: BA-Sip, KÖ-Ed.
Lautf.: Mu(u)lschwä(t)zer JE1-Scha, OSCH-KlQue, vereinz. sö elbostf., BA-Sip; -schwetzer WA-Dom; -schwatzer WA-Un Wo; Maulschwätzer QUE-GrSchie, KÖ-Ed.