lkorf m. ‘zwischen eineinhalb und zwei Metern lange Reuse aus schmalen Latten oder Weidenzweigen zum Fangen von Aalen’ 2: SA-Sta, vereinz. ö/s Altm. (an Elbe und Ohre), verstr. JE2 (bes. an Elbe und Havel), MdanwJe1b 73 (JE1-Pa), 3: HA-NHa, WA-Et, CA-GrRo KlRo.
Lautf., Gram.: Aalkorf WA-Et; Oal-, O(o)l-, Aal-, -korw, [lkorf] SA-Sta, OST-We, WO-Me Ri, JE2-Fi Reh Wa; Oalkörw Pl. OST-Rä; [lkaf] JE2-Scho; Aalkörru, Ohl-, Oahl- Pl. vereinz. n JE2; [alkorf] Mda-nwJe1b 73 (JE1-Pa); Ollkörve Pl. JE2-Bü; Aalkorb HA-NHa, CA-GrRo KlRo; -körbe, Ool- Pl. vereinz. mittleres JE2.
Armborst f. ‘Armbrust’ 2: SA-Sta, 3: vereinz. sw elbostf., 4: vereinz. anhalt.
Lautf.: Armbost, -brost Wb-We* 200; -brust SA-Sta, vereinz. sw elbostf., BE-Ge Grö, DE-Ra; Arrem- Wb-Ak 26; rm- BE-La.
Astgaffel f. ‘Astgabel’ 2: SA-Sta, ZE-Ze, 3: HA-Oh, OSCH-GrQue, 4: vereinz. anhalt.
Lautf.: Astjawwel Wb-Ak 76, DE-Ra; -jawel ZE-Ze; -gabel, -gbel HA-Oh, BE-Grö; -gbl SA-Sta, OSCH-GrQue.
1Blse f. 1. verstr. – a. ‘Luftblase’ – Rda.: es ränt Blosen ‘es regnet heftig’ BA-Ha. – b. ‘Harnblase’ – ich hawwe mich te Plse forkillt Wb-Be. – 2. ‘in eine Schweineblase gefüllte Wurst’, bes. Schwartenwurst, 1: vereinz. ö nwaltm., 2: vereinz. w Altm., verstr. ö Altm., 4: vereinz. omd. – Mr han de Blse njeschnitt’n. Wb-Ak 36. – 3. ‘Hautblase’ 2: SA-Sta, verstr. JE1, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: verstr. omd. – ... un Blasen krichtemer o inne Hänge ... Wäschke 41910,113. – 4a. ‘Wasserbehälter im Herd’,  Wterblse, 2: OST-Bi See, vereinz. s Altm. mittleres/s JE2 w/s JE1 s ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. nthür., Wb-Ak 36, Wb-Be, Mda-Fuhne 192 (verbr. BE; verstr. KÖ w DE, vorw. ältere Generation). – 4b. ‘Kessel in einer Brennerei’ 3: Id-Quea 145. – 5. ‘Schar, Anzahl von missliebigen Personen’, abw., auch ‘ Pack, Gesindel’ 2: Wb-Altm 256, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – varflchte Blse BLA-Brau.
Lautf., Gram.: Blase STE-Buch, vereinz. JE1, ZE-We, verstr. elbostf., vereinz. anhalt.; Blasen Pl. Wäschke 41910,113; Blse, [blz], [blz] verstr. s Altm., ZE-Roß, vereinz. elbostf., verbr. anhalt.; [plze] Wb-Be; Blaos, [bls] vereinz. ö nwaltm., verstr. n/mittlere Altm.; Blose JE2-Bu, vereinz. nthür.; plse Mda-Sti 42; [blaos] SA-Ch; Bloase vereinz. mbrdb.; Blose JE2-Bö; [blaz] verstr. JE1.
Blmenpott m. dass. wie  Blmentopp, 2: SA-Sta, JE2-Nka, 3: verstr. elbostf. – Rda.: da kannste keinen Blaumenpott jewinnen ‘damit kannst du nichts erreichen’ Sprw-Börde.
Lautf.: Blomenpott JE2-Nka; Blaum(en)- verstr. elbostf.; [bluomnpot] SA-Sta.
1Born m. 1a. ‘Brunnen’ verbr. (außer n JE2) – Die Benennung erfolgt zunächst unabhängig von der Brunnenart, in erster Linie aber wird Bezug auf den Ziehbrunnen genommen (außer ö Altm. JE2, dort  Püttborn bzw.  Pütten). Nach der Art und Weise, wie das Wasser aus dem gemauerten B. geschöpft wird, unterscheidet man Dreh-, Zieh- und Wippbrunnen. Beim Drehbrunnen wird der an einer Kette hängende Eimer durch eine zwischen zwei Balken befestigte Winde, die mit einer Kurbel betä- tigt wird, emporgewunden: Born mit de Winne. GA-Hö. Bei nicht so tiefen Brunnen genügt es, eine Stange, an der ein Eimer eingehakt ist, herunterzulassen (Ziehbrunnen): De Emmer werd an eene Stange runterlaaten un hochtreckt. JE2-Vie. Bei tieferen Brunnen erfolgt das Ziehen hingegen mit Hilfe eines sich nach oben verjüngenden langen Balkens ( Wippe), der in einem Holzpfosten ruht. An dessen oberem Ende ist die den Eimer tragende Stange eingehängt (Wippbrunnen). Diese vom gesamten Dorf genutzten B. sind durch kleinere B. abgelöst worden, bei denen das Wasser mit einer Pumpe nach oben befördert wird (vgl. Born 1b.). – oapen Borm ‘Brunnen ohne Abdeckung’ SA-Scha; Erst, wenn in’n Winter de Novemberstürm Regen brocht’n, sammelt sick allmählich wedder Woter in den Born ... Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); De leidig Döst an’ Borm werd löscht ... Kredel 1929,15; dor Emmor is in’n Born jefal’l DE-Ca; Tue mine Jungenstied sach man bloß noch dät Lock, wo der Borne west is. Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); Rda.: in’n born schiln (schütten) ‘etw. mit Verschwiegenheit behandeln’ Wb-Nharz 31; Sprw.: Wenn’t Kind verdrunken is, wärd de Borm toschüppt. ‘Vorsichtsmaß- nahmen werden oft erst ergriffen, wenn bereits ein Unglück geschehen ist.’ Bewohner-Altm 1,343; man kann ook en Born leddig schucken (pumpen) ‘man kann auch umfangreichen Besitz durch Verschwendung aufbrauchen’ HA-No; Rätsel: Fällt in’n Borm un’ plumpt nich. – Sonnenstrahl, Bewohner-Altm 2,172; ... in Kerstan Peders hoff von dem borne to wenthe an de strathe. 1415, WeteB-Calbea 251. – Volksgl.: Die kleinen Kinder kommen aus dem B. vereinz. nd. Schwangere Frauen sollen kein Wasser vom B. holen, da sonst das Wasser des B. mit Maden verunreinigt wird. Brauch-Anhalt 19.  allg.: Wterborn; Brunnenarten (bei einigen Benennungen ist die Zuordnung nicht zweifelsfrei): Ziehbrunnen: Fülleborn Hkenborn Hkpütten Hweborn Püttborn Pütte(n) Schöppstelle Spring Stangenborn Tborn Treck(e)born Treckerborn Uptreckeborn Wterpütten; Drehbrunnen: Dreiborn Dreipütten Haspelborn Kdenborn Krickelborn Lerborn Püttborn Rasselborn Slingerborn Trselborn Wickelborn Winde Windeborn Windelborn; Wippbrunnen: Bockborn Hweborn Püttborn Pütte(n) Schöppborn Swengelborn Swengelpüttborn Treck(e)born Treckpütten Wippborn Wippe Wipppütten; weitere: Gemeineborn Hoffborn Slinkborn. – 1b. ‘kleiner Brunnen (auf dem Hof) einschl. der  Pumpe’ 1: SA-Jü, 2: verstr. w/mittlere Altm., 3: vereinz. w/s elbostf., 4: CA-Kü, Wb-Be. – 2. ‘Quelle’,  Spring, 2: SA-Sta, WO-Uetz, JE1-Mö, ZE-Ned, 3: verstr. elbostf., 4: DE-Bo Els.  Friedrichsbrunn.
Lautf.: Born, [born] vereinz. nwaltm., SA-Sta, verstr. mittlere Altm., verbr. s Altm. (außer sw), verstr. s JE2, verbr. JE1 (außer ö Rand), verstr. w ZE, Mda-Ze (ZE-Roß), verbr. n/ö elbostf., verstr. n/ö OSCH, vereinz. mittleres OSCH, WE-Velt, verbr. s WE BLA QUE n BA omd.; porn Mda-Sti 45, Wb-Be; Borne verstr. sö JE2 ö JE1, verbr. mittleres/ö ZE; [brn()] Siedler-Je § 251 (s JE2 JE1); Boarn SA-Dö, OST-De, GA-Kö; Borm verstr. nwaltm., verbr. w/n/mittlere Altm., GA-Ev, verbr. w/mittleres OSCH n/mittleres WE, BLA-Ben; Bor(r)em OSCH-Di, WE-Wa, Wb-We* 203; Boarm, [bm] verbr. nwaltm., verstr. w/mittlere Altm., vereinz. s OST n STE; [bom] SA-Dä; [bm] Mda-Ar 29; Barm GA-Brei; Brunnen, Brunn’n STE-Je Grie, vereinz. nö WO, JE1-Ca Stei, vereinz. mittleres/sö elbostf., BE-Al, Krause 1964,79; [pru] Wb-Be.
Btel m. 1. ‘Schlägel, Werkzeug zum Klopfen’ 3: OSCH-Di. – 2. ‘gepökeltes und gekochtes Schweinebein’, bes. das obere fleischige Stück am Vorderbein,  sbn, 1: SA-Bee, 2: SA-Sta, GA-Kö, verstr. ö Altm. (außer nö), HA-Sa, JE2-Ge, verstr. w JE1, JE1-GrLüb Ist, ZE-Dor, 3: verbr. elbostf., 4: vereinz. w anhalt. – 3. ‘kleiner Junge’ – en lüttjen Bötel 3: Wb-Holzl 68. – 4. Geschlechtsteil des Ebers’,  Psel, 3: CA-Wer.
Lautf.: Bötel SA-Bee Sta, GA-Kö, verstr. ö Altm. (außer nö), HA-Sa, JE2-Ge, verstr. w JE1, JE1-GrLüb Ist, verbr. n/w elbostf.; Bödel WO-Zie, JE1-Me, HA-Uep War; Böetel Id-Eilsa 54, WE-Wa; Betel WO-Me Sa, verstr. sw JE1, ZE-Dor, verbr. ö/s elbostf., vereinz. w anhalt.; [bdl] vereinz. w BE; büötel OSCH-Di Schl; Böttel OSCH-Di GrQue, QUE-Wed, BA-Rie; Bettel OSCH-Weg, QUE-Di. – Gram.: n. belegt WO-Sa, JE2-Ge, HA-Sie.
Brfdrger m. ‘Briefträger’ 2: SA-Sta, JE2-Scho, 3: vereinz. w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – de Brfdrwa kömmp twisch’n half bet Klocke el’m JE2-Scho.
Lautf.: Breefdräger SA-Sta; [brfdrwa], [-drua] JE2-Scho; Breifdräger, -dräjer vereinz. w elbostf.; Brfdräjer WE-We; [brfdrr] CA-Ak; [prftrjr] Wb-Be; Briefträ’r Wäschke 61920,14.
Büschel n. 1. ‘loses Bündel dünn und lang gewachsener Dinge gleicher Art’, bes. von Gras oder Haaren, auch ‘Strauß’ 2: Francke 1904,79, ZE-Roß, 3: WO-GrAm, Wb-Nharz 146 (BLA-Ti), 4: vereinz. anhalt. – n Pitschel Hoare DE-Ho. – 2. dass. wie  Busch 3., bes. wenn es gebündelt ist, 2: JE1-Go. – 3. ‘hochragendes Federbüschel am Kopf von Vögeln’,  Noll(e), 2: SA-Sta, GA-Kak Sta, vereinz. n WO, JE1-Da Stei, 3: JE1-Nie, vereinz. s WO OSCH. – 4. ‘Troddel, Quaste’ 2: vereinz. ZE. – 5. PflN ‘Breiter Rohrkolben’, auch der Blütenkolben,  Pumpkle, 2: JE2-Pap. – 6. ‘kleine Menge, Hand voll’, auch ‘Rest, Überbleibsel in einem Sack’, bes. von Getreide, 3: Wb-Nharz 146, QUE-Hau He, 4: vereinz. w BE.
Lautf.: Büschel vereinz. Altm., JE1-Nie, WO-GrAm, vereinz. OSCH; [bil] BE-Gier KlSchie; Püschel vereinz. n WO; [pil] Wb-Be; Buschel WO-GrRo; Puschel GA-Sta, WO-GrAm Zie, JE2-Pap, JE1-Da Stei; Pitschel, pitschel, [pitl] JE1-Go, vereinz. ZE, Wb-Nharz 146, QUE-Hau He, DE-Ho; [bidl] BE-Am, Mda-Fuhne 31 (DE-Ca). – Etym.: zu mhd. büschel ‘Bund, Büschel’, vgl. HWb-Mhd 1,400, daneben wohl Einfluss von mnd. pussel ‘(Feder-)Büschel’, vgl. Wb-Mnd 3,391.
Dgsen n. ‘Gerät zum Zusammenkratzen der Teigreste’ 2: SA-Sta.
Lautf.: [deisn].