annmen Vb. 1. 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. n/w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – a. ‘etw. in Empfang nehmen, nicht zurückweisen’ – n’ Breif annem’n HA-Oh; ... denn mügte hei doch als Geschenke von öhm dat grote Vöggelhus ... annehm’n ... Rauch 1929,88; Rda.: Das kannich doch jr nich nn’m bescheidene Abwehr bei der Annahme eines Geschenkes, Wb-Ak 22. – b. ‘ein Angebot akzeptieren’ – ... ick sall wer na öhm als Kutscher komm’n un dei Stidde will ik ok annehm’n. Rauch 1929,31; nimm an! Aufforderung zum Essen und Trinken, Wb-Altm 5; subst.: w kom’m b’mt vont annm’m Ablehnung, etw. zu essen oder zu trinken, Spr-Maa 438 (WO-Ol). – c. ‘etw. billigen, seine Zustimmung geben’ – Brauch: In Rohrsheim fand jeweils Anfang Januar das A. statt. Am ersten Tag wurde die Gemeinderechnung verlesen und besprochen. Am zweiten Tag wurden mögliche Neuverpachtungen, z.B. des Gemeindekruges, sowie Nachtwächter, Kuhhirten u.a. angenommen. Wesentlicher Teil des A. waren gemeinsame Mahlzeiten der Dorfbewohner. Gesch-Ro 110. – 2. (refl.) – a. ‘sich etw. zu eigen machen, beherzigen’ 3: Lindauc o.J. 45, HA-Oh, 4: Wäschke 61915,138 – “Wenn meine Frau nu noch Vernunft annähm,” ... a.a.O. 138; dat Ge mott’n sik annemen HA-Oh. – b. ‘etw. (durch Zusehen von jmdm.) erlernen, sich aneignen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 14, 4: Wb-Ak 22 – D bist n all jrß un kannst noch jr nischt, d mußt dich n m an bißchen was nn’m! a.a.O. 22. – 3. 3: vereinz. n/w elbostf. – a. ‘adoptieren’ – n’ Kint annemen HA-Oh. – b. ‘jmdn. einstellen’, auch ‘jmdn. mit der Erledigung einer Angelegenheit beauftragen’ – L (Leute) annemen HA-Oh; en afkten (Advokat) nnmen Wb-Nharz 14. – c. in der Verbdg.: sik annmen lten ‘freiwillig und vor der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit Soldat werden’. – 4. ‘etw. in sich aufnehmen, eindringen lassen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 14, 4: Wb-Ak 21 – Das Ei nimmt kne Farrewe n. a.a.O. 14; de mge (Magen) nimmt nischt n (das Essen nicht bei sich behalten können) Wb-Nharz 14. – 5. ‘anfangen, etw. zu verbrauchen’ – Mr missen an neien Topp Ms nn’m. 4: Wb-Ak 22. – 6a. ‘glauben, vermuten’ – dat will’k nich annemen 3: HA-Oh. – 6b. ‘voraussetzen, unterstellen’ – angenem’n, dat is wer (wahr)? 3: a.a.O. – 7. refl. ‘sich eines Menschen oder einer Sache annehmen’ 3: Wb-Nharz 14. – 8. dass. wie  anniesen, 4: KÖ-KlPa.
Lautf., Gram.: annehmen, -nehm’n Rauch 1929,31 und 88, KÖ-KlPa; ahnnehmen Wedde 1938,11; nnm’n Wb-We* 199; annm’m Spr-Maa 438 (WO-Ol); -nehm’ Pohlmann 1905 ff.,119; -nem(e)n HA-Oh; nahm an 3. Sg. Prät. Lindauc o.J. 45; annoahm Part. Prät. Francke 1904,82; -jenommn Part. Prät. Krause 1964,82; -nëm’n Wb-Altm 5; nnëmen Wb-Nharz 14; annähm 3. Sg. Konjunk. Prät. Wäschke 61915,138; [nn] Wb-Be; (n)n’m Wb-Ak 21; annömen Wb-We* 199.
Aschengrde f. ‘ummauerte Feuerstelle, in der Speisen mit glühender Asche langsam gegart oder warm gehalten werden’, die Töpfe werden in die noch glühende Asche gestellt und mit dieser vollständig bedeckt, 3: HA-Eil Oh, Gesch-Ro 104.
Lautf.: Aschengru’e HA-Eil; -gr HA-Oh.
Barnstnflsen Pl. ‘gebrannte Steine zum Auslegen des Fußbodens im Hausflur’, veralt., 3: Gesch-Ro 43.
begrpen Vb. 1. refl. ‘sich im Fallen noch an einem Gegenstand festhalten’ 3: Wb-Nharz 23. – 2. ‘erfassen, erkennen, verstehen’, auch ‘einsehen’ 2: vereinz. nbrdb., 3: vereinz. n/w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Man kann jo natürlich nich all’ns begriepn, wat do in de Natur värgeiht, ... Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); Ooch word jeder bejreifn, daß ’n Ochse nich ins Konditerschaufenster jeheert. Krause 1964,55; Rda.: Er begreift 24 Schtunn’n schpäter ‘er versteht schwer, ist begriffsstutzig’ Vk-Anhaltc 103. – 3. ‘Krankheiten durch Zauberformeln zu heilen versuchen’, ausf. vgl. bten 2., 2: Heimatland-Ga 1930 Nr. 10, 3: Gesch-Ro 108, 4: Vk-Anhaltc 71.
Lautf., Gram.: begriep(e)n, -grp(e)n; außerdem: -grp’m Spr-Mab 394 (WO-Ol); [bjript] 3. Sg. Präs. JE2-Scho; bejreifn Krause 1964,55; -jreift 3. Sg. Präs. Vk-Anhaltc 71; [pujraifn] Wb-Be.
Brtlock n. ‘mit Wasser gefüllte Vertiefung auf schlammigem Grund’ 3: Gesch-Ro 6.
Brtsuppe f. 1. ‘Suppe, die das Brautpaar vor dem Gang zur Kirche gemeinsam aus einem Gefäß essen muss’ 3: Gesch-Ro 107. – 2. ‘Speisen und Getränke, die dem Pfarrer, dem Kantor und den Schuljungen, die bei der Trauung sangen, ausgegeben werden’, neben einer Suppe gehören Fleisch, Brot, Kuchen und Bier dazu, veralt., 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: Vk-Anhaltb 43 (BA-Neu).
Lautf.: Brtsupp Wb-Altm* 51, Wb-Altm** 41.
Gevatterbrief m. ‘Brief mit der Einladung, Pate eines Kindes zu werden’, ausf.  Dpe, Vadder(n)brf, 2: Bewohner-Altm 2,140, 3: Gesch-Ro 107.
Grde f. 1a. ‘feine Erde, Staub’ 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Nharz 65 (BLA-Sti) – de akker is sau fn w gre a.a.O. 65. – 1b. ‘heiße, glühende Asche’ 3: Spr-Asch 39. – 2. dass. wie  Grdekksmrjen missmor Jrde h’l 4: DE-Ca. – 3. ‘ummauerte Feuerstelle, in der Speisen mit glühender Asche langsam gegart oder warm gehalten werden’, veralt., 2: vereinz. nbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – in de Grud kaok’n Wb-Altm 71; Lß de Jrse nich ausjn! Wb-Ak 81; Wer wett hütigen Da’es noch wat von Pott in de Gru’e setten? ... Wenn de Lü’e et morjens na’n Felle jungen, sette de Fru en Pott in de Grue ... un make en groten Hupen glu’e Asche op’n Pottdeckel. Un wenn se denn et Midda’s no Hus keimen, denn word de Pott ut de Gru’e krejjen, de Zuppe war gar ... Wedde 1938,12. – Die G. war zu jeder Tages- und Jahreszeit in Gebrauch. Sie befand sich neben dem Ofen oder aber in der oberen Hälfte des Küchenherdes, als Brennmaterial dienten zunächst Stroh, Sägespäne, Laub oder Mohn- und Kartoffelkraut, später dann Koks. Die Töpfe mit dem vorbereiteten Essen wurden (morgens) in die glühende Asche gestellt und mit dieser vollständig bedeckt, so dass die Gerichte ohne Aufsicht garen und dabei nicht anbrennen konnten. ausf. u.a. Gesch-Ro 45, Speisen-Börde 386, Wb-Ak 81.
Lautf.: Grude, Jrude, [jrd] JE2-Scho, verstr. s elbostf., vereinz. anhalt.; Grud, [grd] vereinz. Altm.; Gruhe HA-Bo Neu; Grue, Jrue, [jr] Hbl-Ohre 1926 Nr. 6 (CALV-Zo), verstr. w elbostf., QUE-Hau; Gru, gr vereinz. w elbostf., QUE-Di; Jrse, [jrz] Wb-Ak 81, CA-Do; jrde Wb-Nharz 65 (BLA-Sti). – Etym.: zu mnd. grde ‘heiße Asche, Rückstände von einem Strohfeuer, Strohkohlen’, vgl. HWb-Mnd 2,176.
Hallerbrt n. ‘nach besonderem Verfahren gebackenes Brot’ – Das Brot wurde nach acht Minuten aus dem Ofen geholt und, nachdem es mit Wasser bestrichen und die Rinde der Oberseite geschlitzt worden war, ein zweites Mal in den Ofen geschoben. Dadurch quoll der Teig hervor, das Brot geriet sehr schmackhaft und war lange haltbar. 3: OSCH-Ott, Wb-We 45, Gesch-Ro 104.
Lautf.: Hallerbrt Wb-W e 45; Halder- OSCH-Ott.
hallern Vb. ‘ Hallerbrt backen’ 3: Wb-We 45, Gesch-Ro 104.