Enke m. 1. ‘ Kleinknecht’, vorw. veralt., 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm. (außer OST), JE2-Ro Scha, verstr. JE1 ZE, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. nthür. s CA ö BE, Richter o.J. 109, DE-Lau – ..., un sien Enke, Karl Dörje, vorstund orndtlich de feuhren un mit Pärd un Wa’n umme de gahn. Wedde 1938,67; Der Encke, wenn er in der Erndte Garben reckt, bekömt jährlich an 14 Thlr. Lohn; futtert die Pferde, pflügt hinter den Knecht her und fährt den ledigen Wagen wieder zurücke. Chr-Atz 91. – 2. ‘unverheirateter Bursche’ 3: Wb-We 35.
Lautf., Gram.: Enke, [ek]; außerdem: [-n] Pl. Mda-nwJe1b 71 (JE1-Ih Pa, vereinz. w JE1); Enken Akk. Sg. Richter o.J. 109; Enk vereinz. nwaltm. Altm. (außer OST); [eg] verstr. BE; Nbf.: [ekl] HA-Uep. – Etym.: mnd. enke ‘Knecht’, vgl. HWb-Mnd 1,546.
2Hrde m. ‘Hirt’ 2: verstr. ZE, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 5, Wb-Ak 71, Wb-Be – keue for’n harten drben Wb-Nharz 71; Hinrik Godeken hed erhalden up den hilgen, dat de herde sin swin in synen hoff nicht gebracht hed, … 1435, WeteB-Calbec160. – Von den Gemeinden wurden H. für Schafe, Kühe, Gänse, Schweine und Pferde angestellt. – Brauch: Heischegänge der H. fanden zu Silvester (Vk-Anhalta 38f.), am Neujahrstag, am Tag der Heiligen drei Könige und zu Fabian Sebastian (20. Januar) statt (Chr-Atz 68). In Bornum wurden H. zu Lichtmess angelohnt und wieder gemietet, jedoch erst zum Beginn des Hirtenjahres, am 1. Mai, ausgelohnt (Vk-Anhalta 38).
Lautf.: härde Mda-Ro; hrte Mda-Sti 5; harte, [hart] verstr. ZE, Wb-Nharz 71, BLA-Be Brau, QUE-Di; Horte, [hort] ZE-Roß, Wb-Ak 71, Wb-Be; [hr] Nd-Börde § 112; hiere OSCH-Di. Zuss.: K-, Nachthirt.
hnacken Vb. 1. ‘heimlich und schadenfroh lächeln’,  grnen, 1: SA-Dä, 2: OST-Hö KlBeu, WO-Col, JE2-Kam, 3: HA-Va. – 2. ‘necken,  foppen, verspotten’ 3: Wb-We 53, Chr-Atz 66.
Lautf.: hohnacken OST-Hö KlBeu, WO-Col, honackenHA-Va, hoonacken JE2-Kam; honäcken Chr-Atz 66; hnecken Wb-We 53; häonackn, häonoeckn SA-Dä.
Kamsl n. ‘westenartiges Kleidungsstück’,  Weste, 2: Tracht-ProvSachs 188 (GA), 3: Wb-Holzl 115, Volkstum-Ma 81, Chr-Atz 99 – Rda.: dat höltene Kamsool anmeten ‘jmds. Sarg machen’ Wb-Holz 115 (HA-Um). – Zum Brautanzug gehörte ein K. aus buntem, seidenem Damast. Sonst trugen die Frauen ein K. aus bunt bedrucktem Stoff mit Kettenverschluss aus Messing, darüber bunt gestickte Tücher aus Seide oder Wolle. Tracht-ProvSachs 188 (GA).
Kohlstrunk(s) m. ‘Stengel der Kohlpflanze’ 3: Wb-Nharz 103, Chr-Atz 96, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: [kltruks] Wb-Be; klschtrunk Wb-Nharz 103; Kohlstrüncke Pl. Chr-Atz 96.