Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 1022
Fpe f. 1. ‘aus einem Weidenzweig gefertigte Flöte’ 1:
verbr. nwaltm., 2: verbr. n/mittlere Altm., verstr. s Altm.
n/mittleres JE2, Mda-nwJe1b 68 (JE1-Ih), 3: Mda-sJe1 28
(JE1-Pe) – maok mik doch enns an Faup SA-Dä; ... will’r
sick Tackens awsnied’n. Dao will’r sick Fleuten van
maoken un Fopen.
Pohlmann 1905,60; Bastlösereim:Foop, Foop Bastjoahn,
loat de Foop afjoahn,
loat se nich verderw’n
loat’n Foop ut wär’n.
STE-Wa.
Die versch. Arten der Pfeifen werden von den Kindern
aus einem Weidenzweig oder einem hohlen Pflanzen-
stängel, bes. im Frühling, wenn die Pflanzen voll im Saft
stehen, gefertigt. Dazu trennt man ein astloses Stück von
einem Weidenzweig ab und klopft es anschließend so
lange, bis sich die Rinde löst und abgedreht werden
kann. Das Aufsagen von Bastlösereimen (vgl. u.a. klop-
pen, Ppe, Sebastian
) soll ein Platzen der Rinde verhin-
dern. Bei einer einfachen kleinen Pfeife, die nur einen
brummenden Ton von sich gibt (deshalb u.a. die Benen-
nung Brummer, auch die F. gehört dazu), wird die Rinden-
hülse an einem Ende abgeschabt und breit zusammenge-
drückt, so dass man ein Mundstück erhält, das auch für
die Schalmei Verwendung findet. Ein anderer Typ besitzt
vorn ein (eingesetztes) Mundstück, eine Kerbe am vorde-
ren oberen Teil und einen hinteren Verschluss (aus dem
Holz des abgetrennten Zweiges), der entweder fest oder
beweglich ist, was dann eine Veränderung der Tonhöhe
ermöglicht. Durch das Einsetzen einer Erbse o.ä. in die
Kerbe entsteht eine Trillerpfeife.  Aufzählung unabhän-
gig von den versch. Arten: Bass Bastfleute Blubberfleute
Botterfleute Brammer Brummbass Brumme 1Brummel
Brummelfpe Brummer Ddelbass DdelsackDdelsack-
ppe Dwrfleute Dwrppe Fpe Fleutdse Fleute Fleut-
je(n)ppe Flottenppe Fuppe Füppke Heppe Hopper Hup-
pe Huppeh Huppeppe Huppeppe Hupper Huppo
1Huppup Kloppeppe Kloppfleutje Knarre Kuckucksfleute
Lappje Ppe Pper Parpe Ppe Plockfleutje Plock(s)ppe
Ploppppe 2Ppe Purpe Purpel 1Quke Quarke Quarre
Ringelfpe Schalmei Stempelfleute Trar Traratt Wald-
hrn Wdenfleute Wdenfpe Wdenppe.
– 2. ‘Gummi-
sauger der Kleinkinder’,  Nuckel, 4: BLA-All, BE-Gier
KlSchie.
Lautf., Gram.: Fope, [fp] SA-Win, OST-Zeh, verstr. s Altm. n/
mittleres JE2, Mda-sJe1 28 (JE1-Pe); Foop, -b, [fp] vereinz.
ö nwaltm., verbr. n/mittlere Altm.; Fop(e)n Pl. vereinz. Altm.;
[fb] BE-Gier KlSchie; Pfope STE-Gro; Pfoop GA-Ga, STE-
Wei; Faup, [faup] verbr. nwaltm.; [feop] SA-Jü; Fopje Dim.
WO-Ke Sa; [fp] Mda-nwJe1b 68 (JE1-Ih); Fappe BLA-All.
Expandiere:
Lemma
Fpe
Grammatische Angabe
f.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘aus einem Weidenzweig gefertigte Flöte’
Verbreitung
  • 1: verbr. nwaltm.
  • 2: verbr. n/mittlere Altm., verstr. s Altm. n/mittleres JE2, Mda-nwJe1b 68 (JE1-Ih)
  • 3: Mda-sJe1 28 (JE1-Pe)
Belege
  • maok mik doch enns an Faup SA-Dä
  • ... will’r sick Tackens awsnied’n. Dao will’r sick Fleuten van maoken un Fopen. Pohlmann 1905,60
  • Bastlösereim:Foop, Foop Bastjoahn,
    loat de Foop afjoahn,
    loat se nich verderw’n
    loat’n Foop ut wär’n.
    STE-Wa.
    Die versch. Arten der Pfeifen werden von den Kindern aus einem Weidenzweig oder einem hohlen Pflanzenstängel, bes. im Frühling, wenn die Pflanzen voll im Saft stehen, gefertigt. Dazu trennt man ein astloses Stück von einem Weidenzweig ab und klopft es anschließend so lange, bis sich die Rinde löst und abgedreht werden kann. Das Aufsagen von Bastlösereimen (vgl. u.a. kloppen, Ppe, Sebastian) soll ein Platzen der Rinde verhindern. Bei einer einfachen kleinen Pfeife, die nur einen brummenden Ton von sich gibt (deshalb u.a. die Benennung Brummer, auch die F. gehört dazu), wird die Rindenhülse an einem Ende abgeschabt und breit zusammengedrückt, so dass man ein Mundstück erhält, das auch für die Schalmei Verwendung findet. Ein anderer Typ besitzt vorn ein (eingesetztes) Mundstück, eine Kerbe am vorderen oberen Teil und einen hinteren Verschluss (aus dem Holz des abgetrennten Zweiges), der entweder fest oder beweglich ist, was dann eine Veränderung der Tonhöhe ermöglicht. Durch das Einsetzen einer Erbse o.ä. in die Kerbe entsteht eine Trillerpfeife.
2.
Bedeutung
‘Gummisauger der Kleinkinder’,  Nuckel
Verbreitung
4: BLA-All, BE-Gier KlSchie.

Fpe