Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 1032
fsch Adj. 1a. ‘ morsch, brüchig, leicht zerfallend’,
auch von Holz, das zu faulen beginnt, 1: vereinz. nw-
altm., 2: SA-Kal, verstr. s Altm. JE2, verbr. JE1, vereinz.
w ZE, 3: vereinz. n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf., 4:
Wb-Ak 60 – dät Holt is fsch JE2-Scho; Dr Strick is
fsch.
Wb-Ak 60. – 1b. ‘weich, schlaff, welk’, von Pflan-
zen oder Früchten, bes. vom Kohl der keinen festen Kopf
gebildet hat, 1: SA-Rist, 2: OST-Bö, 3: vereinz. elbostf.,
4: vereinz. omd. – de Kohl is fß OST-Bö; an fsches
Redschen
Wb-Ak 60; de Appel is schn fsch Beiträge-
Nd 62 (WO-HWa). – 1c. ‘überreif, weich, von innen
faulend’, bes. von Birnen,  mulsch, 3: CA-Ca GrRo, 4:
BE-KlSchie Wa. – 1d. ‘fadenscheinig, dünn’, von Gewe-
ben, 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. Altm., 3: vereinz. n
elbostf., CA-Gli Löd – dat Lemmwand (Leinen) is ban-
nich fesch
SA-Dä; foosch neien ‘schlecht, unordentlich
nähen’ CA-Löd. – 2. ‘kraftlos, erschöpft’,  slapp, auch
‘lustlos’ 2: Id-Altm, Wb-Altm 56, 3: Wb-Holzl 87, Id-
Eilsa 63 – ’t is ’n fschen Krl Wb-Altm 56; ek bin sau
fosch
Id-Eilsa 63; dat Peerd war nachern sau fohisch
Wb-Holzl 87 (HA-Ov). – 3. ‘ärgerlich, zornig’,  1fuch-
tig
, auch ‘eigensinnig, starrköpfig, trotzig’,  dickköp-
pig
, 2: ZE-Roß, 3: BE-Gü, 4: verstr. anhalt. – lsen jn,
dor is fsch
DE-Ca; Se heert’s nich jarne un konne
mächtig foosch drewwer wer’n.
Alt-Cöthen 83.
Lautf.: foosch, [f]; außerdem: fosche BA-Schie; [fe] Id-
Eilsa 63; fß, [fs] SA-Ah Pü, vereinz. mittlere Altm. OST;
[faus] SA-Ku Zie, vereinz. nö SA, OST-Bi, GA-Ku; [fes] verbr.
nwaltm.; Nbf.: fohisch Wb-Holzl 87.
Expandiere:
Lemma
fsch
Grammatische Angabe
Adj.
Gliederung
1a.
Bedeutung
‘ morsch, brüchig, leicht zerfallend’, auch von Holz, das zu faulen beginnt
Verbreitung
  • 1: vereinz. nwaltm.
  • 2: SA-Kal, verstr. s Altm. JE2, verbr. JE1, vereinz. w ZE
  • 3: vereinz. n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf.
  • 4: Wb-Ak 60
Belege
  • dät Holt is fsch JE2-Scho
  • Dr Strick is fsch. Wb-Ak 60.
1b.
Bedeutung
‘weich, schlaff, welk’, von Pflanzen oder Früchten, bes. vom Kohl der keinen festen Kopf gebildet hat
Verbreitung
  • 1: SA-Rist
  • 2: OST-Bö
  • 3: vereinz. elbostf.
  • 4: vereinz. omd.
Belege
  • de Kohl is fß OST-Bö
  • an fsches Redschen Wb-Ak 60
  • de Appel is schn fsch Beiträge-Nd 62 (WO-HWa).
1c.
Bedeutung
‘überreif, weich, von innen faulend’, bes. von Birnen,  mulsch
Verbreitung
  • 3: CA-Ca GrRo
  • 4: BE-KlSchie Wa.
1d.
Bedeutung
‘fadenscheinig, dünn’, von Geweben
Verbreitung
  • 1: verbr. nwaltm.
  • 2: verstr. Altm.
  • 3: vereinz. n elbostf., CA-Gli Löd
Belege
  • dat Lemmwand (Leinen) is bannich fesch SA-Dä
  • foosch neien ‘schlecht, unordentlich nähen’ CA-Löd.
2.
Bedeutung
‘kraftlos, erschöpft’,  slapp, auch ‘lustlos’
Verbreitung
  • 2: Id-Altm, Wb-Altm 56
  • 3: Wb-Holzl 87, Id-Eilsa 63
Belege
  • ’t is ’n fschen Krl Wb-Altm 56
  • ek bin sau fosch Id-Eilsa 63
  • dat Peerd war nachern sau fohisch Wb-Holzl 87 (HA-Ov).
3.
Bedeutung
‘ärgerlich, zornig’,  1fuchtig, auch ‘eigensinnig, starrköpfig, trotzig’,  dickköppig
Verbreitung
  • 2: ZE-Roß
  • 3: BE-Gü
  • 4: verstr. anhalt.
Belege
  • lsen jn, dor is fsch DE-Ca
  • Se heert’s nich jarne un konne mächtig foosch drewwer wer’n. Alt-Cöthen 83.