Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 1033
Foss m. 1. TiN ‘Fuchs’ verbr. – dai Foss fritt Huina un
Guis up
SA-Dä; de Foss sitt in snen Locke HA-Oh;
Rda.: doa säng sei de Föss gde Nachd von einer einsa-
men Gegend, GA-Da; lat dick en Foss wat bringen ‘du
erhältst nichts’ Sprw-Börde; keddern w de fos met’n
jensen
‘schlau, hinterlistig sein’ Wb-Nharz 218 (BLA-
Hü); ... da kommt uns en Voß mang die Häuner! ‘da gibt
es Probleme!’ Lindaua o.J. 18; w mot de fos tau’n lokke
rt
‘irgendwie muss die Angelegenheit zu Ende gebracht
werden’ Wb-Nharz 218; dat hat de Foss emeten un de
Swans tauegewen
‘der Weg ist länger als angegeben
wurde’ Wb-We 158; der Foss hat’n Winter min Lewe
nich oppefreten
‘der Winter ist noch nie ausgeblieben’
Sprw-Börde; Verfeer (Erschrick) di nich, sä de Voß, da
sprung he up’n Hahn.
Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Dät
is doch wat, sä de Voß, dao reet häi dänn Haohn ’n
Fädder ut’n Stärt.
Bewohner-Altm 1,365; et is alles en
Öwergang, sä dä Voß vor dän Hasen, da trecke ehm dat
Fell öwer dä Ohren
BLA-Ti; W’t bt’n woll väör Wä(d)’r
iss? seggt de Foss un sitt achter’n Mäddelhalm
(PflN
Windhalm). Wb-Altm 257; Sprw.: Wer met Fössen te
daun het, mot ’n Häunderstall tauholn
(geschlossen
halten). Vk-Harz 3,58; Rätsel: wann is de Voß en Voß?
– wenn er allein ist, OST-Ker. – Volksgl.: Der F. bringt
die Ostereier. ADVk Kt. 32 (verstr. ö Altm., Einzelbelege
JE1). – 2. in der Verbdg.: Foss int Lock und Foss tn
Lock
Kinderspiel(e), 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 56, 3: ver-
einz. elbostf. – 3a. ‘Gestalt, die in den zuletzt gemähten
Halmen sitzt’ 2: ADVk Kt. 92 (Einzelbeleg ZE), Vk-
Anhaltb 47 (ZE-Ro). – 3b. ‘Schreckgestalt für Kinder, die
angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, auch
‘Schreckgestalt, die angeblich im Wald wohnt’,  Spke-
ding
, 1: ADVk Nr. 49 und Nr. 125a (vereinz. nwaltm.), 2:
vereinz. w Altm. – De Foß suppt dick ut. Warnung an
Kinder, ADVk Nr. 125a (SA-Wad). – 4a. auch n. (von
Mädchen) ‘rothaariger Mensch’, ihm werden die Eigen-
schaften von (1.) wie Falschheit und Hinterlistigkeit zu-
geschrieben, verstr. – saun les fos von einem rothaari-
gen Mädchen, Wb-Nharz 218; d k’lnm (Spitzname)
fan Rtkopp is Foss JE2-Scho; dats en Foss, den kannste
nich truen
Sprw-Börde. – 4b. ‘schlauer, listiger, durch-
triebener Mensch’, unabhängig von der Haarfarbe, 4:
Wb-Ak 62, Vk-Anhalta 270. – 4c. ‘Mensch, der andere
verrät, verpetzt’ 2: Wb-Altm* 53, 3: vereinz. sw elbostf.
– 5a. ‘Pferd mit rotbraunem Haar’ 2: Wb-Altm 152, GA-[1034]
Da, vereinz. JE2 JE1, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4:
Wb-Ak 62 – Use Pärd is krank, Dä Foß in der hinders-
ten Stidde!
Klaus 1936,25. – 5b. TiN kleine rotbraune
Ameisenart,  Mgmte (n.Z.), 2: ZE-Stre. – 6. ‘Herz-
ober’, Spielkarte, 3: HA-Bor. – 7. ‘um den Mast des
Kahns geschlungene Kette mit einem Ring am Ende, in
den die Sprietstange eingesteckt wird, um sie am Mast zu
befestigen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 212 (STE-Bit
Tan, WO-Ro, JE2-Pa), 4: a.a.O. 212 (CA-Ak). – 8. ‘Gold-
stück’ 2: vereinz. Altm., 4: Wb-Be, BE-Wa – Sprw.: Föss
treck’n best’n.
Wb-Altm* 72.
Lautf.: Foss, Voss, [fos] verbr. nwaltm. Altm., verstr. JE2, Mda-
nwJe1a 50 (verstr. n JE1), verbr. elbostf. (im ö Elbostf. z.T.
veralt. neben Fuchs); [fs] vereinz. nbrdb.; Fuchs, Fuks, [fuks],
[fugs]
(omd.) GA-Da (5a.), Elbschifferspr. 212 (STE-Bit Tan,
WO-Ro, JE2-Pa – (7.)), verbr. JE1 ZE, verstr. ö elbostf., verbr.
omd.
Expandiere:
Lemma
Foss
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1.
Bedeutung
TiN ‘Fuchs’ verbr.
Belege
  • dai Foss fritt Huina un Guis up SA-Dä
  • de Foss sitt in snen Locke HA-Oh
  • Rda.: doa säng sei de Föss gde Nachd von einer einsamen Gegend, GA-Da
  • lat dick en Foss wat bringen ‘du erhältst nichts’ Sprw-Börde
  • keddern w de fos met’n jensen ‘schlau, hinterlistig sein’ Wb-Nharz 218 (BLA-Hü)
  • ... da kommt uns en Voß mang die Häuner! ‘da gibt es Probleme!’ Lindaua o.J. 18
  • w mot de fos tau’n lokke rt ‘irgendwie muss die Angelegenheit zu Ende gebracht werden’ Wb-Nharz 218
  • dat hat de Foss emeten un de Swans tauegewen ‘der Weg ist länger als angegeben wurde’ Wb-We 158
  • der Foss hat’n Winter min Lewe nich oppefreten ‘der Winter ist noch nie ausgeblieben’ Sprw-Börde
  • Verfeer (Erschrick) di nich, sä de Voß, da sprung he up’n Hahn. Heimatland-Ga 1930 Nr. 10
  • Dät is doch wat, sä de Voß, dao reet häi dänn Haohn ’n Fädder ut’n Stärt. Bewohner-Altm 1,365
  • et is alles en Öwergang, sä dä Voß vor dän Hasen, da trecke ehm dat Fell öwer dä Ohren BLA-Ti
  • W’t bt’n woll väör Wä(d)’r iss? seggt de Foss un sitt achter’n Mäddelhalm (PflN Windhalm). Wb-Altm 257
  • Sprw.: Wer met Fössen te daun het, mot ’n Häunderstall tauholn (geschlossen halten). Vk-Harz 3,58
  • Rätsel: wann is de Voß en Voß?
  • wenn er allein ist, OST-Ker.
  • Volksgl.: Der F. bringt die Ostereier. ADVk Kt. 32 (verstr. ö Altm., Einzelbelege JE1).
2.
Bedeutung
in der Verbdg.: Foss int Lock und Foss tn Lock Kinderspiel(e)
Verbreitung
  • 1: SA-Dä
  • 2: Wb-Altm 56
  • 3: vereinz. elbostf.
3a.
Bedeutung
‘Gestalt, die in den zuletzt gemähten Halmen sitzt’
Verbreitung
2: ADVk Kt. 92 (Einzelbeleg ZE), Vk-Anhaltb 47 (ZE-Ro).
3b.
Bedeutung
‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, auch ‘Schreckgestalt, die angeblich im Wald wohnt’,  Spkeding
Verbreitung
  • 1: ADVk Nr. 49 und Nr. 125a (vereinz. nwaltm.)
  • 2: vereinz. w Altm.
Belege
De Foß suppt dick ut. Warnung an Kinder, ADVk Nr. 125a (SA-Wad).
4a.
Grammatikalische Angabe
auch n.
Bedeutung
(von Mädchen) ‘rothaariger Mensch’, ihm werden die Eigenschaften von (1.) wie Falschheit und Hinterlistigkeit zugeschrieben
Verbreitung
verstr.
Belege
  • saun les fos von einem rothaarigen Mädchen, Wb-Nharz 218
  • d k’lnm (Spitzname) fan Rtkopp is Foss JE2-Scho
  • dats en Foss, den kannste nich truen Sprw-Börde.
4b.
Bedeutung
‘schlauer, listiger, durchtriebener Mensch’, unabhängig von der Haarfarbe
Verbreitung
4: Wb-Ak 62, Vk-Anhalta 270.
4c.
Bedeutung
‘Mensch, der andere verrät, verpetzt’
Verbreitung
  • 2: Wb-Altm* 53
  • 3: vereinz. sw elbostf.
5a.
Bedeutung
‘Pferd mit rotbraunem Haar’
Verbreitung
  • 2: Wb-Altm 152, GA-Da, vereinz. JE2 JE1, ZE-Roß
  • 3: vereinz. elbostf.
  • 4: Wb-Ak 62
Belege
Use Pärd is krank, Dä Foß in der hindersten Stidde! Klaus 1936,25.
5b.
Bedeutung
TiN kleine rotbraune Ameisenart,  Mgmte (n.Z.)
Verbreitung
2: ZE-Stre.
6.
Bedeutung
‘Herzober’, Spielkarte
Verbreitung
3: HA-Bor.
7.
Bedeutung
‘um den Mast des Kahns geschlungene Kette mit einem Ring am Ende, in den die Sprietstange eingesteckt wird, um sie am Mast zu befestigen’, Schifferspr.
Verbreitung
  • 2: Elbschifferspr. 212 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa)
  • 4: a.a.O. 212 (CA-Ak).
8.
Bedeutung
‘Goldstück’
Verbreitung
  • 2: vereinz. Altm.
  • 4: Wb-Be, BE-Wa
Belege
Sprw.: Föss treck’n best’n. Wb-Altm* 72.