Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 1074
fl Adj. 1a. ‘in Verwesung übergegangen, verrottet,
verdorben’, auch in FlN, verbr. – en fl Käse Wb-We
160; dä Kartuffeln sünd all ful HA-Bee; ... socht Köppken
seß Wochen de fulen Eier ut Mudder öhr Schapp.
Lindaub o.J. 26; Sprw.: der beste Appel word ok ful ‘auch einem
umsichtigen Menschen kann ein Fehler unterlaufen’
Sprw-Börde; n’ fl Ei fordarwet ’n ganzen Brei HA-Oh.
– 1b. ‘ morsch, brüchig, leicht zerfallend’, bes. von
Holz, das zu faulen beginnt, verstr. – fulet Holt JE2-Red.
– 2. ‘an Wassersucht leidend’, von Tieren, 2: Wb-Altm*
53. – 3. ‘arbeitsscheu, bequem, träge’ verbr. – De Kohdirn
de was ook nich ful ...
Pohlmann 1905,86; Rda.: hai
lecht sick opp de fule Halwe
‘er faulenzt’ Wb-Holzl 93;
uf te faule Prnhaut len Wb-Be; sek fle dge mken
Wb-Nharz 220; ful wie der Schaper Sprw-Börde; fl
w’n sel
Wb-Nharz 52; Er ist faul wie der Mist. Spr-
Anhalt 169; ful wie Galgenholt sien Sprw-Eils 38; fl w
de Sünne
HA-Oh; Sprw.: Morjen, morjen, nur nich hiede,
seggen alle fulen Liede.
WO-Zie; Ful Ossen leg’n sick
nich gärn henn, de gröwwelt
(graut) vör’t Upstaohn.
Bewohner-Altm 1,354; subst.: De Fl dröggt sick dd,
de Flitig rönnt sick dd.
Wb-Altm 276; eh de Fule
zweimal jeiht, trächte dat’n de Buk weih deit
BA-Ali;
geiht de Sunne na Westen, arbeien de Fulen am besten
Sprw-Börde; et Nachts mit de Uhlen, röht (regen) sek
alle Fuhlen
WE-Dar. – 4. subst. ‘ Schellenober’, Spiel-
karte, 2: JE2-Wa, JE1-Ka, 3: vereinz. n/mittleres elbostf.
n CA, 4: BE-Me Ra.
Lautf.: fu(u)l, fl verstr. ö/s nwaltm., verbr. brdb. elbostf. nthür.;
[fo] SA-Ku Pü; [fiu], [fiuo] verbr. nwaltm.; faul ZE-Roß
Steu, verbr. anhalt.
Expandiere:
Lemma
fl
Grammatische Angabe
Adj.
Gliederung
1a.
Bedeutung
‘in Verwesung übergegangen, verrottet, verdorben’, auch in FlN, verbr.
Belege
  • en fl Käse Wb-We 160
  • dä Kartuffeln sünd all ful HA-Bee
  • ... socht Köppken seß Wochen de fulen Eier ut Mudder öhr Schapp. Lindaub o.J. 26
  • Sprw.: der beste Appel word ok ful ‘auch einem umsichtigen Menschen kann ein Fehler unterlaufen’ Sprw-Börde
  • n’ fl Ei fordarwet ’n ganzen Brei HA-Oh.
1b.
Bedeutung
‘ morsch, brüchig, leicht zerfallend’, bes. von Holz, das zu faulen beginnt
Verbreitung
verstr.
Belege
fulet Holt JE2-Red.
2.
Bedeutung
‘an Wassersucht leidend’, von Tieren
Verbreitung
2: Wb-Altm* 53.
3.
Bedeutung
‘arbeitsscheu, bequem, träge’ verbr.
Belege
  • De Kohdirn de was ook nich ful ... Pohlmann 1905,86
  • Rda.: hai lecht sick opp de fule Halwe ‘er faulenzt’ Wb-Holzl 93
  • uf te faule Prnhaut len Wb-Be
  • sek fle dge mken Wb-Nharz 220
  • ful wie der Schaper Sprw-Börde
  • fl w’n sel Wb-Nharz 52
  • Er ist faul wie der Mist. Spr-Anhalt 169
  • ful wie Galgenholt sien Sprw-Eils 38
  • fl w de Sünne HA-Oh
  • Sprw.: Morjen, morjen, nur nich hiede, seggen alle fulen Liede. WO-Zie
  • Ful Ossen leg’n sick nich gärn henn, de gröwwelt (graut) vör’t Upstaohn. Bewohner-Altm 1,354
  • subst.: De Fl dröggt sick dd, de Flitig rönnt sick dd. Wb-Altm 276
  • eh de Fule zweimal jeiht, trächte dat’n de Buk weih deit BA-Ali
  • geiht de Sunne na Westen, arbeien de Fulen am besten Sprw-Börde
  • et Nachts mit de Uhlen, röht (regen) sek alle Fuhlen WE-Dar.
4.
Grammatikalische Angabe
subst.
Bedeutung
‘ Schellenober’, Spielkarte
Verbreitung
  • 2: JE2-Wa, JE1-Ka
  • 3: vereinz. n/mittleres elbostf. n CA
  • 4: BE-Me Ra.