Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 1212
gt Adj. verbr. 1a. ‘den Zwecken genügend, zufrieden
stellend, einwandfrei’ – w hem’m k jjen Acka JE2-
Scho; dat is’n g Pert HA-Oh; ... Kohlzupp ... un de
wör gaud naug för ehr Knechtens un ehr Deerns.
Essen-
nwAltm 91 (SA-Han); De Geschichte ... hät ville Lüede
guet gefalln ...
Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie);
Verbdg.: maket gut Abschiedsgruß, Sprw-Börde; schn
gt
abwehrend, wenn sich jmd. bedanken will, Wb-
Nharz 66; Rda.: gd tau Wege ‘gesund, rüstig’ Wb-We
44; lat man gut sien ‘lass es dabei bewenden’ HA-Bee;
Sprw.: Wer goot schmeert, de goot föhrt. Firmenich 1854,132 (STE-Ste). – 1b. ‘tüchtig, den Aufgaben ge-
wachsen’ – ... un weilse anne jude Hausfrau war, da
dachte se schon in’n Sommer dran, was in’n Winter
wern solle ...
Wäschke 41919,28; Sprw.: Wat’n goden
Vaogel is, de but’n god Nest.
Spr-Altm 83. – 1c. ‘wirk-
sam, nützlich, hilfreich’ – dat is gt fr’n hausten Wb-
Nharz 66; Rda.: Awwer wer weeß wofor’s jut is. Heimat-
kalender-Be 1936,155; Sprw.: Wat een god don kann,
dät werd twee ook nich to vöäl.
Bewohner-Altm 1,330.
– 1d. ‘passend, geeignet, günstig’ – jder Wind ‘güns-
tiger Wind zum Segeln’ Elbschifferspr. 437 (JE2-Mi).
– 1e. ‘nicht für den alltäglichen Gebrauch bestimmt, bes.
Anlässen vorbehalten’ –[1213]Wer et man ichtens maaken kann,
Schafft sick ne “Gue Stube” an.
Gorges 1938,51.
– 2a. ‘angenehm, erfreulich, positiv wirkend’ – he hat
goe Doch
(Tage) GA-Si; enes guin Dages JE2-Gü;
jumorjen Gruß, Wb-Ak 82; guen Dag Gruß, HA-Ack;
wenn et Wäder guut is HA-Neu; düsse Tüffel schmeckt
jt
JE2-Scho; ... Stund mei sön witten Schlips ok good ...
Francke 1904,8; hei hat’t ganz gt HA-Oh; Warsch bis
dahin jut jejangn ...
Krause 1964,22; Is doch gaud,
Mudder, wenn’ öfter ünner de Lüd’ kümmt.
Hausfr-Altm
1930,7 (SA-Die); Rda: Seck’n jutn Dach maken ‘ange-
nehme Tage verleben’ Spr-Asch 19. – 2b. ‘gesund, wohl’
hei süht nich gut ut ‘er sieht kränklich aus’ HA-Bel;
ne (ihm) is nich gt Wb-Nharz 66; dat wart balle wer
gt
‘es heilt bald’ HA-Oh; ... sau lange wie miene Mut-
ter na nich wedder jut iss ...
Firmenich o.J. 161 (WA-
Ost). – 3. ‘mühelos, einfach, bequem’ – Rda.: de hat gt
köären
(reden) HA-Oh; dat kannste woll nich gut be-
haupten
CA-Fö. – 4a. ‘viel, reichlich, umfangreich’,
auch ‘ertragreich’ – en gt deil ‘eine gehörige Menge’
Wb-Nharz 66; die Ärn (Ernte) diss Joar iss jut CA-Lö;
got wat antrecken ‘sich warm einhüllen, anziehen’ STE-
Döl; Det jaab daa for die imm’r ’n jutes Drinkjeld ab.
Heimatkalender-Ze 1962,93 (ZE-Ze). – 4b. ‘mindestens,
bestimmt so viel’ – dat is ne g Stunne wt henne HA-
Oh; ... un die so breet war, dät guet fünf Wane näenen
änder ... führn künnten ...
Heimatkalender-Ma 1930,81
(JE2-Vie); Verbdg.: Das is jt un jarne zn Mark wrt.
Wb-Ak 82. – 4c. ‘sehr, überaus, stark’,  bannigen
gden hausten hebben
Wb-Nharz 66. – 5. ‘anständig,
charakterlich und moralisch einwandfrei, tadellos’, auch
‘gütig’ – ’n gun Minschen Id-Eilsa 66; hei is’n guen Jun-
gen
OSCH-Har; dor had ne jle Frau DE-Ca; wist k
gd dn?
‘willst du nun folgsam sein?’ Wb-Altm 67;
Rda.: got en gden man sn lten ‘sich keine Sorgen um
etw. machen’ Wb-Nharz 66; Sprw.: All tu juut is lieder-
lich
JE1-Dan; alder gden dinge sint’er dreie Wb-Nharz
66. – 6a. ‘freundlich, wohlmeinend’ – n’ gt Wert jbn
HA-Oh; Rda.: Dat is jans un jar juder Wille. ‘Das ist
sein freier Entschluss.’ Spr-Asch 19; hei hat woll en
guden Willen datau, kann et awer nich schaffen
Sprw-
Börde. – 6b. ‘freundschaftlich gesinnt, zugetan, gewo-
gen’ – en’n gd sn Wb-We 44; sek nich gt sn ‘verfein-
det sein’ Wb-Nharz 66; Wedder met’n ander jut sin ‘sich
wieder vertragen’ Spr-Asch 19; ... sek mit unsen Harre-
gott gut de stellen wett ...
Wedde 1938,8; Rda.: in’n
Gen utkemen
HA-Oh.
Lautf., Gram.: go(o)t, -d, j-, [gt], [jt] vereinz. ö/s nwaltm.,
verbr. nbrdb., vereinz. w JE1; gout Matthies 1912,25 (SA-Fa),
vereinz. nw WE; jut Mda-Sti 33; gaut, -d, [gaut] verbr. nw-
altm.; gu(u)t, -d, j-, [gt], [jt] vereinz. s SA s OST ö GA,
verstr. STE n WO, vereinz. mittleres JE2, verbr. mbrdb. elbostf.
omd.; guet verstr. mbrdb.;
in flekt. Formen: m. Akk. Sg.: goden Id-Altm, Spr-Altm 83;
goon, gn vereinz. Altm.; [jjn] JE2-Scho; [jijn] Elbschiffer-
spr. 437 (STE-Bit, JE2-Pa); [jn] Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa);
[gau] SA-Dä; guden, gden Sprw-Börde, Wb-Nharz 66; guhen[1214]
HA-Bo; gu’en, gen verstr. elbostf.; guun, ju’n QUE-Di, Krause 1964,15; [jijn] Elbschifferspr. 437 (WO-Ro); guin (Gen.
Sg.) JE2-Gü; juten Spr-Asch 19;
f. Nom./Akk. Sg. und st. Nom./Akk. Pl.: goot, joot, [gt], [jt]
vereinz. ö/s nwaltm., verstr. w/mittlere Altm. (außer s Rand);
gode, jode Spr-Altm 14, STE-Ost, WO-Ucht; goe, joe, [j]
vereinz. OST, STE-GrSchwa Po, vereinz. sw Altm.; [j] Mda-
nwJe1a 48 (JE1-HWa Lo); go’ Sprw-Altma 22; [jj] OST-Dü
Hi, vereinz. nö STE, JE2-Scho; [gi], [ji] SA-Vie, verstr. nö
Altm., STE-Ber, WO-Mahl; gaut verstr. nwaltm.; [gau] SA-Da;
gaue SA-Net; gude, jude vereinz. s elbostf., Wäschke 41919,28;
guhe STE-Ba; gue, jue, [g], [j] OST-Ein, CALV-Uth, ver-
einz. elbostf.; gu, ju HA-Oh, Id-Eilsa 66; [gt], [jt] GA-Bo,
vereinz. n WO; [jj] Mda-nwJe1a 48 (JE1-Rie); juije Dialekt-
Nd 12 (WO-An); [j] Mda-nwJe1a 48 (JE2-HSe, vereinz. n JE1);
[jl] DE-Ca; [jud] Mda-Ze (ZE-Roß); [jur] a.a.O. (ZE-
Reu Stre); [jul] a.a.O. (ZE-Gro); Kürze bes. in Grußformeln:
[judn] m. Akk. Sg. DE-Ca; gun(n), jun(n) m. Akk. Sg. vereinz.
elbostf., Wb-Ak 82; judde f. Akk. Sg. Wäschke71913,61;
Kompar.  2bet, bter; Superl.  best.
Expandiere:
Lemma
gt
Grammatische Angabe
Adj.
Bedeutung
verbr.
Gliederung
1a.
Bedeutung
‘den Zwecken genügend, zufrieden stellend, einwandfrei’
Belege
  • w hem’m k jjen Acka JE2-Scho
  • dat is’n g Pert HA-Oh
  • ... Kohlzupp ... un de wör gaud naug för ehr Knechtens un ehr Deerns. EssennwAltm 91 (SA-Han)
  • De Geschichte ... hät ville Lüede guet gefalln ... Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie)
  • Verbdg.: maket gut Abschiedsgruß, Sprw-Börde
  • schn gt abwehrend, wenn sich jmd. bedanken will, Wb-Nharz 66
  • Rda.: gd tau Wege ‘gesund, rüstig’ Wb-We 44
  • lat man gut sien ‘lass es dabei bewenden’ HA-Bee
  • Sprw.: Wer goot schmeert, de goot föhrt. Firmenich 1854,132 (STE-Ste).
1b.
Bedeutung
‘tüchtig, den Aufgaben gewachsen’
Belege
  • ... un weilse anne jude Hausfrau war, da dachte se schon in’n Sommer dran, was in’n Winter wern solle ... Wäschke 41919,28
  • Sprw.: Wat’n goden Vaogel is, de but’n god Nest. Spr-Altm 83.
1c.
Bedeutung
‘wirksam, nützlich, hilfreich’
Belege
  • dat is gt fr’n hausten Wb-Nharz 66
  • Rda.: Awwer wer weeß wofor’s jut is. Heimatkalender-Be 1936,155
  • Sprw.: Wat een god don kann, dät werd twee ook nich to vöäl. Bewohner-Altm 1,330.
1d.
Bedeutung
‘passend, geeignet, günstig’
Belege
jder Wind ‘günstiger Wind zum Segeln’ Elbschifferspr. 437 (JE2-Mi).
1e.
Bedeutung
‘nicht für den alltäglichen Gebrauch bestimmt, bes. Anlässen vorbehalten’
Belege
Wer et man ichtens maaken kann,
Schafft sick ne “Gue Stube” an.
Gorges 1938,51.
2a.
Bedeutung
‘angenehm, erfreulich, positiv wirkend’
Belege
  • he hat goe Doch (Tage) GA-Si
  • enes guin Dages JE2-Gü
  • jumorjen Gruß, Wb-Ak 82
  • guen Dag Gruß, HA-Ack
  • wenn et Wäder guut is HA-Neu
  • düsse Tüffel schmeckt jt JE2-Scho
  • ... Stund mei sön witten Schlips ok good ... Francke 1904,8
  • hei hat’t ganz gt HA-Oh
  • Warsch bis dahin jut jejangn ... Krause 1964,22
  • Is doch gaud, Mudder, wenn’ öfter ünner de Lüd’ kümmt. Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die)
  • Rda: Seck’n jutn Dach maken ‘angenehme Tage verleben’ Spr-Asch 19.
2b.
Bedeutung
‘gesund, wohl’
Belege
  • hei süht nich gut ut ‘er sieht kränklich aus’ HA-Bel
  • ne (ihm) is nich gt Wb-Nharz 66
  • dat wart balle wer gt ‘es heilt bald’ HA-Oh
  • ... sau lange wie miene Mutter na nich wedder jut iss ... Firmenich o.J. 161 (WA-Ost).
3.
Bedeutung
‘mühelos, einfach, bequem’
Belege
  • Rda.: de hat gt köären (reden) HA-Oh
  • dat kannste woll nich gut behaupten CA-Fö.
4a.
Bedeutung
‘viel, reichlich, umfangreich’, auch ‘ertragreich’
Belege
  • en gt deil ‘eine gehörige Menge’ Wb-Nharz 66
  • die Ärn (Ernte) diss Joar iss jut CA-Lö
  • got wat antrecken ‘sich warm einhüllen, anziehen’ STE-Döl
  • Det jaab daa for die imm’r ’n jutes Drinkjeld ab. Heimatkalender-Ze 1962,93 (ZE-Ze).
4b.
Bedeutung
‘mindestens, bestimmt so viel’
Belege
  • dat is ne g Stunne wt henne HA-Oh
  • ... un die so breet war, dät guet fünf Wane näenen änder ... führn künnten ... Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie)
  • Verbdg.: Das is jt un jarne zn Mark wrt. Wb-Ak 82.
4c.
Bedeutung
‘sehr, überaus, stark’,  bannig
Belege
en gden hausten hebben Wb-Nharz 66.
5.
Bedeutung
‘anständig, charakterlich und moralisch einwandfrei, tadellos’, auch ‘gütig’
Belege
  • ’n gun Minschen Id-Eilsa 66
  • hei is’n guen Jungen OSCH-Har
  • dor had ne jle Frau DE-Ca
  • wist k gd dn? ‘willst du nun folgsam sein?’ Wb-Altm 67
  • Rda.: got en gden man sn lten ‘sich keine Sorgen um etw. machen’ Wb-Nharz 66
  • Sprw.: All tu juut is liederlich JE1-Dan
  • alder gden dinge sint’er dreie Wb-Nharz 66.
6a.
Bedeutung
‘freundlich, wohlmeinend’
Belege
  • n’ gt Wert jbn HA-Oh
  • Rda.: Dat is jans un jar juder Wille. ‘Das ist sein freier Entschluss.’ Spr-Asch 19
  • hei hat woll en guden Willen datau, kann et awer nich schaffen Sprw-Börde.
6b.
Bedeutung
‘freundschaftlich gesinnt, zugetan, gewogen’
Belege
  • en’n gd sn Wb-We 44
  • sek nich gt sn ‘verfeindet sein’ Wb-Nharz 66
  • Wedder met’n ander jut sin ‘sich wieder vertragen’ Spr-Asch 19
  • ... sek mit unsen Harregott gut de stellen wett ... Wedde 1938,8
  • Rda.: in’n Gen utkemen HA-Oh.