Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 1219
Graff n. ‘für die Beerdigung eines Toten ausgehobene
Grube’, auch ‘kenntlich gemachte Stelle auf dem Fried-
hof, wo ein Toter begraben ist’ verstr. (aus dem Nwaltm.
keine Belege) – ... jeht ... na ihren Mann sein Jrab ...
Heimatkalender-Ze 1961,89 (ZE-Ze); dor had awwor a
schnes Jrb
DE-Ca; ... dat dei Linne op Greitchen
Krusen sien Graw stund.
Rauch 1929,73; Rda.: kumm
int Graf
Ausdeutung des Krächzens der Krähen, BLA-
Tr; d bringest mik noch in’t Grf ‘du entnervst mich
völlig’ HA-Oh; hei dreihet sich in Grawe um, wenne dat
hört
Sprw-Börde. – Volksgl.: Erde von einem frischen G.
gilt als Heilmittel. Vk-Anhalta 25. Sackt ein G. nach,
stirbt bald wieder jmd. CA-Lö. Wer sich gegen seine
Eltern vergeht, dem wächst die Hand aus dem G. (ver-
str.): Dich wekst m deine Hand aus Jrb! Wb-Ak 79.
Das gilt auch für jmdn., der ein G. schändet. Vk-Anhalta
187. Wer eine Blume von einem G. pflückt und daran
riecht, verliert den Geruchssinn. a.a.O. 187; zur Beerdi-
gung  Begrfnis.
Lautf., Gram.: Graff, J-, [graf], [jraf] verstr. brdb. (außer ZE,
dort vereinz.), verstr. w JE1, WO-HWa, HA-Bee, Wb-We* 211,
Id-Quea 148; Jrab, [jrab], [jrap] verstr. ZE; jrp Mda-Sti 48;
Gra(a)f, Grf, -w verstr. elbostf.; [jrb] DE-Ca; [grf], [jrf]
vereinz. s elbostf.; Jrb, [jrp] BA-Ha, Wb-Ak 79, Wb-Be;
Dat. Sg.: Grawe, grwe, J- vereinz. elbostf., Mda-Sti 48; Gra-
be
QUE-West; Pl.: Gräwer, J-; außerdem: grwer Wb-Nharz
63.
Expandiere:
Lemma
Graff
Grammatische Angabe
n.
Bedeutung
‘für die Beerdigung eines Toten ausgehobene Grube’, auch ‘kenntlich gemachte Stelle auf dem Friedhof, wo ein Toter begraben ist’ verstr. (aus dem Nwaltm. keine Belege)
Belege
  • ... jeht ... na ihren Mann sein Jrab ... Heimatkalender-Ze 1961,89 (ZE-Ze)
  • dor had awwor a schnes Jrb DE-Ca
  • ... dat dei Linne op Greitchen Krusen sien Graw stund. Rauch 1929,73
  • Rda.: kumm int Graf Ausdeutung des Krächzens der Krähen, BLA-Tr
  • d bringest mik noch in’t Grf ‘du entnervst mich völlig’ HA-Oh
  • hei dreihet sich in Grawe um, wenne dat hört Sprw-Börde.
  • Volksgl.: Erde von einem frischen G. gilt als Heilmittel. Vk-Anhalta 25. Sackt ein G. nach, stirbt bald wieder jmd. CA-Lö. Wer sich gegen seine Eltern vergeht, dem wächst die Hand aus dem G. (verstr.): Dich wekst m deine Hand aus Jrb! Wb-Ak 79. Das gilt auch für jmdn., der ein G. schändet. Vk-Anhalta 187. Wer eine Blume von einem G. pflückt und daran riecht, verliert den Geruchssinn. a.a.O. 187
  • zur Beerdigung  Begrfnis.