Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 1233
Grenze f. ‘Außenrand, markierte Trennungslinie’, so-
wohl zwischen politischen Gebilden als auch zwischen
Acker- und Flurstücken, 1: SA-Rist, 2: vereinz. nbrdb.,
Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie), 3: verstr. elb-
ostf., 4: verstr. anhalt. – uff de Jrense ‘an der Grenze’
CA-Ak; ... dichte an de Bramborsche Gränze ... Heimat-
kalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); Rda.: hei kennt keine
Grenzen
HA-Oh. – Brauch: Um die Grenzen zwischen
Flurstücken oder Ortschaften zu überprüfen und Strei-
tigkeiten zuvorzukommen, wurden in best. Abständen
(von jährlich – Vk-Anhalta 192 – bis zu einem Intervall
von 9 Jahren – Vk-Altm 238) Grenzbegehungen der
Anlieger durchgeführt. Diese fanden zu einem festen
Zeitpunkt statt, in Anhalt gewöhnlich zu Martini, in der
Altmark in der Zeit um Pfingsten. Vk-Altm 238, Vk-
Anhalta 54 und 192. Unter Musikbegleitung wurden
die Grenzen abgeschritten, anschließend kam man im[1234]
Wirtshaus zum Tanz zusammen. Vk-Altm 238. – Volksgl.:
An die Grenze des Grundstücks legt oder wirft man
Gegenstände, die man nicht wiedersehen will. Vk-
Anhalta 328.
Lautf.: Grenze, Grense, J-, [jrens] verstr. elbostf. anhalt.;
Grenz, Grens, [grens] SA-Rist, Wb-Altm 69, Heimatkalender-
Ma 1931,84 (Altm.); Gränze, J- Heimatkalender-Ma 1930,81
(JE2-Vie), CA-Atz; [jrns] Nd-KlWu 17.
Expandiere:
Lemma
Grenze
Grammatische Angabe
f.
Bedeutung
‘Außenrand, markierte Trennungslinie’, sowohl zwischen politischen Gebilden als auch zwischen Acker- und Flurstücken
Verbreitung
  • 1: SA-Rist
  • 2: vereinz. nbrdb., Heimatkalender-Ma 1930, 81 (JE2-Vie)
  • 3: verstr. elbostf.
  • 4: verstr. anhalt.
Belege
  • uff de Jrense ‘an der Grenze’ CA-Ak
  • ... dichte an de Bramborsche Gränze ... Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie)
  • Rda.: hei kennt keine Grenzen HA-Oh.
  • Brauch: Um die Grenzen zwischen Flurstücken oder Ortschaften zu überprüfen und Streitigkeiten zuvorzukommen, wurden in best. Abständen (von jährlich
  • Vk-Anhalta 192
  • bis zu einem Intervall von 9 Jahren
  • Vk-Altm 238) Grenzbegehungen der Anlieger durchgeführt. Diese fanden zu einem festen Zeitpunkt statt, in Anhalt gewöhnlich zu Martini, in der Altmark in der Zeit um Pfingsten. Vk-Altm 238, Vk-Anhalta 54 und 192. Unter Musikbegleitung wurden die Grenzen abgeschritten, anschließend kam man im Wirtshaus zum Tanz zusammen. Vk-Altm 238.
  • Volksgl.: An die Grenze des Grundstücks legt oder wirft man Gegenstände, die man nicht wiedersehen will. Vk-Anhalta 328.