Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 1255
Grde f. 1a. ‘feine Erde, Staub’ 3: vereinz. w elbostf.,
4: Wb-Nharz 65 (BLA-Sti) – de akker is sau fn w gre
a.a.O. 65. – 1b. ‘heiße, glühende Asche’ 3: Spr-Asch 39.
– 2. dass. wie  Grdekksmrjen missmor Jrde
h’l
4: DE-Ca. – 3. ‘ummauerte Feuerstelle, in der Spei-
sen mit glühender Asche langsam gegart oder warm
gehalten werden’, veralt., 2: vereinz. nbrdb., 3: verstr.
elbostf., 4: vereinz. anhalt. – in de Grud kaok’n Wb-
Altm 71; Lß de Jrse nich ausjn! Wb-Ak 81; Wer
wett hütigen Da’es noch wat von Pott in de Gru’e setten?
... Wenn de Lü’e et morjens na’n Felle jungen, sette de
Fru en Pott in de Grue ... un make en groten Hupen
glu’e Asche op’n Pottdeckel. Un wenn se denn et Midda’s
no Hus keimen, denn word de Pott ut de Gru’e krejjen,
de Zuppe war gar ...
Wedde 1938,12. – Die G. war zu
jeder Tages- und Jahreszeit in Gebrauch. Sie befand sich
neben dem Ofen oder aber in der oberen Hälfte des
Küchenherdes, als Brennmaterial dienten zunächst Stroh,
Sägespäne, Laub oder Mohn- und Kartoffelkraut, später
dann Koks. Die Töpfe mit dem vorbereiteten Essen wur-
den (morgens) in die glühende Asche gestellt und mit
dieser vollständig bedeckt, so dass die Gerichte ohne[1256]
Aufsicht garen und dabei nicht anbrennen konnten. ausf.
u.a. Gesch-Ro 45, Speisen-Börde 386, Wb-Ak 81.
Lautf.: Grude, Jrude, [jrd] JE2-Scho, verstr. s elbostf., ver-
einz. anhalt.; Grud, [grd] vereinz. Altm.; Gruhe HA-Bo Neu;
Grue, Jrue, [jr] Hbl-Ohre 1926 Nr. 6 (CALV-Zo), verstr.
w elbostf., QUE-Hau; Gru, gr vereinz. w elbostf., QUE-Di;
Jrse, [jrz] Wb-Ak 81, CA-Do; jrde Wb-Nharz 65 (BLA-
Sti). – Etym.: zu mnd. grde ‘heiße Asche, Rückstände von
einem Strohfeuer, Strohkohlen’, vgl. HWb-Mnd 2,176.
Expandiere:
Lemma
Grde
Grammatische Angabe
f.
Gliederung
1a.
Bedeutung
‘feine Erde, Staub’
Verbreitung
  • 3: vereinz. w elbostf.
  • 4: Wb-Nharz 65 (BLA-Sti)
Belege
de akker is sau fn w gre a.a.O. 65.
1b.
Bedeutung
‘heiße, glühende Asche’
Verbreitung
3: Spr-Asch 39.
2.
Bedeutung
dass. wie  Grdekks
Belege
mrjen missmor Jrde h’l 4: DE-Ca.
3.
Bedeutung
‘ummauerte Feuerstelle, in der Speisen mit glühender Asche langsam gegart oder warm gehalten werden’, veralt.
Verbreitung
  • 2: vereinz. nbrdb.
  • 3: verstr. elbostf.
  • 4: vereinz. anhalt.
Belege
  • in de Grud kaok’n Wb-Altm 71
  • Lß de Jrse nich ausjn! Wb-Ak 81
  • Wer wett hütigen Da’es noch wat von Pott in de Gru’e setten? ... Wenn de Lü’e et morjens na’n Felle jungen, sette de Fru en Pott in de Grue ... un make en groten Hupen glu’e Asche op’n Pottdeckel. Un wenn se denn et Midda’s no Hus keimen, denn word de Pott ut de Gru’e krejjen, de Zuppe war gar ... Wedde 1938,12.
  • Die G. war zu jeder Tages- und Jahreszeit in Gebrauch. Sie befand sich neben dem Ofen oder aber in der oberen Hälfte des Küchenherdes, als Brennmaterial dienten zunächst Stroh, Sägespäne, Laub oder Mohn- und Kartoffelkraut, später dann Koks. Die Töpfe mit dem vorbereiteten Essen wurden (morgens) in die glühende Asche gestellt und mit dieser vollständig bedeckt, so dass die Gerichte ohne Aufsicht garen und dabei nicht anbrennen konnten. ausf. u.a. Gesch-Ro 45, Speisen-Börde 386, Wb-Ak 81.