Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 7
Häcksel m., n. ‘klein gehacktes Grünfutter oder
Stroh’, als Viehfutter, verbr. – Häcksel schnai’n DE-Els.
– Brauch: Denjenigen Mädchen, die nicht jungfräulich
in die Ehe gingen, wurde der Kirchweg mit H. bestreut,
Hochzeit-Altm 27, Vk-Anhaltb 39. Man rief auch dem
Hochzeitszug nach:Häcksel, Häcksel, Schandenkraut,
Unglück ist mir angetraut.
Vk-Ask 131.
Auch in der Neujahrsnacht streuten die Burschen den
nicht mehr für unschuldig geltenden Mädchen H. vor die
Tür oder das Fenster (Wb-Nharz 74), während er in der
Pfingstnacht den noch jungfräulichen Mädchen vor das
Haus gestreut wurde (Rauch 1929,28f.).
Der in den  Twölften gestohlene H. galt als bes. zuträg-
lich für das Vieh, die Bauern versuchten den Diebstahl
durch im H. versteckte Sensen zu verhindern, Brauch-
wAltm 11 (SA-Dre).  Hackels Häckerling Häckling
Khäcksel
.
[8]Lautf.: Häcksel, Hecksel verbr.; [hgsl], [hegsl] verstr. an-
halt.; Häcksüll SA-Zier; Häcksill SA-Altm; Hecks’l Wb-Altm
79; Häksl JE2-KlWu; Häcksa SA-Han; Hächsel OST-Ren Rö,
HA-KlSa, OSCH-Nie; Hässel HA-Scha; Häecksel SA-Bu,
OST-Wal, STE-Osth; Häeggsel OST-Ga; Häesel STE-Kl-
Schwa; Heäcksel OST-See; HackselSA-Vi; Hacks’l SA-Rie;
Haacksel OST-Bre; Hachsel OST-Klei; Haecksel verstr. nbrdb.,
BLA-Brau; Haäcksel OST-Hi Sto; Haicksel OST-Gla; Hoäcksel
GA-KloNeu. – Gram.: n. belegt SA-KlGa Pa, OST-Flee, WO-
We, ZE-Na Steu, CA-Bru Ca, BE-La, DE-Je.
Zus.: K-.
Expandiere:
Lemma
Häcksel
Grammatische Angabe
m., n.
Bedeutung
‘klein gehacktes Grünfutter oder Stroh’, als Viehfutter
Verbreitung
verbr.
Belege
  • Häcksel schnai’n DE-Els.
  • Brauch: Denjenigen Mädchen, die nicht jungfräulich in die Ehe gingen, wurde der Kirchweg mit H. bestreut, Hochzeit-Altm 27, Vk-Anhaltb 39. Man rief auch dem Hochzeitszug nach:Häcksel, Häcksel, Schandenkraut,
    Unglück ist mir angetraut.
    Vk-Ask 131.
    Auch in der Neujahrsnacht streuten die Burschen den nicht mehr für unschuldig geltenden Mädchen H. vor die Tür oder das Fenster (Wb-Nharz 74), während er in der Pfingstnacht den noch jungfräulichen Mädchen vor das Haus gestreut wurde (Rauch 1929,28f.). Der in den  Twölften gestohlene H. galt als bes. zuträglich für das Vieh, die Bauern versuchten den Diebstahl durch im H. versteckte Sensen zu verhindern, BrauchwAltm 11 (SA-Dre).