Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 28
Hmen m. 1. ‘Nachgeburt des Viehs’, bes. von Rin-
dern und Pferden, 1: SA-Dam, 2: verbr. brdb., 3: verbr.
n elbostf., verstr. mittleres/ö elbostf., 4: verbr. nthür.,
vereinz. n anhalt. – Brauch: In der Altm. und n JE2
wurde die Nachgeburt des Pferdes in einen Obstbaum
gehängt, damit das Fohlen den Kopf hoch trug bzw.
damit es gut gedieh; im übrigen Gebiet wurde sie über
der Toreinfahrt aufgehängt. Es war auch üblich, die
Nachgeburt zu trocknen und dem Fohlen bei Krank-
heit als Pulver einzugeben. (Bauernwelt-Ze).  Dracht
2Hmel Khmen Lse Lsels Ngebrt Nett Nutzen
.[29]
– 2. ‘beutelförmiges Netz zum Fischfang’, es wird an
einer Stange oder an Zugleinen durch das Gewässer
gezogen,  Schfhmen, 2: CALV-Uth, WO-Sa, verbr.
JE2 JE1, 3: vereinz. n elbostf., OSCH-KloGrö Ro, QUE-
Que, CA-Ca – eyn hame pro piscatura Inventar Kloster
Aderstedt 1498, UB Kloster Ilsenburg 2,448.
Lautf.: Hamen SA-Dam, verstr. brdb. elbostf.; Hamn ZE-Ro;
Hm, Ham OST-Deu Gla, vereinz. s Altm. JE2 JE1 w ZE, ver-
str. n elbostf., WA-KlRo, CA-Fö;
Hoamen SA-Win, OST-Bö Ker, WO-Dru; Hoam’n STE-Do;
[h] verstr. n BE; Hoam, Haom, [hm] verbr. Altm. (außer
OST), verstr. JE2 JE1 ZE, vereinz. n elbostf., WA-GrGe Se,
CA-Pö; [ham] Mda-sJe1 31 (vereinz. s JE1, ZE-Göd); Hm,
Hom
vereinz. Altm. JE2 w JE1, ZE-Buk; Höm SA-Thür;
Habn JE1-Go; Hoaben CA-Ca; Hown OST-Rä. – Etym.: zu
mnd. hme m. 1. ‘Decke, Hülse, Samenhülse’; 2. ‘beutelförmi-
ges Stellnetz, Fangsack’ HWb-Mnd 2,209, vgl. auch Peesch
1968,34f.
Zuss.: zu 1.: K-; zu 2.: Kratz-.
Expandiere:
Lemma
Hmen
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘Nachgeburt des Viehs’, bes. von Rindern und Pferden
Verbreitung
  • 1: SA-Dam
  • 2: verbr. brdb.
  • 3: verbr. n elbostf., verstr. mittleres/ö elbostf.
  • 4: verbr. nthür., vereinz. n anhalt.
Belege
  • Brauch: In der Altm. und n JE2 wurde die Nachgeburt des Pferdes in einen Obstbaum gehängt, damit das Fohlen den Kopf hoch trug bzw. damit es gut gedieh
  • im übrigen Gebiet wurde sie über der Toreinfahrt aufgehängt. Es war auch üblich, die Nachgeburt zu trocknen und dem Fohlen bei Krankheit als Pulver einzugeben. (Bauernwelt-Ze).
2.
Bedeutung
‘beutelförmiges Netz zum Fischfang’, es wird an einer Stange oder an Zugleinen durch das Gewässer gezogen,  Schfhmen
Verbreitung
  • 2: CALV-Uth, WO-Sa, verbr. JE2 JE1
  • 3: vereinz. n elbostf., OSCH-KloGrö Ro, QUE-Que, CA-Ca
Belege
eyn hame pro piscatura Inventar Kloster Aderstedt 1498, UB Kloster Ilsenburg 2,448.