Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 41
Hne m. 1. ‘männl. Haushuhn’, slt. auch Männchen
anderer Vogelarten, verbr. – dai Hin (Hähne) krien
mrgngs btd’n
SA-Dä; dor Hne dridd das Hn BE-
Scha; Rda.: Hn in Korwe sn ‘beliebt sein’ Wb-We 46;
een’n ro’en Haohn up’t Dack setten ‘jmds. Gebäude in [42]
Brand setzen’ Bewohner-Altm 1,338; d kreijet w
der hunt noch hne n
‘etw. interessiert niemanden’
Wb-Nharz 68; De Hahn moakt d’ Og’n to bi’t Krei’n;
he wet’t butwennig.
Spr-Altm 83; Töw (warte) nochn
bütschen, seggt de Hohn tumm Pierworm, dunn kreeg he
imm to faten un fret imm upp.
STE-Kre; Sprw.: Wenn de
Hahn upp’n Meßberg steiht, hat he grot Recht.
Spr-Altm
83; Twee Haohns up’n Meß, twee Furrlü’ up’n Waw’n
(Wagen), twee Mudders in’t Hus: de könn’ sick nich
verdraw’n
(vertragen). Bewohner-Altm 1,338; Haohn
un Koh decken dänn Disch to.
a.a.O. 1,338; Rätsel: wie
kummt de Hahn obern Tun wennt ränt?
– nass, WE-Velt;
in de Mitte dr rote Hahne un ringsum de weißen Hinner
– Zunge und Zähne, KÖ-Ra;
Kinderreim:Kucke Mudder, kucke Mudder, dat jeht jut,
wat der Hahn mit de Hinder dut,
hakt inn Kamm un kommt keen Blut,
kucke Mudder, kucke Mudder, dat jeht jut.
ZE-Ze;
Scherzreim:Kucke, kucke, kucke,
de Hahn sitt op de Klucke.
BA-GrAls;
Wenn de Hahn kraiht oppn Mess
ändert seck et Wäder oder et blifft wie et is.
WE-Re.
– Brauch, Volksgl.: Wer die letzte Garbe bindet, muss
den Hahn fangen. ADVk Kt. 93 (Einzelbeleg JE2). Das
Krähen der Hähne, bes. nachmittags, kündigt Regen an.
Kräht der Hahn während der Geburt eines Kindes, stirbt
es bald. Vk-Anhalta 29. Der Hahn bringt die Ostereier.
Brauch-wAltm 37, ADVk Kt. 32 (w anhalt.). Wenn die
Ostereier versteckt sind, ruft man den Suchenden zu:
Kickerikik, der Hne hat bunte Eier jelt! Wb-Ak 65.
Hennig Hnertuckel Hshne; Kinderspr.: Kikerik
Kikerikhne Kückelhne
. – 2. ‘Garbe, die bei der Getre-
ideernte zuletzt gebunden wird’, vgl. Hne 1., 2: ADVk
Kt. 94 (Einzelbeleg WO). – 3. ‘Zapfhahn am Fass’ 2:
Wb-Altm 263, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 65 – n’ Hnen
opdrein, ne Hne in’t Ft sln
HA-Oh. – 4. ‘männl.
Geschlechtsteil’ 2: Wb-Altm 263, ZE-Roß. – 5. ‘feiger,
verzärtelter Mensch’, abw.,  Angsthse, 2: ZE-Roß.
6.
in der Verbdg.: Häönken Väörmeier ‘jmd., der sich
stets einmischt’, abw., 2: Wb-Altm 77, Bewohner-Altm
1,338.
Lautf.: Hahne, [hn] verbr. elbostf. omd.; Ahne WO-Ol; Hoa-
ne, Haone, Hne, [hn]
ZE-Nu Ro, vereinz. elbostf. anhalt.;
Hohne vereinz. JE2; [han] Mda-Ze (verstr. ZE); [hane]
ZE-Kö; Hahn vereinz. Altm. s JE1 ZE, verstr. elbostf.; Hoahn,
Haohn, [hn]
verstr. nwaltm. nbrdb., BE-Gü He; Hn, Hohn
verstr. nbrdb.; [haon] SA-Dä; [hun] SA-Die; Haehn OST-
Meß; Hoehn SA-Ra; [h] SA-Rist; Hoa OST-Na. – Gram.: Pl.
[hnn] QUE-Hau; [hann] Mda-nwJe1b 70 (JE2-HSe, verstr.
nw JE1); [hn] GA-Da; Hn STE-Wa, Höhn Mda-Ost 47 (OST-
Ko); [hin] SA-Dä; [h] SA-Rist; Hahnens Hbl-Ohre 1929 Nr.
10/Wöhlbier (HA-Eim), Hanens Wb-Holzl 100, Hnens HA-
Oh (veralt.); Haohns Bewohner-Altm 1,338; Höähns Mda-Ost
47 (OST-Me); Hööje a.a.O. 47 (OST-Gla).
Zus.: zu 1.: Hs-, Kapp-, Kapn-, Kikerik-, Koller-, Kückel-,[43]
ster-
; zu 4.: Nill-; sonstiges: Haupthahn, Kampfhahn, Kapp-,
Knurrhahn, Königsbräuhahn, Krp-
.
Expandiere:
Lemma
Hne
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘männl. Haushuhn’, slt. auch Männchen anderer Vogelarten, verbr.
Belege
  • dai Hin (Hähne) krien mrgngs btd’n SA-Dä
  • dor Hne dridd das Hn BE-Scha
  • Rda.: Hn in Korwe sn ‘beliebt sein’ Wb-We 46
  • een’n ro’en Haohn up’t Dack setten ‘jmds. Gebäude in Brand setzen’ Bewohner-Altm 1,338
  • d kreijet w der hunt noch hne n ‘etw. interessiert niemanden’ Wb-Nharz 68
  • De Hahn moakt d’ Og’n to bi’t Krei’n; he wet’t butwennig. Spr-Altm 83
  • Töw (warte) nochn bütschen, seggt de Hohn tumm Pierworm, dunn kreeg he imm to faten un fret imm upp. STE-Kre
  • Sprw.: Wenn de Hahn upp’n Meßberg steiht, hat he grot Recht. Spr-Altm 83
  • Twee Haohns up’n Meß, twee Furrlü’ up’n Waw’n (Wagen), twee Mudders in’t Hus: de könn’ sick nich verdraw’n (vertragen). Bewohner-Altm 1,338
  • Haohn un Koh decken dänn Disch to. a.a.O. 1,338
  • Rätsel: wie kummt de Hahn obern Tun wennt ränt?
  • nass, WE-Velt
  • in de Mitte dr rote Hahne un ringsum de weißen Hinner
  • Zunge und Zähne, KÖ-Ra
  • Kinderreim:Kucke Mudder, kucke Mudder, dat jeht jut,
    wat der Hahn mit de Hinder dut,
    hakt inn Kamm un kommt keen Blut,
    kucke Mudder, kucke Mudder, dat jeht jut.
    ZE-Ze
  • Scherzreim:Kucke, kucke, kucke,
    de Hahn sitt op de Klucke.
    BA-GrAls
  • Wenn de Hahn kraiht oppn Mess
    ändert seck et Wäder oder et blifft wie et is.
    WE-Re.
  • Brauch, Volksgl.: Wer die letzte Garbe bindet, muss den Hahn fangen. ADVk Kt. 93 (Einzelbeleg JE2). Das Krähen der Hähne, bes. nachmittags, kündigt Regen an. Kräht der Hahn während der Geburt eines Kindes, stirbt es bald. Vk-Anhalta 29. Der Hahn bringt die Ostereier. Brauch-wAltm 37, ADVk Kt. 32 (w anhalt.). Wenn die Ostereier versteckt sind, ruft man den Suchenden zu: Kickerikik, der Hne hat bunte Eier jelt! Wb-Ak 65.
2.
Bedeutung
‘Garbe, die bei der Getreideernte zuletzt gebunden wird’, vgl. Hne 1.
Verbreitung
2: ADVk Kt. 94 (Einzelbeleg WO).
3.
Bedeutung
‘Zapfhahn am Fass’
Verbreitung
  • 2: Wb-Altm 263
  • 3: HA-Oh
  • 4: Wb-Ak 65
Belege
n’ Hnen opdrein, ne Hne in’t Ft sln HA-Oh.
4.
Bedeutung
‘männl. Geschlechtsteil’
Verbreitung
2: Wb-Altm 263, ZE-Roß.
5.
Bedeutung
‘feiger, verzärtelter Mensch’, abw.,  Angsthse
Verbreitung
2: ZE-Roß.
6.
Bedeutung
in der Verbdg.: Häönken Väörmeier ‘jmd., der sich stets einmischt’, abw.
Verbreitung
2: Wb-Altm 77, Bewohner-Altm 1, 338.