Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 95
Heilechrist m. 1. ‘Gabenbringer zu Weihnachten’,
Wnachtsmann, vgl. Hilliger Christ 1., 2: verstr. ZE,
3: verstr. elbostf., 4: verbr. anhalt. – Rda.: wrt’n wi’s
Kind uffen Hlekrist
‘sehr erwartungsvoll sein’ Wb-Ak
68; Reim:lwor jdor Hlegrisd
dor de gln’n Ginnor frisd
DE-Ca;
1. 2. 3. 4.
Mutter stickte Lampe an,
De Heele Krist iß hier
. Brauch-Ma 346 (HA-Um).
– Brauch: Den Kindern wird erzählt, dass der H. aus
einem der ihnen bekannten Nachbarorte stamme. Vk-[96]
Anhaltb 23 (BE-Fr). Bis um die Wende vom 19. zum
20. Jh. war der Bernburger Hlechrist bekannt, der in
einem mit Spielzeug, Äpfeln, Nüssen und Süßigkei-
ten beladenen vierspännigen Leiterwagen umherfuhr.
Wirth 1928,102, Vk-Anhalta 199. Der H. kann auch der
Bringer des Weihnachtsbaums sein. Vk-Anhaltb 21 (BE-
La, DE-Ra Re). – 2. ‘Gaben, Geschenke zu Weihnach-
ten’, vgl. Hilliger Christ 2., 3: Wb-Holzl 82, Mda-Ohre
354f. (STE-Bo, vereinz. n elbostf.), Brauch-Ma 247
– Brauch: Der H. bestand häufig aus Honigkuchen, Äp-
feln und Semmeln und wurde den Kindern von den Paten
geschenkt (GA-Fle). Obstbäume bekamen ein Strohseil
umgebunden, dafür sollten sie im folgenden Jahr reiche
Ernte tragen (STE-Bo, vereinz. n elbostf.). Auch das
Vieh erhielt seinen H., dabei wurde gesprochen:Ik bringe jüch’n hle krist,
Dat j söllt sin muntr un frisch
Un lange lbm
Un dick un fätt wrn.
Mda-Ohre 345f. (GA-Rä).
Lautf.: Hlekrist; außerdem: [hlgrisd] DE-Ca; Ele Krist Wb-
Holzl 82.
Expandiere:
Lemma
Heilechrist
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘Gabenbringer zu Weihnachten’,  Wnachtsmann, vgl. Hilliger Christ 1.
Verbreitung
  • 2: verstr. ZE
  • 3: verstr. elbostf.
  • 4: verbr. anhalt.
Belege
  • Rda.: wrt’n wi’s Kind uffen Hlekrist ‘sehr erwartungsvoll sein’ Wb-Ak 68
  • Reim:lwor jdor Hlegrisd
    dor de gln’n Ginnor frisd
    DE-Ca
  • 1. 2. 3. 4.
    Mutter stickte Lampe an,
    De Heele Krist iß hier
    . Brauch-Ma 346 (HA-Um).
  • Brauch: Den Kindern wird erzählt, dass der H. aus einem der ihnen bekannten Nachbarorte stamme. Vk-Anhaltb 23 (BE-Fr). Bis um die Wende vom 19. zum 20. Jh. war der Bernburger Hlechrist bekannt, der in einem mit Spielzeug, Äpfeln, Nüssen und Süßigkeiten beladenen vierspännigen Leiterwagen umherfuhr. Wirth 1928,102, Vk-Anhalta 199. Der H. kann auch der Bringer des Weihnachtsbaums sein. Vk-Anhaltb 21 (BE-La, DE-Ra Re).
2.
Bedeutung
‘Gaben, Geschenke zu Weihnachten’, vgl. Hilliger Christ 2.
Verbreitung
3: Wb-Holzl 82, Mda-Ohre 354f. (STE-Bo, vereinz. n elbostf.), Brauch-Ma 247
Belege
Brauch: Der H. bestand häufig aus Honigkuchen, Äpfeln und Semmeln und wurde den Kindern von den Paten geschenkt (GA-Fle). Obstbäume bekamen ein Strohseil umgebunden, dafür sollten sie im folgenden Jahr reiche Ernte tragen (STE-Bo, vereinz. n elbostf.). Auch das Vieh erhielt seinen H., dabei wurde gesprochen:Ik bringe jüch’n hle krist,
Dat j söllt sin muntr un frisch
Un lange lbm
Un dick un fätt wrn.
Mda-Ohre 345f. (GA-Rä).