Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 184
Hochttskld n. ‘Kleid, das die Braut zur Hochzeit
trägt’ 3: HA-Oh, 2/3/4: Vk-Anhalta162 – Volksgl.: Das
H. war meist schwarz, es durfte nicht rot sein, weil dies
Feuer brächte, nicht blau, weil sonst die Frau dem Mann
davonliefe (ZE-Bor), nicht hellblau, weil dies Unglück
in der Ehe bedeutete (KÖ-Ed). Auch ein roter Faden
durfte nicht verwendet werden (KÖ-Scho). Der Bräu-
tigam sollte einige Stiche am H. tun, die Braut durfte
dies auf keinen Fall. In das H. wurden ein gestiftetes
Geldstück (KÖ-Ost), zusätzlich auch Salz und Kümmel so-[185]
wie ein Zettel mit Segenswünschen eingenäht (KÖ-
Wö). Das H. sollte nicht ganz fertiggestellt sein, der
Schleier einen Riss haben (BE-GrMü). Vk-Anhalta 162.
Lautf.: Hochtdsklet HA-Oh.
Expandiere:
Lemma
Hochttskld
Grammatische Angabe
n.
Bedeutung
‘Kleid, das die Braut zur Hochzeit trägt’
Verbreitung
  • 3: HA-Oh
  • 2/3/4: Vk-Anhalta162
Belege
Volksgl.: Das H. war meist schwarz, es durfte nicht rot sein, weil dies Feuer brächte, nicht blau, weil sonst die Frau dem Mann davonliefe (ZE-Bor), nicht hellblau, weil dies Unglück in der Ehe bedeutete (KÖ-Ed). Auch ein roter Faden durfte nicht verwendet werden (KÖ-Scho). Der Bräutigam sollte einige Stiche am H. tun, die Braut durfte dies auf keinen Fall. In das H. wurden ein gestiftetes Geldstück (KÖ-Ost), zusätzlich auch Salz und Kümmel sowie ein Zettel mit Segenswünschen eingenäht (KÖ-Wö). Das H. sollte nicht ganz fertiggestellt sein, der Schleier einen Riss haben (BE-GrMü). Vk-Anhalta 162.