Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 276
Hs n. 1. ‘Wohnhaus, Bauernhaus’ verstr. – jk man
an br Haus waider
CA-Ak; brink mik dne nich in’t
Hs!
HA-Oh; wille n hs Scheuchruf für Hunde, Wb-
Nharz 84; in de rne allne dehs blm ‘in der Erntezeit
das Haus hüten’ ZE-Gri; Rda.: Dr is all an pr Jr
zu Hause
. ‘Er ist nicht mehr berufstätig, ist nicht mehr
als Schiffer auf dem Kahn.’ Wb-Ak 67; fon Hus ut
‘ursprünglich’ Sprw-Börde; fall nich t dat hs ‘werde
nicht ausfällig’ Vk-Ask 156; et Hus inlopen ‘aufdring-
lich werden’ Sprw-Börde; d kömp jlk met de Dre int
Hs
‘er ist sehr direkt’ JE2-Scho; Hs un Hoff vorspen
HA-Oh; hei hat Infälle w en ld Hs ‘er hat sonderbare
Einfälle’ WE-Be; Ick b mn Hs ass ‘t mi gefällt. ‘Es
muss so geschehen, wie ich es will.’ Wb-Altm 277; hei
is t den Hüseken
‘er ist äußerst erregt, freudig bewegt’
Wb-We 56; Sprw.: an ole Hüser un Wiwer gifft et immer
wat to flikken
Wb-We 56; et hs forlrt nischt ‘im Haus
kann man nichts verlieren’ Wb-Nharz 84; Kinderreim:Ick goah noah Hus,
broa’ mi ‘n Mus,
smiet s’ öäwer ‘t Dack,
fang s’ in ‘n Sack,
sett s’ upp ‘n Disch,
denn wead s’ ‘n Fisch.
. von Kindern bei der Verabschiedung nach dem Spiel
gesprochen, Matthies 1912,31 (SA-NFe).
– Brauch: In-
schriften in lat., nd. und hd. Sprache waren insbesondere
an den Balken von Fachwerkhäusern üblich (vgl. u.a.
Vk-Harz 3,61, Vk-Anhalta 9).Wo Gott dat Hues nicht buet,
so arbeiten vorgebens de daran buen
. Vk-Harz 3,62 (WE-
Oster);
Es müsse Friede sein inwendig in deinen Mauern und Glück
in deinen Wohnungen
. Vk-Anhalta 9 (ZE-Ze).
– 2. dass. wie  Hsflr, 2: verstr. mittlere/ö Altm., JE1-
Walt, ZE-Ro, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – in
Hs
WO-HWa; vör’n int Hs OST-Gen; Jehtmer da nin,
denn kimmetmer ierscht ins Haus, un von da jlei vorne
linksch, da is de Jastschtowwe …
Wäschke 61920,49; ‘s
Sunn’md, ich muß’s Haus noch ufwischen
. Wb-Ak 67.
– 3. Dim. oder in der Verbdg.: dat kleine Hs ‘Toilette’,
Aftritt, 2: SA-La, OST-Lin, JE2-Red Ste, 3: Wb-Holzl
109, verstr. Harzv. Nharz. – Op’t Hüseken gahn Sprw-
Harzvorld 382. – 4. Dim. ‘Gehäuse, Kasten’ 3: Wb-Holzl
107 (HA-Eil). – 5. ‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml,
1: SA-Wa, 2: SA-Stap, GA-Miest, WO-Zie, JE1-Stei,
ZE-Nu, 3: CA-Pö.
Lautf.: Hs, Hus, [hs] vereinz. ö nwaltm., verstr. brdb. elb-
ostf. nthür.; [hius] verstr. nwaltm.; [hüus] SA-Pe Wa; hus Mda-[277]
Sti 36; Haus, [haus] WO-Zie (5.), ZE-Roß, BA-Fro, CA-
Pö, verstr. anhalt.; Dim. (3.): Hüseken Wb-Holzl 109, verstr.
OSCH, Sprw-Harzvorld 382, verstr. WE; Hieseken OSCH-Crot;
Huiseken WE-Ost Rho; Höseken WE-Weh; Häuschen JE2-Red,
WE-Elb, BLA-Bö Hü; (4.): Hoiseken Wb-Holzl 107 (HA-Eil).
Zuss.: zu 1.: Hrden-, Hochtts-, Hder-, Hner-, Jden-, K
hrds-, Khder-, Ln-, Lken-, Lust-, Nwers-, Oldendls-
; zu
3.: Kack-; zu 4.: Hr-, Hunk-, Kaffeehaus, Krn-, Knken-.
Expandiere:
Lemma
Hs
Grammatische Angabe
n.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘Wohnhaus, Bauernhaus’ verstr.
Belege
  • jk man an br Haus waider CA-Ak
  • brink mik dne nich in’t Hs! HA-Oh
  • wille n hs Scheuchruf für Hunde, Wb-Nharz 84
  • in de rne allne dehs blm ‘in der Erntezeit das Haus hüten’ ZE-Gri
  • Rda.: Dr is all an pr Jr zu Hause. ‘Er ist nicht mehr berufstätig, ist nicht mehr als Schiffer auf dem Kahn.’ Wb-Ak 67
  • fon Hus ut ‘ursprünglich’ Sprw-Börde
  • fall nich t dat hs ‘werde nicht ausfällig’ Vk-Ask 156
  • et Hus inlopen ‘aufdringlich werden’ Sprw-Börde
  • d kömp jlk met de Dre int Hs ‘er ist sehr direkt’ JE2-Scho
  • Hs un Hoff vorspen HA-Oh
  • hei hat Infälle w en ld Hs ‘er hat sonderbare Einfälle’ WE-Be
  • Ick b mn Hs ass ‘t mi gefällt. ‘Es muss so geschehen, wie ich es will.’ Wb-Altm 277
  • hei is t den Hüseken ‘er ist äußerst erregt, freudig bewegt’ Wb-We 56
  • Sprw.: an ole Hüser un Wiwer gifft et immer wat to flikken Wb-We 56
  • et hs forlrt nischt ‘im Haus kann man nichts verlieren’ Wb-Nharz 84
  • Kinderreim:Ick goah noah Hus,
    broa’ mi ‘n Mus,
    smiet s’ öäwer ‘t Dack,
    fang s’ in ‘n Sack,
    sett s’ upp ‘n Disch,
    denn wead s’ ‘n Fisch.
    . von Kindern bei der Verabschiedung nach dem Spiel
    gesprochen, Matthies 1912,31 (SA-NFe).
  • Brauch: Inschriften in lat., nd. und hd. Sprache waren insbesondere an den Balken von Fachwerkhäusern üblich (vgl. u.a. Vk-Harz 3,61, Vk-Anhalta 9).Wo Gott dat Hues nicht buet,
    so arbeiten vorgebens de daran buen
    . Vk-Harz 3,62 (WE-
    Oster)
  • Es müsse Friede sein inwendig in deinen Mauern und Glück
    in deinen Wohnungen
    . Vk-Anhalta 9 (ZE-Ze).
2.
Bedeutung
dass. wie  Hsflr
Verbreitung
  • 2: verstr. mittlere/ö Altm., JE1-Walt, ZE-Ro
  • 3: verstr. elbostf.
  • 4: verstr. anhalt.
Belege
  • in Hs WO-HWa
  • vör’n int Hs OST-Gen
  • Jehtmer da nin, denn kimmetmer ierscht ins Haus, un von da jlei vorne linksch, da is de Jastschtowwe … Wäschke 61920,49
  • ‘s Sunn’md, ich muß’s Haus noch ufwischen. Wb-Ak 67.
3.
Grammatikalische Angabe
Dim.
Bedeutung
oder in der Verbdg.: dat kleine Hs ‘Toilette’,  Aftritt
Verbreitung
  • 2: SA-La, OST-Lin, JE2-Red Ste
  • 3: Wb-Holzl 109, verstr. Harzv. Nharz.
Belege
Op’t Hüseken gahn Sprw-Harzvorld 382.
4.
Grammatikalische Angabe
Dim.
Bedeutung
‘Gehäuse, Kasten’
Verbreitung
3: Wb-Holzl 107 (HA-Eil).
5.
Bedeutung
‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml
Verbreitung
  • 1: SA-Wa
  • 2: SA-Stap, GA-Miest, WO-Zie, JE1-Stei, ZE-Nu
  • 3: CA-Pö.