Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 159
Anger m. 1a. ‘Wiese, Weide’, spez. ‘gehegte Vieh-
weide’,  2Koppel, war urspr. ein gemeinschaftlich als
Weide genutztes Flurstück der Dorfgemarkung, vorw. in
Ortsnähe, slt. im oder unmittelbar am Dorf gelegen, 1:
SA-Böd Die, 2: vereinz. w Altm., Siedler-Je § 285, 353
und Kt. 16a (vereinz. s JE2 w JE1), 3: vereinz. elbostf.,
4: Wb-Ak 18, Wb-Be – Ein anger, der Gemeine Anger
genandt, liget an der Elben, den braucht ein jeder in
der gemeine und hat darauf mit seinem viehe die
triefte ...
Stadt Coswig 1566, Landreg-Anhalt 3,32. – 1b.
‘sumpfiges Wiesen- und Weideland’,  2Brk, auch
‘sumpfiges Ackerland’ 2: JE1-Mö, 3: WA-Alt Do, CA-
Egg. – 2. ‘Dorfplatz’ 1: SA-Fa, 2: vereinz. ö Altm., JE2-
Sa, vereinz. mittleres/s JE1, ZE-Ste, Heimatkalender-Ze
1962,92 (ZE-Ze), 3: HA-Ma, verstr. ö elbostf., vereinz.
s elbostf., 4: vereinz. w anhalt. – Uffn Platz ... wat m’r
heite ’n Ang’r nenn’n duht, daa schtan’n denn imm’r ne’
janze Reihe Schankßelte un Bud’n ...
Heimatkalender-
Ze 1962,92 (ZE-Ze). – 3. ‘Freistätte beim Hasche-
spiel’,  1Ml, 3: WO-He. – 4. FlN, in FlN vorw. als
Grundwort: Baueranger, Schrote-, Schützen-, Lämmer-
u.a. (vgl. Burghardt 1967,270), auch als Straßenname,
2: vereinz. mittlere Altm. n GA ö STE n WO w JE2,
verstr. JE1 w ZE, ZE-Klie, 3: verbr. elbostf. (außer sw),
4: BA-Ha, verstr. anhalt. – Schmett un Stellmoaker
woahnten bede uppen Anger
ZE-Ste.
Etym.: ahd. (8. Jh.)/as. angar gehen zurück auf germ. *angra-
‘ungepflügtes, wildgrünes Grasland’, dazu gehört wohl anord.
-angr (vermutlich ‘Bucht’) in ON, sonst anord. eng ‘Wiese’ aus
gleichbed. germ. *angj. Ein Anschluss an idg. Wurzel *ank-,[160]
*ang-
‘biegen, krümmen’ ist denkbar. Der A. wäre dann eigent-
lich ‘ein der Flusskrümmung folgender Grasstreifen’, vgl. Pfeifer
1989,51 f., Kluge 242002,44.
Expandiere:
Lemma
Anger
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1a.
Bedeutung
‘Wiese, Weide’, spez. ‘gehegte Viehweide’,  2Koppel, war urspr. ein gemeinschaftlich als Weide genutztes Flurstück der Dorfgemarkung, vorw. in Ortsnähe, slt. im oder unmittelbar am Dorf gelegen
Verbreitung
  • 1: SA-Böd Die
  • 2: vereinz. w Altm., Siedler-Je § 285, 353 und Kt. 16a (vereinz. s JE2 w JE1)
  • 3: vereinz. elbostf.
  • 4: Wb-Ak 18, Wb-Be
Belege
Ein anger, der Gemeine Anger genandt, liget an der Elben, den braucht ein jeder in der gemeine und hat darauf mit seinem viehe die triefte ... Stadt Coswig 1566, Landreg-Anhalt 3,32.
1b.
Bedeutung
‘sumpfiges Wiesen- und Weideland’,  2Brk, auch ‘sumpfiges Ackerland’
Verbreitung
  • 2: JE1-Mö
  • 3: WA-Alt Do, CA-Egg.
2.
Bedeutung
‘Dorfplatz’
Verbreitung
  • 1: SA-Fa
  • 2: vereinz. ö Altm., JE2-Sa, vereinz. mittleres/s JE1, ZE-Ste, Heimatkalender-Ze 1962, 92 (ZE-Ze)
  • 3: HA-Ma, verstr. ö elbostf., vereinz. s elbostf.
  • 4: vereinz. w anhalt.
Belege
Uffn Platz ... wat m’r heite ’n Ang’r nenn’n duht, daa schtan’n denn imm’r ne’ janze Reihe Schankßelte un Bud’n ... Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze).
3.
Bedeutung
‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml
Verbreitung
3: WO-He.
4.
Bedeutung
FlN, in FlN vorw. als Grundwort: Baueranger, Schrote-, Schützen-, Lämmer- u.a. (vgl. Burghardt 1967,270), auch als Straßenname
Verbreitung
  • 2: vereinz. mittlere Altm. n GA ö STE n WO w JE2, verstr. JE1 w ZE, ZE-Klie
  • 3: verbr. elbostf. (außer sw)
  • 4: BA-Ha, verstr. anhalt.
Belege
Schmett un Stellmoaker woahnten bede uppen Anger ZE-Ste.