Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 371
1Kaff n. ‘kleines Dorf’, meist abw., 2: verstr. ö brdb.,
3: WE-El Sta, QUE-Hau, CA-Fö, 4: CA-Ak, Wb-Be
fon was forr an Kaff is denn d? CA-Ak.
2Kaff n., f. 1. ‘Spreu’, der aus Hülsen und Grannen
bestehende Abfall des Getreides nach dem Dreschen,
allg. – Das K. wurde dem Vieh ans Futter gemengt oder
im Stall ausgestreut, es wurde auch zum Räuchern ver-
wendet: dat Kaff wd fer Schwn furrat un fr Hai bruit
SA-Dä; wat vör de Säu affefall’ waor, is Kaff JE2-Gü;
Kaf un Schrät WE-Schau; Kieb vull Kaff GA-La; en Sack
Kaff
GA-Vi; Rda.: h hat Geld ass Kaff Wb-Altm 94;
där quatscht Korn un Kaff dorchenanner ZE-Roß; Se hat
Samt upp’n Liw un Kaff in Mag’n.
Spr-Altm 78; Sprw.:
wer sich opp Kaf mengt, denn fretten de Schwiene HA-
Va. – Brauch: In der Altm. streuten die Burschen den
unbeliebten Mädchen in der Pfingstnacht Kaff vor das
Haus. Brauch-wAltm 58. – 2. ‘unnützer, wertloser Ge-
genstand’,  Krm, 2: Wb-Altm 94, STE-Wa, JE1-Pa,
3:Wb-Holzl 115, HA-Va – datt iss man Kaff ‘das taugt
nichts’ Wb-Altm 94. – 3. ‘nichtiges Gerede, Geschwätz’,
Quassel, 2: STE-Wa.
Lautf., Gram.: Kaf(f), [kaf] allg. nwaltm. brdb. elbostf. ö der
Elbe, Id-Eilsa 70, WA-Ble, WE-Lan Si, Wb-We 60, CA-Löd,
DE-Els; [gaf] Mda-Fuhne* § 390 (DE-Or); Kahf, [kf] verbr.
elbostf., CA-Sa; [kf] Mda-Ar 24, QUE-Di, Mda-Ma 61 (ver-
einz. nö CA); [kf], [gf] Wb-Ak 83, verbr. BE, Mda-Fuhne*
§ 390 (KÖ-Preu); kwe f. Mda-Sti 156, Kawe f. BA-Ha Sip.
Zuss.: zu 1.: Hwer-, Heu-, Knutten-, Luzernen-.
Expandiere:
Lemma
Kaff (Homonymziffer 1)
Grammatische Angabe
n.
Bedeutung
‘kleines Dorf’, meist abw.
Verbreitung
  • 2: verstr. ö brdb.
  • 3: WE-El Sta, QUE-Hau, CA-Fö
  • 4: CA-Ak, Wb-Be
Belege
fon was forr an Kaff is denn d? CA-Ak. 2
Gliederung
Kaff
Grammatikalische Angabe
n., f.
1.
Bedeutung
‘Spreu’, der aus Hülsen und Grannen bestehende Abfall des Getreides nach dem Dreschen
Verbreitung
allg.
Belege
  • Das K. wurde dem Vieh ans Futter gemengt oder im Stall ausgestreut, es wurde auch zum Räuchern verwendet: dat Kaff wd fer Schwn furrat un fr Hai bruit SA-Dä
  • wat vör de Säu affefall’ waor, is Kaff JE2-Gü
  • Kaf un Schrät WE-Schau
  • Kieb vull Kaff GA-La
  • en Sack KaffGA-Vi
  • Rda.: h hat Geld ass Kaff Wb-Altm 94
  • där quatscht Korn un Kaff dorchenanner ZE-Roß
  • Se hat Samt upp’n Liw un Kaff in Mag’n. Spr-Altm 78
  • Sprw.: wer sich opp Kaf mengt, denn fretten de Schwiene HA-Va.
  • Brauch: In der Altm. streuten die Burschen den unbeliebten Mädchen in der Pfingstnacht Kaff vor das Haus. Brauch-wAltm 58.
2.
Bedeutung
‘unnützer, wertloser Gegenstand’,  Krm
Verbreitung
  • 2: Wb-Altm 94, STE-Wa, JE1-Pa
  • 3:Wb-Holzl 115, HA-Va
Belege
datt iss man Kaff ‘das taugt nichts’ Wb-Altm 94.
3.
Bedeutung
‘nichtiges Gerede, Geschwätz’,  Quassel
Verbreitung
2: STE-Wa.