Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 431
1Kter m. 1. ‘männl. Katze’ allg. – d Koata hett
uns wärra d Worscht uppefrd’n
JE2-Scho; se Kter
fenget fel Mse
HA-Oh; Rda.: se well nahn Kater ‘die
Katze ist brünstig’ HA-Wa; de wart’n kter nich klem-
men
‘er wird keinen Erfolg haben, nichts erreichen’ Wb-
Nharz 93; d is dor schwardse Gdor drinne ‘das Feuer
im Ofen ist ausgegangen’ BE-Dro; Rätsel: Süht ut wie
ne Katte, hat’n Kopp wie ne Katte, hat’n Schwanz wie
ne Katte un is doch keine Katte – Kater.
Chr-Em 438;
Abzählreim:Et war ‘en Kater,
der makt Theater,
Da kümmt de Vater mit de Bicke,
und haut den Kater ins Genicke.
HA-Alv;
Spiel: “Kuter Miau” – “Wat wißte denne?” – “Butter-
pamme met Käse!” – “Hasch dich eene, denn haste
eene!”
wird auf dem Leiterwagen gespielt, vgl. Kat-
te 2b.
, ZE-Roß. – Volksgl.: Ein dreifarbiger K. bringt
Glück ins Haus. CA-Ak. In der Garbe, die bei der Getre-
ideernte zuletzt geschnitten wird, sitzt der K. Ackerbau-
Anhalt 269 (ZE-Kö). Beim Mähen dieser Garbe wird
daher gerufen: “Der Kuter kommt rut!”Vk-Anhaltb 47
(ZE-Kö). Wer sie bindet, muss den Kuter hucken. a.a.O.
47 (verbr. ZE). – 2. ‘Garbe, die bei der Getreideernte
zuletzt geschnitten wird’, (vgl. 1.), 2: Ackerbau-Anhalt
358 (ZE-Kö Mühl). – 3. ‘dunkle Wetterwolke’, vorw. in
der Verbdg.: swarter Kter 1: SA-Bom, 2: verstr. Altm.,
JE1-Zie, 3: WO-GrAm, JE1-Ra, HA-Hi.
Lautf.: Kat(e)r, kt(e)r; außerdem: Kade(r) SA-Gla Ost, OST-
Deu Gen; [gdr] Mda-Fuhne* § 321 (verstr. KÖ, DE-Lin);
Koater, Kaoter, [ktr] verstr. nwaltm. nbrdb. n JE1 elbostf.,
vereinz. omd.; [ktr] ZE-Kö, DE-Els; [kt(r)], [kt] verstr.
nwaltm. n/mittlere Altm.; Koata, [kt] Mda-Ost 47 (OST-
Gla), STE-Hü, verstr. s Altm., JE2-Scho; Koade(r), Kaode(r),
[kdr], [kd]
verbr. nwaltm. Altm.; [gdr] verbr. BE, Mda-
Fuhne* § 321 (verbr. KÖ w DE); Koter SA-Dan Han, verstr.
nbrdb., JE1-Buck Gü Scha, ZE-Stre, QUE-Di West, KÖ-Grö,
Kote JE2-Kli; Kode(r) SA-Schm, verstr. nbrdb.; Koada SA-Rie,
OST-Pol; [kdo] SA-Rist; [kdr] SA-Die; Kouter OST-We;
Kauder SA-Ro; [kaot] SA-Dä; [kaod] verstr. n/w nwaltm.;
[kaor] SA-Da Hen;
Nbff.: Kut(e)r, [kt()r] verbr. s JE1, allg. ZE, vereinz. sö
elbostf. w anhalt., verstr. ö anhalt., [ktr] ZE-Kö; Kuoter
JE1-Pa; [gdr] BE-He, Mda-Fuhne 146 (vereinz. BE KÖ
w DE, verbr. ö DE). – Etym.: die u-Formen sind wohl auf ndl.[432]
Siedler zurückzuführen:  für  auch in südbrabantischen Mund-
arten, vgl. Spr-Elbe/Saale 166; im Anhalt. vorw. auf die ältere
Generation beschränkt.
Zuss.: zu 1.: Mumme-, Mummel-, Mse-, Nacht-, Nickel-; son-
stiges: Kratz-, Mädchens-.
Expandiere:
Lemma
Kter (Homonymziffer 1)
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘männl. Katze’ allg.
Belege
  • d Koata hett uns wärra d Worscht uppefrd’n JE2-Scho
  • se Kter fenget fel Mse HA-Oh
  • Rda.: se well nahn Kater ‘die Katze ist brünstig’ HA-Wa
  • de wart’n kter nich klemmen ‘er wird keinen Erfolg haben, nichts erreichen’ Wb-Nharz 93
  • d is dor schwardse Gdor drinne ‘das Feuer im Ofen ist ausgegangen’ BE-Dro
  • Rätsel: Süht ut wie ne Katte, hat’n Kopp wie ne Katte, hat’n Schwanz wie ne Katte un is doch keine Katte – Kater. Chr-Em 438
  • Abzählreim:Et war ‘en Kater,
    der makt Theater,
    Da kümmt de Vater mit de Bicke,
    und haut den Kater ins Genicke.
    HA-Alv
  • Spiel: “Kuter Miau
  • “Wat wißte denne?” – “Butterpamme met Käse!” – “Hasch dich eene, denn haste eene!” wird auf dem Leiterwagen gespielt, vgl. Katte 2b., ZE-Roß.
  • Volksgl.: Ein dreifarbiger K. bringt Glück ins Haus. CA-Ak. In der Garbe, die bei der Getreideernte zuletzt geschnitten wird, sitzt der K. Ackerbau-Anhalt 269 (ZE-Kö). Beim Mähen dieser Garbe wird daher gerufen: “Der Kuter kommt rut!”Vk-Anhaltb 47 (ZE-Kö). Wer sie bindet, muss den Kuter hucken. a.a.O. 47 (verbr. ZE).
2.
Bedeutung
‘Garbe, die bei der Getreideernte zuletzt geschnitten wird’, (vgl. 1.)
Verbreitung
2: Ackerbau-Anhalt 358 (ZE-Kö Mühl).
3.
Bedeutung
‘dunkle Wetterwolke’, vorw. in der Verbdg.: swarter Kter
Verbreitung
  • 1: SA-Bom
  • 2: verstr. Altm., JE1-Zie
  • 3: WO-GrAm, JE1-Ra, HA-Hi.