Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 593
Knirrkamm m. 1a. ‘Handgelenk’, vgl. Handgelenk,
Pulsgelenk
, 2: SA-Ra. – 1b. ‘eine falsche, mit einem Ge-
räusch verbundene schmerzhafte Bewegung des Hand-
gelenkes’ 2: STE-Ho. – 2a. dass. wie  Knirrbeck, 2:
WO-Sa, 3: CALV-Calv, HA-Gro. – 2b. ‘aus im Kamm
des Webstuhls verbliebenen Fadenresten zusammenge-
knoteter Faden’ 3: Brauch-Anhalt 187 und 346 (BE-
GrMü). – Volksgl.: Leute mit verstauchtem, übergrif-
fenem oder dick gewordenem Handgelenk holten sich
vom Weber den K. Die Zahl der Knoten sollte ungerade
sein, gewöhnlich betrug sie 21. Der Weber legte den K.[594]
abends ins Fenster, von wo man ihn sich abholte. Der K.
wurde mehrfach um das betroffene Handgelenk gewi-
ckelt. Dem Weber durfte weder gedankt werden, noch
erhielt er irgendeine Bezahlung, da sonst das Mittel nicht
half. a.a.O. 187 (BE-GrMü).
Lautf.: Knirrkamm; außerdem: Knierkam SA-Ra.
Expandiere:
Lemma
Knirrkamm
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1a.
Bedeutung
‘Handgelenk’, vgl. Handgelenk, Pulsgelenk
Verbreitung
2: SA-Ra.
1b.
Bedeutung
‘eine falsche, mit einem Geräusch verbundene schmerzhafte Bewegung des Handgelenkes’
Verbreitung
2: STE-Ho.
2a.
Bedeutung
dass. wie  Knirrbeck
Verbreitung
  • 2: WO-Sa
  • 3: CALV-Calv, HA-Gro.
2b.
Bedeutung
‘aus im Kamm des Webstuhls verbliebenen Fadenresten zusammengeknoteter Faden’
Verbreitung
3: Brauch-Anhalt 187 und 346 (BE-GrMü).
Belege
Volksgl.: Leute mit verstauchtem, übergriffenem oder dick gewordenem Handgelenk holten sich vom Weber den K. Die Zahl der Knoten sollte ungerade sein, gewöhnlich betrug sie 21. Der Weber legte den K. abends ins Fenster, von wo man ihn sich abholte. Der K. wurde mehrfach um das betroffene Handgelenk gewickelt. Dem Weber durfte weder gedankt werden, noch erhielt er irgendeine Bezahlung, da sonst das Mittel nicht half. a.a.O. 187 (BE-GrMü).