Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 616
Knst m. 1a. ‘Anfangs- und Endstück des Brotes’,
Kant(en), 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Ki,
JE1-Kö, ZE-Dor Hu, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. omd.
wer an besten bten kann, kricht’n Knust HA-Oh;
Rda.: Oll Knst hölt Hs ‘altes Brot hält länger vor
als frisch gebackenes’ Wb-Altm 278; De hat en gröt-
sten Knust ejetten
‘er hat die längste Zeit gelebt’ Sprw-
Harzvorld374. – Brauch: Vor dem Eintritt ins Haus
schickt die Braut der ärmsten Familie des Ortes ein Brot,
von dem sie vorher den K. abgeschnitten hat. Diesen
hebt sie auf, um nie Mangel am täglichen Brot erlei-
den zu müssen. Hochzeit-Altm 36. – 1b. ‘großes Stück’
vom Brot, auch ‘dicke Brotscheibe’ 2: Wb-Altm 261,
Beiträge-Altm 1,345, 3: Nd-Börde § 40 (WO-Schn),
Id-Queb 5, BE-Gü, 4: Mda-Sti 163, Wb-Ak 94, DE-Thu
D haste dich awwer an Knst abjeswelt! Wb-Ak
94; Sprw.: ‘n groff (grober) Knst iss bät’r ass’n leddig Fst.[617]
Wb-Altm 261. – 1c. ‘Abschnitt einer mehrteiligen
Semmel’ 2: Wb-Altm 111, Brauch-wAltm 54, SA-Kal,
OST-Ar, vereinz. ö Altm., Heimatkalender-Ma 1930,81
(JE2-Vie), JE1-Ro, 3: JE1-Ca, 4: Wäschke 31909,106
… brach sich o noch an Knust vonne Semmel ab …
Wäschke 31909,106. – 2. Pl. ‘gebackene Kartoffeln’ 3:
Rezepte-Harz 2, BLA-Be. – 3. ‘Apfelrest, Kerngehäuse
des Apfels’,  Appelknst, 2: GA-Ack, JE2-Ma, verstr.
mittleres JE1 ZE, 3: vereinz. elbostf. – 4a. dass. wie
Knurzel 1a., 2: ZE-Dor, 3: vereinz. s elbostf., 4:
vereinz. w omd. – 4b. ‘Baumast’ 4: BE-Ge. – 4c. ‘Hebe-
baum am Wippbrunnen’, nur im Rätsel:uns Knecht Kns
hät’n Ding as’n Fst;
weiert de Wind,
bummelt äm dt Ding.
1: SA-Ab.
– 5. ‘klumpenförmige Geschwulst oder Verhärtung am
Körper’ 3: Wb-Nharz 103. – 6. ‘Haarknoten am Hinter-
kopf der Frau’ 2: Wb-Altm* 60, STE-Wa. – 7a. in der
Verbdg.: Dät is’n groffen Knust. ‘Das ist ein grober,
schwerfälliger, ungehobelter Mensch.’, im Anschluss an
1a.,  Klotz, 2: Beiträge-Altm 1,345. – 7b. ‘ Bäcker’,
scherzh., 3: ADVk Nr. 238b (HA-Sü). – 7c. ‘kleiner
Mensch’,  Knirps – Heischevers:ick bin n klnr kns,
unn wenn ji mick nischt jewwn wollt,
denn scht ick ji int hs.
3: Vk-Ask 137 (QUE-Scha).
– 7d. ‘ Kleinknecht’ 2: JE2-Ro.
Lautf., Gram.: Knu(u)st, Knst, Knuhst, [knsd]; außerdem:
[gnsd] verstr. BE, DE-Thu; [knstn] Pl. OST-Kru, STE-Ro
Schi; [gnsdn] BE-Ad; Knste Pl. JE1-Ro; [knst] Pl. SA-
Kal; Knstk’n Dim. Wb-Altm 111; Knieste Pl. Rezepte-Harz
2, BLA-Be; Knistchen Dim. BLA-Sti; [kniust] verstr. nwaltm.;
Knaust JE1-Schor Walt, verstr. ZE; Knoust WE-Ho Rho; Gnaust
QUE-Scha Wed, [gnausd] BE-Dro Sa; Jnaust QUE-Frie Su;
Kns SA-Ab, Lieder-Ma Nr. 476 (JE1-Ran), JE1-Schor, OSCH-
KlQue, WE-El, Vk-Ask 137, KÖ-Grö Wer; Knaus HA-War;
Knauht ZE-Wa.
Zuss.: zu 1a.: Knurr-, Kuss-, Lache-; zu 2.: lknster; zu 3.:
Hunk-; zu 4.: Holt-, wen-.
Expandiere:
Lemma
Knst
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1a.
Bedeutung
‘Anfangs- und Endstück des Brotes’,  Kant(en)
Verbreitung
  • 1: verstr. nwaltm.
  • 2: verstr. Altm., JE2-Ki, JE1-Kö, ZE-Dor Hu
  • 3: verbr. elbostf.
  • 4: verstr. omd.
Belege
  • wer an besten bten kann, kricht’n Knust HA-Oh
  • Rda.: Oll Knst hölt Hs ‘altes Brot hält länger vor als frisch gebackenes’ Wb-Altm 278
  • De hat en grötsten Knust ejetten ‘er hat die längste Zeit gelebt’ Sprw-Harzvorld374.
  • Brauch: Vor dem Eintritt ins Haus schickt die Braut der ärmsten Familie des Ortes ein Brot, von dem sie vorher den K. abgeschnitten hat. Diesen hebt sie auf, um nie Mangel am täglichen Brot erleiden zu müssen. Hochzeit-Altm 36.
1b.
Bedeutung
‘großes Stück’ vom Brot, auch ‘dicke Brotscheibe’
Verbreitung
  • 2: Wb-Altm 261, Beiträge-Altm 1, 345
  • 3: Nd-Börde § 40 (WO-Schn), Id-Queb 5, BE-Gü
  • 4: Mda-Sti 163, Wb-Ak 94, DE-Thu
Belege
  • D haste dich awwer an Knst abjeswelt! Wb-Ak 94
  • Sprw.: ‘n groff (grober) Knst iss bät’r ass’n leddig Fst. Wb-Altm 261.
1c.
Bedeutung
‘Abschnitt einer mehrteiligen Semmel’
Verbreitung
  • 2: Wb-Altm 111, Brauch-wAltm 54, SA-Kal, OST-Ar, vereinz. ö Altm., Heimatkalender-Ma 1930, 81 (JE2-Vie), JE1-Ro
  • 3: JE1-Ca
  • 4: Wäschke 31909, 106
Belege
… brach sich o noch an Knust vonne Semmel ab … Wäschke 31909,106.
2.
Grammatikalische Angabe
Pl.
Bedeutung
‘gebackene Kartoffeln’
Verbreitung
3: Rezepte-Harz 2, BLA-Be.
3.
Bedeutung
‘Apfelrest, Kerngehäuse des Apfels’,  Appelknst
Verbreitung
  • 2: GA-Ack, JE2-Ma, verstr. mittleres JE1 ZE
  • 3: vereinz. elbostf.
4a.
Bedeutung
dass. wie  Knurzel 1a.
Verbreitung
  • 2: ZE-Dor
  • 3: vereinz. s elbostf.
  • 4: vereinz. w omd.
4b.
Bedeutung
‘Baumast’
Verbreitung
4: BE-Ge.
4c.
Bedeutung
‘Hebebaum am Wippbrunnen’, nur im Rätsel:
Belege
uns Knecht Kns
hät’n Ding as’n Fst;
weiert de Wind,
bummelt äm dt Ding.
1: SA-Ab.
5.
Bedeutung
‘klumpenförmige Geschwulst oder Verhärtung am Körper’
Verbreitung
3: Wb-Nharz 103.
6.
Bedeutung
‘Haarknoten am Hinterkopf der Frau’
Verbreitung
2: Wb-Altm* 60, STE-Wa.
7a.
Bedeutung
in der Verbdg.: Dät is’n groffen Knust. ‘Das ist ein grober, schwerfälliger, ungehobelter Mensch.’, im Anschluss an 1a.,  Klotz
Verbreitung
2: Beiträge-Altm 1, 345.
7b.
Bedeutung
‘ Bäcker’, scherzh.
Verbreitung
3: ADVk Nr. 238b (HA-Sü).
7c.
Bedeutung
‘kleiner Mensch’,  Knirps
Belege
Heischevers:ick bin n klnr kns,
unn wenn ji mick nischt jewwn wollt,
denn scht ick ji int hs.
3: Vk-Ask 137 (QUE-Scha).
7d.
Bedeutung
‘ Kleinknecht
Verbreitung
2: JE2-Ro.