Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 832
1lgen Vb. ‘wissentlich und absichtsvoll die Unwahr-
heit sagen’, allg. – hei hat e’ ln HA-Oh; lk doch nich!
Wb-Ak 106; Rda.: De Hucke vull lei’en Sprw-Harzvorlg
264; de Jacke full lein HA-Oh; hei lücht, wenn’e ‘t Ml
opdeiht
HA-Oh; leucht wie jedrucktVk-Harz 3,46; licht,
dat ‘e schwimelich
(schwindelig) worst Sprw-Börde;
lein, dat sek de Balken böet Sprw-Eils 39; he kann leeg’n
as en Pärd in’n Sprung löppt
Spr-Altm 77; hei lücht, un
wenn ‘ne de Speck t de Ficke
(Tasche) kket HA-Oh;
wer kann, dee lai’e besser Wb-Holzl 133; wr licht, d
sal de karche in’n darpe lten
Wb-Nharz 116; wr licht,
d sal de hakke n’n schtle lten
a.a.O. 116; Sprw.: wat
anfängt mit Leigen, mot ennen mit Bedreigen
Chr-Em
429; wr lüggt, dei drügt, wr drügt, dei stlt, wr stlt
kummt an den Galgen
Wb-We 82.  TZ: klen 1kunkeln
lgnen lurren
.
Lautf.: leg(e)n verstr. Altm.; [lg] verstr. ö/sö SA ö GA; [l]
SA-Ev Zie, OST-Bi; lej(e)n, [lj()n] verstr. sö OST n STE,
WO-Col Zie, Dialekt-Ma 7 (verstr. sw JE1), Mda-Sti 53; [ln]
verstr. mittleres OST, STE-Bad; [l()n] Mda-Ze (ZE-Reu
Stre); leen, [ln] JE2-Ni, verstr. JE1, ZE-Göd; [ln] ZE-Kö;
[l] Mda-Ze (ZE-Gro); leig(e)n SA-Scha, vereinz. n elbostf.;
[laig] SA-Dä; [läig] verstr. nwaltm.; [läi] verstr. nwaltm.,
SA-GrGe; leijen vereinz. n elbostf.; [lain], leien, lei’en Wb-
Holzl 133, verstr. mittleres/s elbostf.; [lehen] Dialekt-Nd 16;
[lain], lein verstr. mittleres/sw elbostf.; [ln] QUE-Di; lög(e)
n
OST-Schr, STE-Go; [lg] SA-Lüg Sa, STE-Buch; läögn
Bewohner-Altm 1,355, GA-Ber; löjn STE-Sa, WO-Zi; loigen
SA-Dä; loiggen Wb-We 82; [li] SA-Ch Hi; löen JE2-Me; leu-
en
STE-Gro; [löin] STE-Bö Steg; [ljn] ZE-Roß; len, [ln]
Mda-Ze (ZE-Roß), verbr. anhalt.
– Gram.: 1. Sg. Präs.: lg Wb-Altm 125; [l] verstr. ZE; [ln]
Mda-Ze (ZE-Gro); lei(e), lai(e) verbr. elbostf.; laa QUE-Di;
[l] Mda-Ze (ZE-Roß); 3. Sg. Präs.: leeget JE1-Mö; [lt] ver-
br. ZE; [lnt] Mda-Ze (ZE-Gro), ZE-Kö; lüggt Wb-Altm 125,
OST-Thie, GA-Ack Wa, Wb-We 82; lücht GA-[833]
Klö, STE-Stei, HA-Oh, Wb-Holzl 133; leuchtVk-Harz 3,46; lijt WA-Alt;
licht verstr. s elbostf.; [l()t] Mda-Ze (ZE-Roß); Part. Prät.:
Stammvokal [--] Dialekt-Ma 9 (sw JE1, ZE-Dor), Mda-Ze
(ZE-Roß), verbr. elbostf. omd.; [--] verbr. brdb.; [ --] ver-
str. Altm., Dialekt-Ma 11 (verbr. s JE1); [--] Dialekt-Ma 11
(w JE1); [--] verstr. ZE.
Expandiere:
Lemma
lgen (Homonymziffer 1)
Grammatische Angabe
Vb.
Bedeutung
‘wissentlich und absichtsvoll die Unwahrheit sagen’, allg.
Belege
  • hei hat e’ ln HA-Oh
  • lk doch nich! Wb-Ak 106
  • Rda.: De Hucke vull lei’en Sprw-Harzvorlg 264
  • de Jacke full lein HA-Oh
  • hei lücht, wenn’e ‘t Ml opdeiht HA-Oh
  • leucht wie jedrucktVk-Harz 3,46
  • licht, dat ‘e schwimelich (schwindelig) worst Sprw-Börde
  • lein, dat sek de Balken böet Sprw-Eils 39
  • he kann leeg’n as en Pärd in’n Sprung löppt Spr-Altm 77
  • hei lücht, un wenn ‘ne de Speck t de Ficke (Tasche) kket HA-Oh
  • wer kann, dee lai’e besser Wb-Holzl 133
  • wr licht, d sal de karche in’n darpe lten Wb-Nharz 116
  • wr licht, d sal de hakke n’n schtle lten a.a.O. 116
  • Sprw.: wat anfängt mit Leigen, mot ennen mit Bedreigen Chr-Em 429
  • wr lüggt, dei drügt, wr drügt, dei stlt, wr stlt kummt an den Galgen Wb-We 82.