Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 870
1Lne f. 1. ‘dünnes Seil’, auch ‘Seil mittlerer Stärke’,
meist aus Hanf, 2: verstr. brdb., 3: vereinz. n CA, 4: ver-
str. anhalt. – de Wäsche hangt all up de Ln JE2-Scho.
– Brauch: Liene trecken ‘das Brautpaar mit einer Schnur
aufhalten, um eine Geldspende zu erwirken’ Vk-Anhaltb
41 (ZE-Eich). – 2. ‘Schiffstau’, je nach Verwendungs-
zweck aus Hanf oder Draht, Schifferspr., 2: Elbschif-
ferspr. 253 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O.
253 (CA-Ak), Wb-Ak 105 – der Knich (der vorderste
Leinenzieher beim Treideln,  Knig 3.) wr der erschte
ne Leine.
Wb-Ak 105; Rda.: Se wurre janz schtumm un
zok Leine
(ging fort, verschwand). Alt-Cöthen 81. – 3a.
‘Lenkseil für Zugtiere’ 2: GA-Da, ZE-Roß, 4: Wb-Be.
– 3b. ‘ Strang zum Anschirren von Zugtieren’ 2: STE-
Bir, 3: CA-Sta, 4: BE-La. – 3c. ‘am Halsband befestigter
Lederriemen zum Führen von Hunden oder Pferden’ 4:
Wb-Ak 105. – 4. in FlN, 2: STE-Bit Grie West, JE2-Re,
verstr. mittleres/s JE1, ZE-Steu.
Lautf.: Line, [ln] Elbschifferspr. 253 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-
Mi Pa), STE-Bir, WO-Zi, verstr. mbrdb., vereinz. n CA; Lin,
[ln]
verstr. Altm., JE2-Scho; [ln] OST-Ga; Leine, [lain]
GA-Da, ZE-Roß, CA-Sta, verstr. anhalt. – Etym.: (4.) zu mndl.
line ‘Landmaß von 100 Ruten’, Belege des Wortes im Brdb.
sind wichtiges Indiz für ndl. Besiedlung, vgl. Siedler-Je § 319,
Teuchert 21972,194.
Zuss.: zu 2.: Meerleine; zu 3.: Kreuzleine.
Expandiere:
Lemma
Lne (Homonymziffer 1)
Grammatische Angabe
f.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘dünnes Seil’, auch ‘Seil mittlerer Stärke’, meist aus Hanf
Verbreitung
  • 2: verstr. brdb.
  • 3: vereinz. n CA
  • 4: verstr. anhalt.
Belege
  • de Wäsche hangt all up de Ln JE2-Scho.
  • Brauch: Liene trecken ‘das Brautpaar mit einer Schnur aufhalten, um eine Geldspende zu erwirken’ Vk-Anhaltb 41 (ZE-Eich).
2.
Bedeutung
‘Schiffstau’, je nach Verwendungszweck aus Hanf oder Draht, Schifferspr.
Verbreitung
  • 2: Elbschifferspr. 253 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa)
  • 4: a.a.O. 253 (CA-Ak), Wb-Ak 105
Belege
  • der Knich (der vorderste Leinenzieher beim Treideln,  Knig 3.) wr der erschte ne Leine. Wb-Ak 105
  • Rda.: Se wurre janz schtumm un zok Leine (ging fort, verschwand). Alt-Cöthen 81.
3a.
Bedeutung
‘Lenkseil für Zugtiere’
Verbreitung
  • 2: GA-Da, ZE-Roß
  • 4: Wb-Be.
3b.
Bedeutung
‘ Strang zum Anschirren von Zugtieren’
Verbreitung
  • 2: STE-Bir
  • 3: CA-Sta
  • 4: BE-La.
3c.
Bedeutung
‘am Halsband befestigter Lederriemen zum Führen von Hunden oder Pferden’
Verbreitung
4: Wb-Ak 105.
4.
Bedeutung
in FlN
Verbreitung
2: STE-Bit Grie West, JE2-Re, verstr. mittleres/s JE1, ZE-Steu.