Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 240
Arm m. 1a. ‘Körperglied (des Menschen) an der rech-
ten bzw. linken Schulter’ verbr. – ’n Arm brken HA-Oh;
en rm ful ‘ein wenig’ Wb-Nharz 17; Rda.: dä hat sinen
Ackerhof unnern Arm
von einem Barbier mit seinen Uten-
silien gesagt, scherzh., WE-Velt; den lette in schtiewe
Arme affschtarben
von jmdm. gesagt, der jmd. anderen
bezwingen kann, Sprw-Börde; ’n un’ner de Arreme
jreifen
‘jmdm. helfen’ Wb-Ak 25; du wist mik woll oppen
Arm nehm?
CA-Fö; mit’n krumm’ Arm kaom’n ‘jmdn.
mit Geschenken zu bestechen suchen’ Wb-Altm 118; hei
lächt sin’ fiuan Am bi sin lärring’ Dam
‘er legt seinen[241]
faulen Arm zu seinem leeren Darm’, Verspottung fauler
Menschen, Volksspr-Altm 93; Sprw.: Arm’ un Been’ kann’
nich brännen.
Entschuldigung für einen begangenen Holz-
diebstahl, Bewohner-Altm 1,321; Kindervers:Arm, Darm,
Water warm,
Swieneken slachten,
Wörstchen maken;
Dat sall seggen: piep!
Hbl-Ohre 1933 Nr. 7/ohne Verf. (WA-
ABra).
– 1b. in der Verbdg.: n Arm vull ‘Menge, die man im
Arm tragen kann’, bes. von Getreide, 1: SA-Sla, 2: ver-
einz. OST JE2, JE1-Stei, 3: verstr. w elbostf. WA, 4:
vereinz. omd. – en Arm vull Koahn (Korn) OST-Alt;
Hle m an Arremvull Hols rin! Wb-Ak 26. – 2. ‘Ärmel’
3: vereinz. elbostf. –Denn word ne Elle mehr enommen.
Et kunn mal andre Mode kommen!
Mal niee Arme, andern Kragen,
Denn leit et sick noch länger dragen!
Gorges 1938,33.
– 3. Teil(e) an Geräten oder Vorrichtungen: – a. vorw. im
Pl. ‘paarig gespreizte Holme am Vordergestell des Acker-
wagens, zwischen denen die Deichsel gelagert ist’ 1: SA-
Rist Roh, 2: ZE-Mü Ned, 3: vereinz. elbostf., 4: verstr.
w anhalt. – b. vorw. im Pl. ‘Griffe am Hinterpflug zum
Führen des Pfluges, Pflugarme’ 4: BE-Be Grö. – c.
‘Pumpenschwengel’ – Rätsel: höltern Mann mit’n isern
Arm?
– die Wasserpumpe, 2: JE2-Schön. – d. ‘das Quer-
holz der Harke, an dem die Zinken sitzen’,  Harkenhft,
2: STE-Ste. – e. ‘Seitenholz an der Handspannsäge’ 3:
Wb-Nharz 17. – f. ‘Teil des Stiels der Grassense zwi-
schen Griff und Knebel’ 3: a.a.O. 17.
Lautf., Gram.: Arm Sg., -e Pl.; außerdem: Am, [m] SA-Rist,
Volksspr-Altm 93; Arm, Arm’Pl. SA-Roh, vereinz. Altm.; Armen
Dat./Akk. Pl. Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.), Mda-
Weg 105; Arrem, [arm] JE2-Scho, Wb-Ak 25; Orm Id-
Eilsa 81; Orrem OSCH-Di; rm, ’rm Heimatkalender-Ze
1962,92 (ZE-Ze), Wb-Nharz 17, Mda-Sti 16, DE-Ca; [rm]
Pl. BE-Gü, vereinz. w anhalt.; Ärme Akk. Pl. Heimatkalender-
Ma 1932,46 (JE2-Vie); rm QUE-Di; [m] Mda-Ar 24.
Expandiere:
Lemma
Arm
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1a.
Bedeutung
‘Körperglied (des Menschen) an der rechten bzw. linken Schulter’ verbr.
Belege
  • ’n Arm brken HA-Oh
  • en rm ful ‘ein wenig’ Wb-Nharz 17
  • Rda.: dä hat sinen Ackerhof unnern Arm von einem Barbier mit seinen Utensilien gesagt, scherzh., WE-Velt
  • den lette in schtiewe Arme affschtarben von jmdm. gesagt, der jmd. anderen bezwingen kann, Sprw-Börde
  • ’n un’ner de Arreme jreifen ‘jmdm. helfen’ Wb-Ak 25
  • du wist mik woll oppen Arm nehm? CA-Fö
  • mit’n krumm’ Arm kaom’n ‘jmdn. mit Geschenken zu bestechen suchen’ Wb-Altm 118
  • hei lächt sin’ fiuan Am bi sin lärring’ Dam ‘er legt seinen faulen Arm zu seinem leeren Darm’, Verspottung fauler Menschen, Volksspr-Altm 93
  • Sprw.: Arm’ un Been’ kann’ nich brännen. Entschuldigung für einen begangenen Holzdiebstahl, Bewohner-Altm 1,321
  • Kindervers:Arm, Darm,
    Water warm,
    Swieneken slachten,
    Wörstchen maken;
    Dat sall seggen: piep!
    Hbl-Ohre 1933 Nr. 7/ohne Verf. (WA-
    ABra).
1b.
Bedeutung
in der Verbdg.: n Arm vull ‘Menge, die man im Arm tragen kann’, bes. von Getreide
Verbreitung
  • 1: SA-Sla
  • 2: vereinz. OST JE2, JE1-Stei
  • 3: verstr. w elbostf. WA
  • 4: vereinz. omd.
Belege
  • en Arm vull Koahn (Korn) OST-Alt
  • Hle m an Arremvull Hols rin! Wb-Ak 26.
2.
Bedeutung
‘Ärmel’
Verbreitung
3: vereinz. elbostf.
Belege
Denn word ne Elle mehr enommen.
Et kunn mal andre Mode kommen!
Mal niee Arme, andern Kragen,
Denn leit et sick noch länger dragen!
Gorges 1938,33.
3.
Bedeutung
Teil(e) an Geräten oder Vorrichtungen:
a.
Grammatikalische Angabe
vorw. im Pl.
Bedeutung
‘paarig gespreizte Holme am Vordergestell des Ackerwagens, zwischen denen die Deichsel gelagert ist’
Verbreitung
  • 1: SA-Rist Roh
  • 2: ZE-Mü Ned
  • 3: vereinz. elbostf.
  • 4: verstr. w anhalt.
b.
Grammatikalische Angabe
vorw. im Pl.
Bedeutung
‘Griffe am Hinterpflug zum Führen des Pfluges, Pflugarme’
Verbreitung
4: BE-Be Grö.
c.
Bedeutung
‘Pumpenschwengel’
Belege
  • Rätsel: höltern Mann mit’n isern Arm?
  • die Wasserpumpe, 2: JE2-Schön.
d.
Bedeutung
‘das Querholz der Harke, an dem die Zinken sitzen’,  Harkenhft
Verbreitung
2: STE-Ste.
e.
Bedeutung
‘Seitenholz an der Handspannsäge’
Verbreitung
3: Wb-Nharz 17.
f.
Bedeutung
‘Teil des Stiels der Grassense zwischen Griff und Knebel’
Verbreitung
3: a.a.O. 17.