Mittelelbisches Wörterbuch, Band 2 (H-O), Spalte 1065
1Mle f. 1. ‘durch Wind, Wasser oder Motorkraft
betriebene Anlage zum Zermahlen, Zerkleinern von kör-
nigem Material’, bes. ‘Getreidemühle’ verbr. – dai Möll
schtit schtill
SA-Dä; de Mülder is op de Mele HA-Oh;[1066]
Denkst du, wenn seck dä Möhle dreiht, eck kann meck op
dä Siete leggen?
Klaus 1936,21; Rda.: Water op siene
Mele
‘etw., das jmdn. unterstützt’ Sprw-Börde; hai hat
einen opp der Mle
‘er ist verrückt, geistesgestört’ WE-
Zi; Hätt de Möll man Wter, so fün’n sik k wl Gäst
Trost für ein Mädchen, dessen Verlobter die Verbindung
gelöst hat, Hochzeit-Altm 64; Rätsel:Wat iss dat Beßte an dai Mölle?
– Dat se von Holt iss.
Wenn se von Flaisch waire,
Denn harrn se de Kraihen oppefreetn.
Lieder-Ma Nr. 500
(WO-Ol);
Wekke Mähle hätt kan Water? – die Kaffeemühle, WE-
El; Geiht un’ geiht un’ kümmt nich to Dörp? – die M.,
Bewohner-Altm 2,171; Eine mohle uf der Milde mit 4
gengen …
Amt Dessau und Lippehne 1547–1549, Land-
reg-Anhalt 1,175. – 2a. ‘Brettspiel für zwei Personen,
bei dem die Mitspieler versuchen, eine  Mle 2b. zu
bilden’ 4: Wb-Ak 113. – 2b. ‘Figur aus drei nebeneinan-
der liegenden Steinen beim Mühlespiel’ – Reim:Stripp, strapp, strull,
Miene Möll’ iss vull,
Miene Mölle gait,
Diene Mölle stait.
3: Lieder-Ma Nr. 753 (Umgebung von
Magdeburg).
Lautf.: Mö(h)le verstr. OSCH WE; Mele HA-Oh, WE-Wa;
müöle OSCH-Di; Me(h)le, [ml] Sprw-Börde, OSCH-He, ver-
str. s elbostf., BA-Ha; Mähle WE-El; mäale Mda-Ro, male
Dialektgeogr-Elbe/Saale 94 (verstr. sö ZE); Mle, [ml] verstr.
s ZE, BA-Ha, verstr. anhalt.; Mölle, [möl] verstr. s Altm., ver-
einz. JE2, verstr. nw JE1 n elbostf., WA-Un; Möll, [möl] verbr.
nwaltm. n/mittlere Altm.; [ml] Mda-Ar 32; Melle Wb-Holzl
142 (WA-KlWa), WA-Ste, melle Mda-Sti 176, [mel] Mda-
nwJe1a 51 (JE1-Bie Ger), Mda-Ma 70 (verstr. s JE1), verstr.
ZE n CA.
Zuss.: zu 1.: Kaff-, L-, Molt-, l-; sonstiges: Huckemühle,
Klaps-, Münte-
.
Expandiere:
Lemma
Mle (Homonymziffer 1)
Grammatische Angabe
f.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘durch Wind, Wasser oder Motorkraft betriebene Anlage zum Zermahlen, Zerkleinern von körnigem Material’, bes. ‘Getreidemühle’ verbr.
Belege
  • dai Möll schtit schtill SA-Dä
  • de Mülder is op de Mele HA-Oh
  • Denkst du, wenn seck dä Möhle dreiht, eck kann meck op dä Siete leggen? Klaus 1936,21
  • Rda.: Water op siene Mele ‘etw., das jmdn. unterstützt’ Sprw-Börde
  • hai hat einen opp der Mle ‘er ist verrückt, geistesgestört’ WE-Zi
  • Hätt de Möll man Wter, so fün’n sik k wl Gäst Trost für ein Mädchen, dessen Verlobter die Verbindung gelöst hat, Hochzeit-Altm 64
  • Rätsel:Wat iss dat Beßte an dai Mölle?
    – Dat se von Holt iss.
    Wenn se von Flaisch waire,
    Denn harrn se de Kraihen oppefreetn.
    Lieder-Ma Nr. 500
    (WO-Ol)
  • Wekke Mähle hätt kan Water?
  • die Kaffeemühle, WE-El
  • Geiht un’ geiht un’ kümmt nich to Dörp?
  • die M., Bewohner-Altm 2,171
  • Eine mohle uf der Milde mit 4 gengen … Amt Dessau und Lippehne 1547
  • 1549, Landreg-Anhalt 1,175.
2a.
Bedeutung
‘Brettspiel für zwei Personen, bei dem die Mitspieler versuchen, eine  Mle 2b. zu bilden’
Verbreitung
4: Wb-Ak 113.
2b.
Bedeutung
‘Figur aus drei nebeneinander liegenden Steinen beim Mühlespiel’
Belege
Reim:Stripp, strapp, strull,
Miene Möll’ iss vull,
Miene Mölle gait,
Diene Mölle stait.
3: Lieder-Ma Nr. 753 (Umgebung von
Magdeburg).