Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 280
Bäcker m. wie Standardspr., 1: SA-Dä, 2: vereinz.
Altm., JE2-Scho, Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze),
3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – De dicke Bäcker
word kriedewittschen um de Neese rum ...
Lindaub o.J. 7;
Dans, j mütt’n dät Brt met nn Becka n’m! JE2-
Scho; Rda.: de Bäcker hat ekneppen ‘der Bäcker hat von
dem zum Backen gebrachten Teig etw. für sich zurück-
behalten’ Id-Eilsa 73; de Mäkens gt af w de warmen
Semmeln bn Bäkker
‘die Mädchen sind zum Heiraten
sehr begehrt’ Wb-We 125; Datt iss ass bi’n Becker de
Semmel
‘hierfür gibt es einen festen Preis’ Wb-Altm 276;
d hat der Becker seine Fraue durchjejocht von einem[281]
löcherigen Brot gesagt, Wb-Ak 33; Sprw.: Wo de Brauer
waohnt, kann de Bäcker nich waohnen.
‘Trinker essen
wenig.’ Bewohner-Altm 1,321; Reim: dr beckr unn dr
millr, sinn schwestr-, braudr-kinnr.
von der angeblichen
Unehrlichkeit beider gesagt, Vk-Ask 159; Kinderreim:Backe, backe Kauk’n,
Där Bäck’r het jeraup’m,
Het jeraup’m de ganze Nacht,
N.N. het kain’n Daich jebracht,
Kricht ook kain’n Kauk’n.
Lieder-Ma Nr. 105 (WA-Eg);
Neckvers:Der Bäcker ist ein Schweinehund,
Der klaut von jedem Brot ein Pfund.
Vk-Anhaltc 140 (DE-Ho);
De Bäcker het siene Fru eschlahn
Met en Schiewer op et Lief.
Oh, wie schreich dat areme Wief!
Vk-Harz 3,69.
backen 1., Brt 1., Kken 1.  Kkenbäcker; scherzh.,
abw.: Backebeck Bäckerknst Backeweich Dgpe
Kleisterpansch Klunsterbäcker Klunz Klunzbäcker
Klunzfritze Klunzkonditor Kneter 1Knp Knper Knst
Kringeldreier Krpelbäcker Luffe Luffenbäcker Luf-
fenmker Mlhse Mlsack Mlworm Prillekenbäcker
Prillekenhingst Schrippenarchitekt Semmelfoss Semmel-
hengst Semmelschrippe Semmeltechniker Teighengst
Teigmops
.
Lautf., Gram.: Bäcker, -kk-, Bäck’r; außerdem: Becker Wb-
Altm 276, Wb-Altm* 72, vereinz. w elbostf., Wb-Ak 33, beckr
Vk-Ask 159; [beka] JE2-Scho; [bek] SA-Gä; [pekr] Wb-Be;
packer Mda-Sti 13.
Expandiere:
Lemma
Bäcker
Grammatische Angabe
m.
Bedeutung
wie Standardspr.
Verbreitung
  • 1: SA-Dä
  • 2: vereinz. Altm., JE2-Scho, Heimatkalender-Ze 1962, 90 (ZE-Ze)
  • 3: verstr. elbostf.
  • 4: vereinz. omd.
Belege
  • De dicke Bäcker word kriedewittschen um de Neese rum ... Lindaub o.J. 7
  • Dans, j mütt’n dät Brt met nn Becka n’m! JE2-Scho
  • Rda.: de Bäcker hat ekneppen ‘der Bäcker hat von dem zum Backen gebrachten Teig etw. für sich zurückbehalten’ Id-Eilsa 73
  • de Mäkens gt af w de warmen Semmeln bn Bäkker ‘die Mädchen sind zum Heiraten sehr begehrt’ Wb-We 125
  • Datt iss ass bi’n Becker de Semmel ‘hierfür gibt es einen festen Preis’ Wb-Altm 276
  • d hat der Becker seine Fraue durchjejocht von einem löcherigen Brot gesagt, Wb-Ak 33
  • Sprw.: Wo de Brauer waohnt, kann de Bäcker nich waohnen. ‘Trinker essen wenig.’ Bewohner-Altm 1,321
  • Reim: dr beckr unn dr millr, sinn schwestr-, braudr-kinnr. von der angeblichen Unehrlichkeit beider gesagt, Vk-Ask 159
  • Kinderreim:Backe, backe Kauk’n,
    Där Bäck’r het jeraup’m,
    Het jeraup’m de ganze Nacht,
    N.N. het kain’n Daich jebracht,
    Kricht ook kain’n Kauk’n.
    Lieder-Ma Nr. 105 (WA-Eg)
  • Neckvers:Der Bäcker ist ein Schweinehund,
    Der klaut von jedem Brot ein Pfund.
    Vk-Anhaltc 140 (DE-Ho)
  • De Bäcker het siene Fru eschlahn
    Met en Schiewer op et Lief.
    Oh, wie schreich dat areme Wief!
    Vk-Harz 3,69.
    backen 1., Brt 1., Kken 1.