Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 300
Band n., auch m. 1a. ‘Stoff- oder Lederstreifen’, bes.
als Schmuck, 2: Bewohner-Altm 2,104, Volksspr-Altm 90,
ZE-KlLei, 3: Wb-Nharz 20, 4: Brauch-Anhalt 26, Alt-
Cöthen 3 – Unse Deerns moakten sick damals ok all
smuck ... met de bunten Döker, Schörten, Bänner un Müt-
zen.
Bewohner-Altm 2,104. – Brauch: B. wurden zu
vielerlei Anlässen angelegt: Die Leichenbitter trugen am
Hut ein schwarzes B., ebenso die Teilnehmer am Leichen-
gefolge. Der Hochzeitsbitter erhielt von den Eingelade-
nen ein B., das am Rock befestigt wurde. Zur Einfuhr der
ersten Ernte wurden die Pferde mit roten Bändern ge-
schmückt. Brauch-Anhalt 26. – 1b. ‘Band zum Schnüren
an Schürzen oder Röcken’ 3: Wb-Nharz 20. – 2. 2:
Volksspr-Altm 90, verstr. s Altm., Mda-Je 230 (n/mittle-
res JE2), JE2-Bö, JE1-Güt Ziep, verstr. ZE, 3: verstr.
elbostf., 4: vereinz. omd. – a. ‘Bindfaden, Schnur’ – Rda.:
einen n banne hebben ‘Einfluss auf jmdn. ausüben
können’ Wb-Nharz 20; de Banne krin ‘in Ordnung brin-
gen, zustande bekommen’ Id-Eilsa 50. – b. ‘Strohseil
zum Garbenbinden’ – de Kinner mutten Bänne moaken
JE1-Wo; Rda.: dat krn in banne hebben ‘das Korn zu
Garben gebunden haben’ Wb-Nharz 20. – Brauch: Betritt
ein Fremder oder ein Besucher das Erntefeld, wird ihm
ein B. umgebunden. Gleiches widerfährt den Angehöri-
gen der Gutsherrschaft, wenn sie das erste Mal nach
Erntebeginn auf das Feld kommen. Durch eine Geld-
zahlung kann sich der Betroffene lösen. vereinz. anhalt.
– 3. ‘Leine zur Befestigung des Sprietsegels am Mast’,
Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 217 (STE-Bit Tan, WO-Ro,
JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 217 (CA-Ak). – 4. ‘Sehne der Kuh
zwischen Schwanzwurzel und Sitzbein’ 3: Wb-Holzl 58.
– 5. ‘Fassband, Fassreifen’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz.
elbostf. (außer nö) – de Bände ndrieben ‘ein Fass mit B.
versehen’ CA-Fö; Rda.: einen de benne ndrben ‘jmdn.
zur Eile antreiben’ Wb-Nharz 20; ter Rand und Band
Wb-We 12; Sprw.: et hat keinder en isern Band um’n
Kopp
‘niemand ist vor dem Tod sicher’ Sprw-Börde. – 6.
‘harte Erdkruste’,  Borke, 3: Wb-Nharz 20. –7. Schimpf-
wort. – a. ‘altes, schlechtes Pferd’,  Gaul, 4: CA-Zu. – b.
abfällige Bezeichnung für eine Frau – da geit Irma sn
Band
(Irmas Mutter) 3: QUE-He.
[301]Lautf.: Band, -t; außerdem: pant, [pant] BLA-Sti, Wb-Be; pnt
Mda-Sti 9; Bänd vereinz. nw WE; Bend, b-, -t vereinz. s OSCH
nw WE, Wb-Nharz 25; Benneken, b- Dim. HA-Oh, Wb-
Nharz 25. – Gram.: Pl.: Bänder JE2-Bö, Wb-Holzl 58; Bändersch
Dat./Akk. ZE-KlLei; Bänner Alt-Cöthen 3; Bänner Dat./Akk.
Bewohner-Altm 2,104; Bnner Volksspr-Altm 90; [br] Elb-
schifferspr. 217 (alle angegebenen Orte); [br] BA-Ha; bender
Wb-Nharz 20; penger Mda-Sti 9; Bände CA-Fö, DE-Vo; Bänne
Mda-Je 230 (n/mittleres JE2), CA-Fö; Bänne Akk. JE1-Wol;
Bänge Bauernwelt-Ze; Bnn’Volksspr-Altm 90; Benne HA-Oh,
Sprw-Börde; m. belegt: WO-Schri, JE1-Go, verstr. elbostf. (Wb-
Nharz 20: 5.7.).
Expandiere:
Lemma
Band
Grammatische Angabe
n., auch m.
Gliederung
1a.
Bedeutung
‘Stoff- oder Lederstreifen’, bes. als Schmuck
Verbreitung
  • 2: Bewohner-Altm 2, 104, Volksspr-Altm 90, ZE-KlLei
  • 3: Wb-Nharz 20
  • 4: Brauch-Anhalt 26, Alt-Cöthen 3
Belege
  • Unse Deerns moakten sick damals ok all smuck ... met de bunten Döker, Schörten, Bänner un Mützen. Bewohner-Altm 2,104.
  • Brauch: B. wurden zu vielerlei Anlässen angelegt: Die Leichenbitter trugen am Hut ein schwarzes B., ebenso die Teilnehmer am Leichengefolge. Der Hochzeitsbitter erhielt von den Eingeladenen ein B., das am Rock befestigt wurde. Zur Einfuhr der ersten Ernte wurden die Pferde mit roten Bändern geschmückt. Brauch-Anhalt 26.
1b.
Bedeutung
‘Band zum Schnüren an Schürzen oder Röcken’
Verbreitung
3: Wb-Nharz 20.
2.
Verbreitung
  • 2: Volksspr-Altm 90, verstr. s Altm., Mda-Je 230 (n/mittleres JE2), JE2-Bö, JE1-Güt Ziep, verstr. ZE
  • 3: verstr. elbostf.
  • 4: vereinz. omd.
a.
Bedeutung
‘Bindfaden, Schnur’
Belege
  • Rda.: einen n banne hebben ‘Einfluss auf jmdn. ausüben können’ Wb-Nharz 20
  • de Banne krin ‘in Ordnung bringen, zustande bekommen’ Id-Eilsa 50.
b.
Bedeutung
‘Strohseil zum Garbenbinden’
Belege
  • de Kinner mutten Bänne moaken JE1-Wo
  • Rda.: dat krn in banne hebben ‘das Korn zu Garben gebunden haben’ Wb-Nharz 20.
  • Brauch: Betritt ein Fremder oder ein Besucher das Erntefeld, wird ihm ein B. umgebunden. Gleiches widerfährt den Angehörigen der Gutsherrschaft, wenn sie das erste Mal nach Erntebeginn auf das Feld kommen. Durch eine Geldzahlung kann sich der Betroffene lösen. vereinz. anhalt.
3.
Bedeutung
‘Leine zur Befestigung des Sprietsegels am Mast’, Schifferspr.
Verbreitung
  • 2: Elbschifferspr. 217 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa)
  • 4: a.a.O. 217 (CA-Ak).
4.
Bedeutung
‘Sehne der Kuh zwischen Schwanzwurzel und Sitzbein’
Verbreitung
3: Wb-Holzl 58.
5.
Bedeutung
‘Fassband, Fassreifen’
Verbreitung
  • 2: vereinz. Altm.
  • 3: vereinz. elbostf. (außer )
Belege
  • de Bände ndrieben ‘ein Fass mit B. versehen’ CA-Fö
  • Rda.: einen de benne ndrben ‘jmdn. zur Eile antreiben’ Wb-Nharz 20
  • ter Rand und Band Wb-We 12
  • Sprw.: et hat keinder en isern Band um’n Kopp ‘niemand ist vor dem Tod sicher’ Sprw-Börde.
6.
Bedeutung
‘harte Erdkruste’,  Borke
Verbreitung
3: Wb-Nharz 20.
7.
Bedeutung
Schimpfwort.
a.
Bedeutung
‘altes, schlechtes Pferd’,  Gaul
Verbreitung
4: CA-Zu.
b.
Bedeutung
abfällige Bezeichnung für eine Frau
Belege
da geit Irma sn Band (Irmas Mutter) 3: QUE-He.