Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 319
Bärme f., auch m. 1. ‘Gärungs- und Treibmittel, das
zur Herstellung bestimmter alkoholischer Getränke und
zum Treiben von Teig verwendet wird, Hefe’, bes. im
Süden z.T. veralt., 1: allg. nwaltm., 2: allg. brdb. (außer
ö ZE), 3: verbr. n/ö elbostf., verstr. w elbostf. (außer nw),
4: verbr. s CA w BE, vereinz. s KÖ – hle m Brme
von’n Bäcker
ZE-Roß; aon Brm kann kain Boddakaukng
backng
SA-Dä; Rda.: deiht, als wenne in’n Barm schieten
will
‘er ist ängstlich, zaghaft’ Sprw-Börde.  Gre Gre
Gest 4Hwe(n)
, s. Kt. – 2. ‘Bodensatz bei obergärigem
(Braun-)Bier’ 2: Wb-Altm 11, Id-Altm, Bauernwelt-Ze,
3: vereinz. elbostf., 4: BE-Me Wa – Volksmed.: Zur
Förderung des Stuhlgangs hilft erwärmte B. mit Zucker
oder Honig vermengt. Bauernwelt-Ze. – 3. ‘Sauerteig’ 2:
SA-Rie, 3: BLA-Brau.
Lautf.: aufgrund der Laienschreibung ist eine sichere Zuord-
nung der Belege in Bezug auf die Vokalquantität nicht immer
möglich: Bärme verstr. n JE2, verbr. mittleres/s JE2, verstr. JE1,
ZE-Ra, HA-NHa, vereinz. s elbostf.; Bärm, Baerm verstr. n JE2,
Wb-We 13; Bä(h)rme, [brm], [brm] SA-Bee Bre, vereinz.
w Altm., verstr. sö Altm., JE2-Scho, CA-Löb, KÖ-Ra; Bä(h)(r)m,
Bähm, [brm]
verstr. nwaltm., verbr. Altm.; [baem] (-ae- ist
überoffenes ) Mda-Ar 25; Pärme ZE-HLe; Berme vereinz.
w Altm. STE n/w JE2; Be(r)m vereinz. n nwaltm., verstr. w Altm.,
vereinz. ö Altm., JE2-Ku, GA-Bö; Bäe(r)m vereinz. n nwaltm.;
Bäam SA-Gü; Beä(r)m SA-Ra, GA-Trü; Beam SA-Kun;
Barme verbr. JE1 ZE, vereinz. elbostf.; Barm verstr. elbostf.;
[parme] Wb-Be; barreme, [barm] ZE-Ste Steu, Spr-Mab 388
(JE1-Gü), vereinz. CA; barrem Spr-Maa 388 (WO-Ol); Ba(h)rme,
[brm]
STE-Bir, vereinz. n WO, verbr. s CA w BE, Mda-
Fuhne 198 (KÖ-KlPa Wo); Ba(h)(r)m, [brm] vereinz. SA,
verstr. sw Altm., STE-Je, verstr. n elbostf.; [brm] SA-Dä;
[brm] ZE-Roß; Baä(r)m SA-HDo We, GA-Kö; Nbf.: Bammel
WA-Hak. – Gram.: m. belegt SA-Sta, GA-Je, WO-Fa, verstr.
n elbostf. WA, vereinz. s elbostf. (auf -e auslautende Formen
sind f.; e-lose Formen m., in der Altm. sind diese aufgrund des
e-Abfalls vorw. f.); n. belegt SA-Schm. – Etym.: mnd. berm,
barm
zu westgerm. *berma-/n m. ‘Hefe’, wohl als ‘Mittel zum
Heben’ zu germ. *ber-a-, idg. *bher- ‘tragen, heben’ zu stellen,
vgl. Kluge 242002,92.
Expandiere:
Lemma
Bärme
Grammatische Angabe
f., auch m.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘Gärungs- und Treibmittel, das zur Herstellung bestimmter alkoholischer Getränke und zum Treiben von Teig verwendet wird, Hefe’, bes. im Süden z.T. veralt.
Verbreitung
  • 1: allg. nwaltm.
  • 2: allg. brdb. (außer ö ZE)
  • 3: verbr. n/ö elbostf., verstr. w elbostf. (außer nw)
  • 4: verbr. s CA w BE, vereinz. s
Belege
  • hle m Brme von’n Bäcker ZE-Roß
  • aon Brm kann kain Boddakaukng backng SA-Dä
  • Rda.: deiht, als wenne in’n Barm schieten will ‘er ist ängstlich, zaghaft’ Sprw-Börde.
2.
Bedeutung
‘Bodensatz bei obergärigem (Braun-)Bier’
Verbreitung
  • 2: Wb-Altm 11, Id-Altm, Bauernwelt-Ze
  • 3: vereinz. elbostf.
  • 4: BE-Me Wa
Belege
Volksmed.: Zur Förderung des Stuhlgangs hilft erwärmte B. mit Zucker oder Honig vermengt. Bauernwelt-Ze.
3.
Bedeutung
‘Sauerteig’
Verbreitung
  • 2: SA-Rie
  • 3: BLA-Brau.

Bärme [Hefe]