Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 453
Bock m. 1. ‘männl. Tier versch. Säugetiere’, bes. von
Schafen, Ziegen, Kaninchen, verbr. – de Zick mut non
Buck
‘die Ziege ist brünstig’ OST-Sto; brengg m de
Dsigge bain Bogg
DE-Ca; Wat n’ Schap weert is, dat
merket wie, wenn n’ niet Bock e’kofft weern mott.
Held 1963,103; Rda.: Böcke scheiten ‘Fehler machen’ Sprw-
Börde; dek stett wol der bok zu jmdm., der Schluckauf
hat, Mda-Weg 89; de Bock stött wenn ein Kind nach
dem Weinen weiterhin trotzig aufschluchzt (vgl. 5.),
Wb-Holzl 66; Ist dänn nu de Buck rut ut’n Kohl? ‘Ist
die Trotzphase vorüber?’ Bewohner-Altm 1,323; der
Kn schdd Buck
‘der Kahn läuft aus dem Ruder’ Elb-
schifferspr. 305 (WO-Ro); wat hat’n der för Böcke te
melken
‘was hat er zu versäumen’ Sprw-Börde; ja!,
morgen, wenn de Bökke lammet
abweisende Antwort,
Wb-We 20; Wat gaohn dänn Buck de Lämmer an, sä de
Bur, as’r dät Kind weegen soll.
‘Der Bauer erledigt nur
Arbeiten, die unbedingt erforderlich sind.’ Bewohner-
Altm 1,324; in kompar. Rda.: meckert wie so’n Bock
Vk-Harz 3,46; schtief wie so’n older Bock a.a.O. 3,45;
Er stinkt wie a Bock. ‘Er riecht sehr unangenehm.’ Vk-
Anhalta 62; Sprw.: je eller der Bock, deste steifer isses
Horn
sexuelle Anspielung, KÖ-Grö. – 2. in der Verbdg.:
Böckchen schiele nicht Kreisspiel, 2: Brauch-wAltm 31.
– 3. ‘altes, schlechtes Pferd’,  Gaul, 1: SA-Bee Ku, 2:
verstr. n/mittlere Altm., JE2-Kam, verstr. mittleres/s JE1
ZE, 3: verbr. n elbostf., verstr. s elbostf., 4: vereinz. w anhalt.
en olln Buck OST-GrAu. – 4. in der Verbdg.: einen en
bok splen
‘jmdm. einen Streich spielen’ 3: Wb-Nharz 30.
– 5. ‘Trotz’ vereinz. – 6a. dass. wie  Bockfell, 3: Spr-
Harzb 58. – 6b. ‘Mann, der Frauen nachläuft’ 4: Spr-
Anhalt 170. – 7. ‘Schneider’, scherzh.,  Snder, 4:
a.a.O. 173. – 8. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeb-
lich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 3: ADVk
Nr. 49 (GA-Wa). – 9. ‘hölzernes Gestell mit drei oder
vier Beinen, das als Stütze oder als Unterlage dient’,
z.B. Sägebock, Unterbau für Waschfässer, Stege und
Platten, vereinz. – Rätsel: wöcker Buck hät ken Höärn?
– Sägebock, STE-Wa. – 10. ’ Tisch, auf dem das gekoch-
te Fleisch zur Wurstbereitung geschnitten wird’ 1: SA-
Roh. – 11. ‘Gestell an der Sense zum Mähen von Gerste[454]
und Hafer’,  Hwertog, 2: vereinz. ZE, 3: GA-Sie. – 12.
‘erhöhter Sitz des Kutschers’ 2: Matthies 1903,51, OST-
Bi, JE2-Scho, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. –Un doamit sprung voan ‘n Bock he raff
Un keek in d’ Kutsch.
Matthies 1903,51;
Rda.: gt fon bokke blsen ‘heftig schelten’ Wb-Nharz 30.
– 13. ‘Haut auf der gekochten Milch’,  Pelle, 2: GA-
Schw.
Lautf.: Bock, [bok] verbr. nwaltm. w Altm., vereinz. mittlere
Altm., Elbschifferspr. 264 (JE2-Pa), JE1-Wö, vereinz. s JE1 w/
mittleres ZE, verbr. elbostf. (außer w JE1) omd. (einschl. [bog],
[pok]
); [bk] Mda-Ar 29; Böckchen Dim. Brauch-wAltm 31;
Buck verbr. mittlere/ö Altm. n/mittleres JE2 mbrdb. w JE1;
[bk] Mda-Ar 30. – Gram.: m., außerdem: n. Held 1963,103.
Expandiere:
Lemma
Bock
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘männl. Tier versch. Säugetiere’, bes. von Schafen, Ziegen, Kaninchen, verbr.
Belege
  • de Zick mut non Buck ‘die Ziege ist brünstig’ OST-Sto
  • brengg m de Dsigge bain Bogg DE-Ca
  • Wat n’ Schap weert is, dat merket wie, wenn n’ niet Bock e’kofft weern mott. Held 1963,103
  • Rda.: Böcke scheiten ‘Fehler machen’ Sprw-Börde
  • dek stett wol der bok zu jmdm., der Schluckauf hat, Mda-Weg 89
  • de Bock stött wenn ein Kind nach dem Weinen weiterhin trotzig aufschluchzt (vgl. 5.), Wb-Holzl 66
  • Ist dänn nu de Buck rut ut’n Kohl? ‘Ist die Trotzphase vorüber?’ Bewohner-Altm 1,323
  • der Kn schdd Buck ‘der Kahn läuft aus dem Ruder’ Elbschifferspr. 305 (WO-Ro)
  • wat hat’n der för Böcke te melken ‘was hat er zu versäumen’ Sprw-Börde
  • ja!, morgen, wenn de Bökke lammet abweisende Antwort, Wb-We 20
  • Wat gaohn dänn Buck de Lämmer an, sä de Bur, as’r dät Kind weegen soll. ‘Der Bauer erledigt nur Arbeiten, die unbedingt erforderlich sind.’ Bewohner-Altm 1,324
  • in kompar. Rda.: meckert wie so’n Bock Vk-Harz 3,46
  • schtief wie so’n older Bock a.a.O. 3,45
  • Er stinkt wie a Bock. ‘Er riecht sehr unangenehm.’ Vk-Anhalta 62
  • Sprw.: je eller der Bock, deste steifer isses Horn sexuelle Anspielung, KÖ-Grö.
2.
Bedeutung
in der Verbdg.: Böckchen schiele nicht Kreisspiel
Verbreitung
2: Brauch-wAltm 31.
3.
Bedeutung
‘altes, schlechtes Pferd’,  Gaul
Verbreitung
  • 1: SA-Bee Ku
  • 2: verstr. n/mittlere Altm., JE2-Kam, verstr. mittleres/s JE1 ZE
  • 3: verbr. n elbostf., verstr. s elbostf.
  • 4: vereinz. w anhalt.
Belege
en olln Buck OST-GrAu.
4.
Bedeutung
in der Verbdg.: einen en bok splen ‘jmdm. einen Streich spielen’
Verbreitung
3: Wb-Nharz 30.
5.
Bedeutung
‘Trotz’
Verbreitung
vereinz.
6a.
Bedeutung
dass. wie  Bockfell
Verbreitung
3: Spr-Harzb 58.
6b.
Bedeutung
‘Mann, der Frauen nachläuft’
Verbreitung
4: Spr-Anhalt 170.
7.
Bedeutung
‘Schneider’, scherzh.,  Snder
Verbreitung
4: a.a.O. 173.
8.
Bedeutung
‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme
Verbreitung
3: ADVk Nr. 49 (GA-Wa).
9.
Bedeutung
‘hölzernes Gestell mit drei oder vier Beinen, das als Stütze oder als Unterlage dient’, z.B. Sägebock, Unterbau für Waschfässer, Stege und Platten
Verbreitung
vereinz.
Belege
  • Rätsel: wöcker Buck hät ken Höärn?
  • Sägebock, STE-Wa.
10.
Bedeutung
’ Tisch, auf dem das gekochte Fleisch zur Wurstbereitung geschnitten wird’
Verbreitung
1: SA-Roh.
11.
Bedeutung
‘Gestell an der Sense zum Mähen von Gerste und Hafer’,  Hwertog
Verbreitung
  • 2: vereinz. ZE
  • 3: GA-Sie.
12.
Bedeutung
‘erhöhter Sitz des Kutschers’
Verbreitung
  • 2: Matthies 1903, 51, OST-Bi, JE2-Scho
  • 3: verstr. elbostf.
  • 4: vereinz. anhalt.
Belege
  • Un doamit sprung voan ‘n Bock he raff
    Un keek in d’ Kutsch.
    Matthies 1903,51
  • Rda.: gt fon bokke blsen ‘heftig schelten’ Wb-Nharz 30.
13.
Bedeutung
‘Haut auf der gekochten Milch’,  Pelle
Verbreitung
2: GA-Schw.