Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 474
[474]Bm m. 1. ‘Baum, Holzgewächs mit festem Stamm’
verbr. – de Beeme wachsn in de Hehe DE-Vo; ... stunn’n
dei beiden Mäkens jeder hinder’n dicken Boom ...
Rauch 1929,130; ... da strahlen alle Gesichter vor Freuden wie
an’n Wiehnachtsabend, wenn de Lichter an’n Bome

(Weihnachtsbaum) brennt. Wedde 1938,11; Rda.: stf w
sau’n bm
BLA-Brau; dat geit in keinen hollijen Bom
‘das ist nicht zu glauben’ Sprw-Börde; dat geit in keinen
hlen bm
‘das hat nachteilige Folgen für die Gesund-
heit’ Wb-Nharz 31; n’ Bem op beide Schuldern drn ‘es
beiden Seiten recht machen’ HA-Oh; Dr kann  kne
Bme mr ausreißen.
‘Er kann aufgrund seines Alters
nicht mehr viel bewerkstelligen.’ Wb-Ak 38; Sprw.: An
alen Boom vorflanzt mer nich.
Wäschke 41910,148; kein
Bm fallt op den rsten Slag
‘viele Aufgaben sind nur
mit Ausdauer zu lösen’ Wb-We 20; Böm’, de oft knack’n,
bräk’n nich licht.
‘Alte Menschen, die viel klagen, errei-
chen ein hohes Alter.’ Spr-Altm 76; et is noch kein Bem
in’n Himmel e’wussen
HA-Oh; use harrgott sorget daforr,
dat de Bööme nich in’n Himmel wasst
HA-No; An allen
Beemen findste keine Rinne.
Vk-Harz 3,58; wenn einer
up’m Boom stiggt, hatte upper Eere nist mehr te seuken

wenn jmd. völlig verarmt ist, WE-Oster; Bauernregel:
Sind in’n Maidag de Böm non nich grön, ick löw, du krist
keen’n Weiten to sehn.
Bewohner-Altm 1,349. – Volksgl.:
Die kleinen Kinder kommen aus dem B. ADVk Kt. 74
(Nharz., anhalt.). Möbel aus vom Wind umgeworfenen
B. knarren in windigen Nächten. Bewohner-Altm 2,282.
– 2. ‘Balken’, in versch. Funktionen, bes. als Teil von
Geräten, vereinz. – Bm budsen ‘das nötige Leinenzeug
am Mast anbringen’ Elbschifferspr. 379 (CA-Ak). – 3.
‘Stiel an Geräten’, bes. an der Sense,  Seißenbm,
verstr. – 4. in der Verbdg.: Bom schlan ‘Purzelbaum
schlagen’,  Kobolz, 3: WE-Kö.
Lautf., Gram.: Boom, [bm] vereinz. w nwaltm., verstr. ö nw-
altm. w SA (außer nwaltm.) ö Rand von SA, GA-Klö, verstr.
ö Rand von GA, verbr. ö Altm. n/mittleres JE2 mbrdb. elbostf.
anhalt.; [pm] Wb-Be; Bem, Bom vereinz. w elbostf.; Boam
OST-Ze, GA-Si, STE-Po, JE2-Mö; Boum, [boum] SA-Rist, ver-
str. w Altm., vereinz. sw OST, OST-Ost, DE-Or; Boaum vereinz.
w Altm.; Baum SA-HLa Se, verbr. SA (außer nwaltm.), OST-
Flee Meß, verbr. nö GA, STE-Döl Po, vereinz. nthür.; paum
Mda-Sti 31; [bm] BA-Ha; Baam vereinz. QUE, BA-Gü; Beom,
[beom]
verbr. nwaltm.; Buem, bem vereinz. nw WE, Mda-Ro;
Buom OSCH-Di, WE-Sta;
Pl.: Bö(ö)me, [böm] verstr. sö Altm. JE2 n JE1 w elbostf.
(außer sw); Bö(ö)m SA-Net Rist, verstr. ö Altm. (außer sö);
Beme, Böm HA-Oh, Id-Eilsa 53; Beme, Bme, [bm] Siedler-
Je § 100 (mittleres/s JE1), ZE-Roß, verstr. s elbostf. anhalt.;
Bäum, Boim SA-Ri, vereinz. mittlere Altm.; paime Mda-Sti 31;
bieme Mda-Ro.
Expandiere:
Lemma
Bm
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘Baum, Holzgewächs mit festem Stamm’ verbr.
Belege
  • de Beeme wachsn in de Hehe DE-Vo
  • ... stunn’n dei beiden Mäkens jeder hinder’n dicken Boom ... Rauch 1929,130
  • ... da strahlen alle Gesichter vor Freuden wie an’n Wiehnachtsabend, wenn de Lichter an’n Bome (Weihnachtsbaum) brennt. Wedde 1938,11
  • Rda.: stf w sau’n bm BLA-Brau
  • dat geit in keinen hollijen Bom ‘das ist nicht zu glauben’ Sprw-Börde
  • dat geit in keinen hlen bm ‘das hat nachteilige Folgen für die Gesundheit’ Wb-Nharz 31
  • n’ Bem op beide Schuldern drn ‘es beiden Seiten recht machen’ HA-Oh
  • Dr kann  kne Bme mr ausreißen. ‘Er kann aufgrund seines Alters nicht mehr viel bewerkstelligen.’ Wb-Ak 38
  • Sprw.: An alen Boom vorflanzt mer nich. Wäschke 41910,148
  • kein Bm fallt op den rsten Slag ‘viele Aufgaben sind nur mit Ausdauer zu lösen’ Wb-We 20
  • Böm’, de oft knack’n, bräk’n nich licht. ‘Alte Menschen, die viel klagen, erreichen ein hohes Alter.’ Spr-Altm 76
  • et is noch kein Bem in’n Himmel e’wussen HA-Oh
  • use harrgott sorget daforr, dat de Bööme nich in’n Himmel wasst HA-No
  • An allen Beemen findste keine Rinne. Vk-Harz 3,58
  • wenn einer up’m Boom stiggt, hatte upper Eere nist mehr te seuken wenn jmd. völlig verarmt ist, WE-Oster
  • Bauernregel: Sind in’n Maidag de Böm non nich grön, ick löw, du krist keen’n Weiten to sehn. Bewohner-Altm 1,349.
  • Volksgl.: Die kleinen Kinder kommen aus dem B. ADVk Kt. 74 (Nharz., anhalt.). Möbel aus vom Wind umgeworfenen B. knarren in windigen Nächten. Bewohner-Altm 2,282.
2.
Bedeutung
‘Balken’, in versch. Funktionen, bes. als Teil von Geräten, vereinz.
Belege
Bm budsen ‘das nötige Leinenzeug am Mast anbringen’ Elbschifferspr. 379 (CA-Ak).
3.
Bedeutung
‘Stiel an Geräten’, bes. an der Sense,  Seißenbm
Verbreitung
verstr.
4.
Bedeutung
in der Verbdg.: Bom schlan ‘Purzelbaum schlagen’,  Kobolz
Verbreitung
3: WE-Kö.