Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 554
brummen Vb. 1a. ‘tiefe Töne hervorbringen’, von Tie-
ren, Menschen, Gegenständen, auch ‘mit tiefer Stimme
unmelodisch singen’, von Menschen, 1: SA-Dä, 2: GA-
Ack, Francke 1904,33, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4:
vereinz. omd. – dai Hummk (Hummel) brummt SA-Dä;
De Dreschmaschne brummt. Wb-Ak 41; ’s Dau brummd
wenn ein Tau fest angespannt ist, Schifferspr., Elbschif-
ferspr. 320 (JE2-Mi); Rda.: brummet wie so’n Bär Vk-
Harz 3,46. – 1b. ‘mürrisch, unzufrieden sein, verdrießlich
reden, murren’,  gnattern, auch ‘leise, unverständlich,
undeutlich sprechen’,  1nusseln (n.Z.), 2: Matthies 1903,20, Heimatkalender-Je 1924,62 (JE2-Vie), 3: ver-
einz. elbostf., 4: Wb-Ak 41 – wat hast’e te brummen? HA-
Oh; Dunn brummt oll Slunk halwlut derch d’ Tähn’n ...
Matthies 1903,20. – 2. ‘dröhnend schmerzen’, vom Kopf,
2: JE2-Scho, 4: CA-Schw – mn Döäts brummt wa JE2-
Scho. – 3. ‘brünstig sein’, von der Sau,  brümmsch, 3:
vereinz. s GA, WO-Gu. – 4. ‘Kreisel treiben’,  kseln,
3: HA-Um. – 5. dass. wie  brummeln 2., 2: Mda-
nwJe1b 75 (JE2-HSe), Mda-sJe1 26 (verbr. s JE1, ZE-
Göd), Bauernwelt-Ze. – 6. ‘(mit Wucht) schlagen, prü-
geln’,  verhauenich prumme tich jlai ns uffn Tts
4: Wb-Be. – 7. ‘im Gefängnis sitzen’ 2: ZE-Roß, Heimat-
kalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze), 3: verstr. elbostf., 4: verstr.
anhalt. – dor muss brum’m DE-Ca.
Lautf., Gram.: brumm(e)n, [bru] Inf., brummt, -d 3. Sg. Präs.;
außerdem: brummte 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Je 1924,62
(JE2-Vie); brummet 3. Sg. Präs. vereinz. w elbostf.; prumm’n
KÖ-GrPa; prum’, [pru] Mda-Sti 46, Wb-Be; brümmt (3.) 3. Sg.
Präs. vereinz. s GA, WO-Gu.
Expandiere:
Lemma
brummen
Grammatische Angabe
Vb.
Gliederung
1a.
Bedeutung
‘tiefe Töne hervorbringen’, von Tieren, Menschen, Gegenständen, auch ‘mit tiefer Stimme unmelodisch singen’, von Menschen
Verbreitung
  • 1: SA-Dä
  • 2: GA-Ack, Francke 1904, 33, ZE-Roß
  • 3: verstr. elbostf.
  • 4: vereinz. omd.
Belege
  • dai Hummk (Hummel) brummt SA-Dä
  • De Dreschmaschne brummt. Wb-Ak 41
  • ’s Dau brummd wenn ein Tau fest angespannt ist, Schifferspr., Elbschifferspr. 320 (JE2-Mi)
  • Rda.: brummet wie so’n Bär Vk-Harz 3,46.
1b.
Bedeutung
‘mürrisch, unzufrieden sein, verdrießlich reden, murren’,  gnattern, auch ‘leise, unverständlich, undeutlich sprechen’,  1nusseln (n.Z.)
Verbreitung
  • 2: Matthies 1903, 20, Heimatkalender-Je 1924, 62 (JE2-Vie)
  • 3: vereinz. elbostf.
  • 4: Wb-Ak 41
Belege
  • wat hast’e te brummen? HA-Oh
  • Dunn brummt oll Slunk halwlut derch d’ Tähn’n ... Matthies 1903,20.
2.
Bedeutung
‘dröhnend schmerzen’, vom Kopf
Verbreitung
  • 2: JE2-Scho
  • 4: CA-Schw
Belege
mn Döäts brummt wa JE2-Scho.
3.
Bedeutung
‘brünstig sein’, von der Sau,  brümmsch
Verbreitung
3: vereinz. s GA, WO-Gu.
4.
Bedeutung
‘Kreisel treiben’,  kseln
Verbreitung
3: HA-Um.
5.
Bedeutung
dass. wie  brummeln 2.
Verbreitung
2: MdanwJe1b 75 (JE2-HSe), Mda-sJe1 26 (verbr. s JE1, ZE-Göd), Bauernwelt-Ze.
6.
Bedeutung
‘(mit Wucht) schlagen, prü- geln’,  verhauen
Belege
ich prumme tich jlai ns uffn Tts 4: Wb-Be.
7.
Bedeutung
‘im Gefängnis sitzen’
Verbreitung
  • 2: ZE-Roß, Heimatkalender-Ze 1964, 94 (ZE-Ze)
  • 3: verstr. elbostf.
  • 4: verstr. anhalt.
Belege
dor muss brum’m DE-Ca.