Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 574
Berkls m. 1. ‘vermummte Gestalt, die in der Vor-
weihnachtszeit oder am Weihnachtsabend umhergeht’,
Wnachtsmann, vgl. Klsber, 2: vereinz. s SA, verbr.
sw Altm., verstr. nw STE, vereinz. mittleres STE, 3: GA-
Wie – Brauch: Der B. wie auch der  Klsber erschei-
nen erst nach dem 6. Dezember, bes. aber in der Woche
vor Weihnachten. Mit einer kleinen Glocke in der Hand
zieht er in den Abendstunden durch den Ort und besucht
jedes Haus, in dem Kinder wohnen. Am Weihnachts-
abend wird er vom Weihnachtsmann oder dem Christkind
begleitet. Mit einem Vers heißt man ihn willkommen:Swart Broud,
swart Snut,
back’n Bearn
mag d’ Burkloas gearn.
Matthies 1912,14.
Anschließend werden die Kinder befragt, ob sie artig
gewesen sind und aufgefordert, Sprüche, Liedverse oder
Gebete vorzutragen. Als Belohnung verteilen Weihnachts-
mann oder Christkind Äpfel, Nüsse, Backobst oder klei-
ne Geschenke, die Bestrafung nimmt der B. vor, indem er
Schläge mit einem Aschebeutel austeilt. vgl. u.a. Wb-
Altm 103, Vk-Altm 216 ff., Blicke-Drömling 2,53, Brauch-
wAltm 4 ff. Der B. war urspr. eine Schrecken erregende
Gestalt, die einen Mantel aus Erbsstroh und eine Stroh-
mütze (Vk-Altm 217, Brauch-wAltm 4 – SA-De) trug
und deren Gesicht geschwärzt war. (a.a.O. 7, Bewohner-
Altm 2,236 – GA-Mie). Im 20. Jh. veränderten sich
Aussehen und Funktion: Das Christkind trat nicht mehr
auf, die Figur wurde auch äußerlich freundlicher. Träger
dieses Brauchtums sind die jungen Burschen, die dabei
bes. mit den Mädchen derbe Späße treiben. Der B. – mit
Larve, langem Bart und Fellmütze ausgestattet – steht an
der Spitze eines Umzugs, ihm folgen weitere vermummte
Gestalten, auch weibl. (den Burklaos sine Fru). Vk-
Altm 217, Brauch-wAltm 4 und 8. Beim Erscheinen des
B. rufen die größeren Jungen ihm Spottverse zu:wenn Buurklass kümmt,
denn töw ick nich,
denn spring ick äwer Hecken,
denn kann er mei nich recken,
denn nehm ick en Steen
un smiet en Been,
o wie kann de Buurklaas schreen
STE-Klä.
[575]– 2. ‘sonderbarer, verschrobener, auch dummer Mann’ 2:
GA-Et, STE-Stei.
Lautf.: Buerkla(o)s, [bkls] SA-Kal Vie, vereinz. ö GA w/
mittleres STE; [b-] GA-Le; sonst: Bu(u)rkla(o)s.
Expandiere:
Lemma
Berkls
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘vermummte Gestalt, die in der Vorweihnachtszeit oder am Weihnachtsabend umhergeht’,  Wnachtsmann, vgl. Klsber
Verbreitung
  • 2: vereinz. s SA, verbr. sw Altm., verstr. nw STE, vereinz. mittleres STE
  • 3: GA-Wie
Belege
  • Brauch: Der B. wie auch der  Klsber erscheinen erst nach dem 6. Dezember, bes. aber in der Woche vor Weihnachten. Mit einer kleinen Glocke in der Hand zieht er in den Abendstunden durch den Ort und besucht jedes Haus, in dem Kinder wohnen. Am Weihnachtsabend wird er vom Weihnachtsmann oder dem Christkind begleitet. Mit einem Vers heißt man ihn willkommen:Swart Broud,
    swart Snut,
    back’n Bearn
    mag d’ Burkloas gearn.
    Matthies 1912,14.
    Anschließend werden die Kinder befragt, ob sie artig gewesen sind und aufgefordert, Sprüche, Liedverse oder Gebete vorzutragen. Als Belohnung verteilen Weihnachtsmann oder Christkind Äpfel, Nüsse, Backobst oder kleine Geschenke, die Bestrafung nimmt der B. vor, indem er Schläge mit einem Aschebeutel austeilt. vgl. u.a. Wb-Altm 103, Vk-Altm 216 ff., Blicke-Drömling 2,53, BrauchwAltm 4 ff. Der B. war urspr. eine Schrecken erregende Gestalt, die einen Mantel aus Erbsstroh und eine Strohmütze (Vk-Altm 217, Brauch-wAltm 4
  • SA-De) trug und deren Gesicht geschwärzt war. (a.a.O. 7, Bewohner-Altm 2,236
  • GA-Mie). Im 20. Jh. veränderten sich Aussehen und Funktion: Das Christkind trat nicht mehr auf, die Figur wurde auch äußerlich freundlicher. Träger dieses Brauchtums sind die jungen Burschen, die dabei bes. mit den Mädchen derbe Späße treiben. Der B.
  • mit Larve, langem Bart und Fellmütze ausgestattet
  • steht an der Spitze eines Umzugs, ihm folgen weitere vermummte Gestalten, auch weibl. (den Burklaos sine Fru). Vk-Altm 217, Brauch-wAltm 4 und 8. Beim Erscheinen des B. rufen die größeren Jungen ihm Spottverse zu:wenn Buurklass kümmt,
    denn töw ick nich,
    denn spring ick äwer Hecken,
    denn kann er mei nich recken,
    denn nehm ick en Steen
    un smiet en Been,
    o wie kann de Buurklaas schreen
    STE-Klä.
2.
Bedeutung
‘sonderbarer, verschrobener, auch dummer Mann’
Verbreitung
2: GA-Et, STE-Stei.