Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 658
d I. best. Art. allg. – 1. m. Sg. – de Paster STE-Go;
de Mane is all upejn Mda-nwJe1a 46; de Schreck hat
mick ganz owernommen
WO-Dru; Dä Bengel harre
würklich Glücke.
Klaus 1936,24; dei grote Krischan
‘große Zehe’ WE-Velt; der Damper hat all jetutt. Wb-
Ak 108; där Kneppenstorch bringt dia Kinger ut den
Diek
ZE-Mü; dor Emmor is in’n Born jefal’l DE-Ca;
Rda.: da steit dee Läpel ok nich stramm inn von dünnem
Kaffee, OST-Neu; öhne steiht dä Hals wiet open ‘er
bekommt nie genug’ OSCH-Ba; Genus abweichend von
der Standardspr.: richtig, da saß der Brill ... Wäschke 61915,109; dor Gabsel is rungorjefal’l DE-Ca; vor subst.
Adj.: de Bs ‘der Teufel’ Wb-Altm 256; hei is de Letzte
(der Schlechteste) in de Schaule HA-Oh; Dat. (wie auch
nachfolgend Bezug auf Standardspr., ausf. s. Formen-
teil): den Jungen sien Fader Umschreibung des Gen.,[659]
Wb-Holzl 75; Op den groten Grasplatze vor de Brueri ...
Lindauc o.J. 14; wat wisst de denn met dän olln Krachel
(Gerümpel) noch machen? ZE-Roß; de Koh naon Bulln
brängn
STE-Ri; ... was bloß in’n Winter zu machen
jeht ...
Heese 21919,73; Dat war nich schöne von dem
Mann, ...
Klaus 1936,20; Akk.: uff den Kopp stellen
DE-Pri; Wes (sei) män getreu bet an den Dod! Pohlmann 1905,79; Eck will deck den Arsch versohlen. Vk-Harz
3,67; an dn Salaot kümmt Tsucker WO-Zie; d müsst
dänn Drt bin
JE2-Scho; trecken dann grauten Woagen
full Hau
SA-Bee; Rda.: hei lachet, asse wenn he den
Lork
(die Kröte) an’n Strikk herre ‘er lacht ausgelassen,
heftig’ Wb-We 77; Sprw.: Ihrenamt un de Kägelbaohn
lihren dänn Burn naon Krog gaohn.
Bewohner-Altm
1,325. – 2. f. Sg. – de Asche jliet DE-Or; de Worscht is
heeß
ZE-Dü; d Mt (Magd) kunn en ... nich en’m
häm’m ...
Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); de Beere is
innewechten molig
GA-Rä; dä Fru HA-Bee; Denkst du,
wenn seck dä Möhle dreiht, Eck kann meck op dä Siete
leggen?
Klaus 1936,21; dei Tewe (Hund) bellt WE-Kö;
Dei Hochtid was in’n April, ... Hausfr-Altm 1930,5
(SA-Die); Rda.: wat vorsteiht de Kreie von’n Sönndag?
Bemerkung über jmds. Unwissenheit, WO-Schn; Wetter-
regel: So lang as de Lrk vör Lichtmess’n singt, so lang
singt sei nhäer.
SA-Han; Genus abweichend von der
Standardspr.: de Ginne ‘das Kinn’ DE-Ca; vor subst.
Adj.: de Lewst ‘die Geliebte’ Wb-Altm 125; Dat.: t d
Tt, wo ...
Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); hei mott Keue
ob de Wische
(Wiese) heu’n (hüten) GA-Lock; et is
noch en Happen in de Schöttel eblebbn
WE-Re; Mit de
Schule war’s dazumah ooch andersch ...
Richter o.J. 7;
... naoh d’ Stadt ... Pohlmann 1905,11; mich sinn von die
olle kolle Witterung noch de Hänne janz klamm
ZE-
Roß; aus der Pulle anen kulkern Spr-Asch 21; op der
schtrte is et modderich
Wb-Nharz 128; Rda.: op der
Strte lijjen
‘sich herumtreiben’, auch ‘erwerbslos sein’
HA-Oh; Akk.: der Voader nemmt de Seiße JE1-Wol; füll
doch d Schtippe in in’n Napp
JE2-Scho; Hei sette de
Mütze op ...
Wedde 1938,24; ... war ... uf de Bullenjagd
gegangen ...
Wäschke 61915,34; sett dick bi mick opp
dä Bank
GA-Wa; jeff mal die Borneschtange he, ik will
Wasser rup langen
ZE-Brä; Rda.: mor kreien noch was
uff de Mitze
‘es wird bald regnen’ Vk-Anhalta 68. – 3.
m., f., n. Pl. – m.: koal sind de Böhm OST-Lo; De
Häscher ... mit öhre Blauthunne ...
Rauch 1929,93;
Strümpe vull Water ...
Klaus 1936,52; ... die beeden
Kunden ...
Heese21919,79; f.: de Jense bröjen WO-
Ucht; In’t Leederschur lagen de langen Füerleedern ...
Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); de Gren gom’m,
es ward Windor
BE-GrWi; ... dä Kaldüneken schme-
cken sau schtumpe, ...
Spr-Harzb 57; n.: de Kinner spöeln
in Grass
SA-Bee; de Hnor sinn in Hnorschdall BE-
Gü; dei Kindere luntchen (lehnen) seek ahn WE-Elb;
Plt.: de ohlen Liete wern sich noch genau uf Juln siene
Lache besinnen kennen
BA-Ha; Dat. (alle Genera): Mit
de Arme slenkere hei in de Luft rumtumme ...
Lindaua[660]
o.J. 69; der hat’s mit de Niern ‘er ist nierenkrank’ CA-
Sta; ... un up de Fellers (Feldern) nicks as brunen Kohl.
Essen-nwAltm 91 (SA-Han); Van d’ Böm fall’n rod un
gäl de Bläder ...
Pohlmann 1905,54; Rda.: Das jt de
Menschen w de Leite.
‘Das geht allen so.’ Wb-Ak 112;
Akk. (alle Genera): ..., denn maakten se seek wedder
langsam op de Schtrimpe.
Vk-Harz 8,31; mischele m
de Grd’n
DE-Ca; lött de Hünder leggen JE1-Wo. – II.
Demonstrativpron. allg. – 1. mit Bezug zu einem Sub-
stantiv – a. m. ‘dieser’ – Sau word dä orme Minsche den
ganzen Dag bilehrt ...
Klaus 1936,51; Dat.: f dn Bm
wagsen Gndschlinge
BE-GrWi; Rda.: An denn Minsch’n
is kn Beraod
‘er ignoriert gut gemeinte Ratschläge’
Wb-Altm* 49. – b. f. ‘diese’ – Un dei arme Frue schtund
immer noch hie ...
Vk-Harz 3,23 (BLA-Be); d Jans had
awwor a gl’n Mren
DE-Ca; Dat.: b dai greot Hitt
döst
(durstet es) ’n bannich SA-Dä; Zu die Zeit wurrn
noch de rohen Lehmschtene zus Bauen benutzt un ins
Fachwark injemauert.
Alt-Cöthen 70; Akk.: upp d Aort
Wb-Altm 34. – c. Pl. ‘diese’ – dee paar Kröten (das
bisschen Geld) dee ik hebbe OSCH-Ott; Dat.: De Mutter
is nah dee Geschichten In ümmer andert Tüg te seihn ...

Gorges 1938,74. – 2. in subst. Funktion – a. m. – d
kimt n mek
Wb-Nharz 130; No dei ward jo woll nich
wedder ekomm sien.
Wille 1927,XV (BLA-Be); wat
söckt dänn dr d
JE2-Scho; Rda.: dee is sau lang wi
Lewerenzen sien Junge
Wb-Holzl 36; de is jo nich alleen
‘er ist geistig beschränkt’ OST-Möl; de lett bloß Möllen-
steine un gluh Isen liggen
‘er stiehlt sehr viel’ HA-No;
der het’ Morgenbrot verschlopen ‘er ist gestorben’ JE2-
HBe; dor sd aus w Braunbor mid Schpugge ‘er ist
ganz blass’ BE-Scha; generalisierend in Sprw.: de eimol
lickt, de wett wi’t smeckt, de lickt den ganzen Kübel weg

GA-Ge; wökern’t Kittel nich paßt, de treckten sik nich
an
STE-Bad; Dat.: däne sine Pläne zur Umschreibung
des Gen., WE-Velt; mit den is kein henkommen Sprw-
Börde; Lß dich von dn nich besawwel’l! Wb-Ak 34;
mnen Fder, dne geit et gt HA-Oh; Dän müßte ick
doch min’n ersten Hoasen wiesen
(zeigen). Heimat-
kalender-Je 1927,122 (JE2-Vie); mit dne is nischt ls
Wb-Nharz 119; Rda.: den lacht de Deuwel utn Hals ‘er
lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla; Mit dene is
kein gut Kerscheneten
. ‘Er ist ein unverträglicher, ge-
fährlicher Mensch.’ Hbl-Nharz 1929 Nr. 11; Akk.: Rda.:
den wird der Nielebock holen ‘er wird sterben’ CA-Sta;
um dn machd mor lwor a Bren ‘meidet ihn lieber’
DE-Ca. – b. f. – ... Spritze ... De word vorrkofft. Lindauc o.J. 33; Dä kann Deck nich koken, nich flicken, nich
stoppen ...
Klaus 1936,26; Die hadde’s Mopsen eejentlich
jar nich neetich jehatt, ...
Heese 21919,68; Dat.: Rda.:
där kunkelt mit die ‘er hat ein Verhältnis mit ihr’ CA-
Sta. – c. Pl. – de han son bunt Röck an SA-Jee; de hem
en ganzes Mandel Kinner
CA-Fö; d wollen’t jelt met
leddich gn fordeinen
Wb-Nharz 116; Wat hämn dänn
die man bloß tu lachen?
Heimatkalender-Je 1927,120
(JE2-Vie); Die waren orntlich buleidicht ... Heese[661]
21919,39; Rda.: De denken, Kees’ und Brod regn’t van’n
Himmel.
wird von jungen Leuten gesagt, die ohne finan-
zielle Absicherung heiraten, Bewohner-Altm 1,343; Dat.:
... s Jejnteel von die ... Krause 1964,122; Rda.: da is wat
mank bei di
‘bei denen ist etwas los’ ZE-Roß. – III.
Relativpron. verstr. – 1. m. – ... Buer Slus, de geärn watt
öäwer eannern foppt.
Matthies 1903,1; ... Seelschen
See, d k tau Arxlä hör’n dai
Tiedge 1954,39 (HA-
Ost); Sien Sohne, dei Bure op’n Hof war ... Rauch 1929,59; En Dokter, der dort sehre ofte de Abende ver-
kehrte ...
Richter o.J. 16. – 2. f. – ’n Fr, de dat Kind
söcht
Wb-Altm 34; ... de grote Dörplinne, die gewiß all
ahr dausend Joahre olt is.
Heimatkalender-Je 1927,117
(JE2-Vie); ... Schade um die ville scheene Zeit, die e da
tacktäjelich vorrloofen tede ...
Heese 21919,61. – 3. Pl.
Wecke Buern, de saun hundert Morgen oder mehr
harren ...
Wedde 1938,46; ... de Paschlewwer Jungens,
die um sechse frieh inne Friehschule jehn ...
Wäschke 61915,60; Sprw.: Böm’, de oft knack’n, bräk’n nich
licht.
‘Alte Menschen, die viel klagen, erreichen ein
hohes Alter.’ Spr-Altm 76.
Lautf., Gram.: best. Art.: in unbetonter Stellung findet sich
häufig Kürze (z.B. [d] m., f., [d(o)r] m.), die Formen mit
Länge oder Diphthong haben z.T. bereits demonstrativen Cha-
rakter;
m. Nom. Sg.: im Nwaltm., Nbrdb. und im n/mittleren Elbostf.
dominieren klar die r-losen Formen: de(e), [d], unbetont [d]
verstr. nwaltm., verbr. nbrdb., verstr. s JE2 JE1, verbr. n/mittle-
res elbostf., verstr. sw elbostf., vereinz. sö elbostf.; GA-Wer,
vereinz. mittleres JE2 nw JE1, verstr. nw elbostf., vereinz. OSCH,
WA-ABra, verstr. sw elbostf.; dei verstr. nwaltm., vereinz. n elb-
ostf., verstr. sw elbostf.; [däi] verstr. nwaltm.; die md., auf -r
auslautenden Formen dominieren innerhalb des Nd. das Gebiet
östlich der Elbe (JE2 JE1 ZE, allerdings nach Norden zu in
abnehmender Intensität), im sö Elbostf. sind sie schon recht
häufig: der, [dr] vereinz. n WO n/mittleres JE2, verstr. s JE2,
verbr. JE1 ZE, vereinz. s WO OSCH, verstr. WA, vereinz. sw
elbostf., verbr. sö elbostf. omd.; där, [dr] WO-Zi, verstr. mitt-
leres/s JE2 ZE, vereinz. anhalt.; [d] STE-Je, WO-Zie; [dr]
verbr. anhalt.; [dr] Mda-Sti 28; in unbetonter Stellung: dor(r)
verstr. s ZE, vereinz. sö elbostf., verbr. anhalt.; dr verstr. ZE sö
elbostf. omd.;
m. Dat./Akk.: Dat. und Akk. der Standardspr. sind formal auf
der Grundlage des Akk. zusammengefallen (nur 2 elbostf. Bele-
ge mit dem Klaus 1936,20, Lieder-Ma Nr. 733 (WA-Eg)): den
SA-Bre, Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die), vereinz. OST, GA-
KloNeu, verstr. mittleres/s JE2 JE1 ZE, verbr. elbostf., verstr.
anhalt.; dän, [dn] SA-Rist, verstr. s Altm., vereinz. mittleres/s
JE2, verstr. ZE, OSCH-Grö, Firmenich o.J. 160 (WA-Ost), ver-
str. anhalt.; däen JE2-Schön; dn Mda-Sti 28; denn Wb-Altm 33,
vereinz. SA, JE2-Neu Wa; dänn, [dän] Bewohner-Altm 1,325,
verbr. SA OST STE, GA-Fau Trü, vereinz. n JE2; deänn OST-
Ga; dann, [dan] vereinz. nwaltm. w Altm. mittleres OST, STE-
Ga, JE2-Kam; dean’n Matthies 1903,49; in unbetonter Stellung
und nach einer Präp. häufig verkürzt zu ’n; Reste des Dat. liegen
in einz. Wendungen und Verbdg. mit Präp. vor, z.B. ‘zum’ (tum
Dokter
WO-Gu; taum Danze OSCH-Weg);
f. Nom. Sg.: de(e), [d], unbetont [d] (auch bei betonter Form
die) verstr. nwaltm., verbr. nbrdb., verstr. mbrdb., verbr. elbostf.
omd.; die räumliche Verteilung von dä, dei und däi entspricht
der des best. Art. m. Nom. (s. oben); die vereinz. mittleres/s JE2,
verstr. JE1 ZE, vereinz. sö elbostf. s CA; di’e, [d] verstr.
mbrdb.;[662]
f. Akk. Sg. entspricht dem Nom. (de(e), dä, dei, die) bei Vor-
herrschen der unbetonten Form [d];
f. Dat. Sg.: im gesamten nd. und anhalt. Gebiet sind Dat. und
Akk. auf der Grundlage des Akk. zusammengefallen, im Nthür.
werden sie dagegen geschieden, in unbetonter Stellung und nach
einer Präp. häufig verkürzt: im e-Apokope-Gebiet (Nwaltm.,
Nordbrdb.) oft zu d’ (z.B. in’d, int Schl ‘in der Schule‘), sonst
zu ’e (z.B. inne Schle); daneben existiert die Dativform: der
vereinz. JE2 JE1 HA OSCH, verstr. sw elbostf., verbr. nthür.,
CA-Lö Me; dr BLA-Brau; dr Mda-Sti 28; in unbetonter
Stellung und nach einer Präp. häufig verkürzt zu dr, ’r JE1-Kä
La Mo, WE-Oster, vereinz. QUE n BA, verstr. nthür.; einige Orte
im sw Elbostf. gebrauchen beim Art. m. Nom. de, dei, beim Art.
f. Dat. dagegen der;
m., f., n. Pl.: im Nom. Verteilung der Formen weitgehend wie
beim best. Art. f. Nom. Sg.; darüber hinaus: dia ZE-Mü; im
gesamten nd. und anhalt. Gebiet sind Dat. und Akk. auf der
Grundlage des Akk. (wie Nom. bei Vorherrschen der unbetonten
Form [d]) zusammengefallen; im Nthür. wie auch verstr. im sw
Elbostf. entspricht die Form des Dat. formal der Form des best.
Art. m. Akk. Sg. (den/dän);
Demonstrativpron./Relativpron.: die Formen entsprechen weit-
gehend denen der betonten Varianten des Art.;
m. Nom. Sg.: über die beim best. Art. angegebene Verbr. hinaus
belegt: [dai] Dialekt-Ma 3 (vereinz. nö CA); der/där vereinz.
GA, verstr. STE n WO, vereinz. HA; im Anhalt. dominiert
[dr];
m. Dat./Akk. Sg.: über die beim best. Art. angegebene Verbr.
hinaus belegt: in subst. Funktion: dene verstr. w elbostf.; däne,
dëne
verstr. sw elbostf.;
f. Nom. Sg.: vgl. die betonten Formen des best. Art.; die unbe-
tonte Form des Art. [d] wird im Mbrdb. und Anhalt. durch i-
Formen ersetzt: die, [d] verstr. mbrdb., allg. anhalt.; [d]
verstr. mbrdb.;
f. Dat./Akk.: Akk. wie Nom.; zu den Dativformen sowie zum
Zusammenfall von Dat. und Akk. in der Form des Akk. vgl. best.
Art.;
m., f., n. Pl.: Verteilung der Formen weitgehend wie beim
Demonstrativpron. f. Nom. Sg.; zu den Dativformen sowie zum
Zusammenfall von Dat. und Akk. in der Form des Akk. vgl. best.
Art.
Expandiere:
Lemma
d
Gliederung
I.
Bedeutung
best. Art.
Verbreitung
allg.
1.
Grammatikalische Angabe
m. Sg.
Belege
  • de Paster STE-Go
  • de Mane is all upejn Mda-nwJe1a 46
  • de Schreck hat mick ganz owernommen WO-Dru
  • Dä Bengel harre würklich Glücke. Klaus 1936,24
  • dei grote Krischan ‘große Zehe’ WE-Velt
  • der Damper hat all jetutt. Wb-Ak 108
  • där Kneppenstorch bringt dia Kinger ut den Diek ZE-Mü
  • dor Emmor is in’n Born jefal’l DE-Ca
  • Rda.: da steit dee Läpel ok nich stramm inn von dünnem Kaffee, OST-Neu
  • öhne steiht dä Hals wiet open ‘er bekommt nie genug’ OSCH-Ba
  • Genus abweichend von der Standardspr.: richtig, da saß der Brill ... Wäschke 61915,109
  • dor Gabsel is rungorjefal’l DE-Ca
  • vor subst. Adj.: de Bs ‘der Teufel’ Wb-Altm 256
  • hei is de Letzte (der Schlechteste) in de Schaule HA-Oh
  • Dat. (wie auch nachfolgend Bezug auf Standardspr., ausf. s. Formenteil): den Jungen sien Fader Umschreibung des Gen., Wb-Holzl 75
  • Op den groten Grasplatze vor de Brueri ... Lindauc o.J. 14
  • wat wisst de denn met dän olln Krachel (Gerümpel) noch machen? ZE-Roß
  • de Koh naon Bulln brängn STE-Ri
  • ... was bloß in’n Winter zu machen jeht ... Heese 21919,73
  • Dat war nich schöne von dem Mann, ... Klaus 1936,20
  • Akk.: uff den Kopp stellen DE-Pri
  • Wes (sei) män getreu bet an den Dod! Pohlmann 1905,79
  • Eck will deck den Arsch versohlen. Vk-Harz 3,67
  • an dn Salaot kümmt Tsucker WO-Zie
  • d müsst dänn Drt bin JE2-Scho
  • trecken dann grauten Woagen full Hau SA-Bee
  • Rda.: hei lachet, asse wenn he den Lork (die Kröte) an’n Strikk herre ‘er lacht ausgelassen, heftig’ Wb-We 77
  • Sprw.: Ihrenamt un de Kägelbaohn lihren dänn Burn naon Krog gaohn. Bewohner-Altm 1,325.
2.
Grammatikalische Angabe
f. Sg.
Belege
  • de Asche jliet DE-Or
  • de Worscht is heeß ZE-Dü
  • d Mt (Magd) kunn en ... nich en’m häm’m ... Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa)
  • de Beere is innewechten molig GA-Rä
  • dä Fru HA-Bee
  • Denkst du, wenn seck dä Möhle dreiht, Eck kann meck op dä Siete leggen? Klaus 1936,21
  • dei Tewe (Hund) bellt WE-Kö
  • Dei Hochtid was in’n April, ... Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die)
  • Rda.: wat vorsteiht de Kreie von’n Sönndag? Bemerkung über jmds. Unwissenheit, WO-Schn
  • Wetterregel: So lang as de Lrk vör Lichtmess’n singt, so lang singt sei nhäer. SA-Han
  • Genus abweichend von der Standardspr.: de Ginne ‘das Kinn’ DE-Ca
  • vor subst. Adj.: de Lewst ‘die Geliebte’ Wb-Altm 125
  • Dat.: t d Tt, wo ... Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa)
  • hei mott Keue ob de Wische (Wiese) heu’n (hüten) GA-Lock
  • et is noch en Happen in de Schöttel eblebbn WE-Re
  • Mit de Schule war’s dazumah ooch andersch ... Richter o.J. 7
  • ... naoh d’ Stadt ... Pohlmann 1905,11
  • mich sinn von die olle kolle Witterung noch de Hänne janz klamm ZE-Roß
  • aus der Pulle anen kulkern Spr-Asch 21
  • op der schtrte is et modderich Wb-Nharz 128
  • Rda.: op der Strte lijjen ‘sich herumtreiben’, auch ‘erwerbslos sein’ HA-Oh
  • Akk.: der Voader nemmt de Seiße JE1-Wol
  • füll doch d Schtippe in in’n Napp JE2-Scho
  • Hei sette de Mütze op ... Wedde 1938,24
  • ... war ... uf de Bullenjagd gegangen ... Wäschke 61915,34
  • sett dick bi mick opp dä Bank GA-Wa
  • jeff mal die Borneschtange he, ik will Wasser rup langen ZE-Brä
  • Rda.: mor kreien noch was uff de Mitze ‘es wird bald regnen’ Vk-Anhalta 68.
3.
Grammatikalische Angabe
m., f., n. Pl.
Belege
  • m.: koal sind de Böhm OST-Lo
  • De Häscher ... mit öhre Blauthunne ... Rauch 1929,93
  • Dä Strümpe vull Water ... Klaus 1936,52
  • ... die beeden Kunden ... Heese21919,79
  • f.: de Jense bröjen WO-Ucht
  • In’t Leederschur lagen de langen Füerleedern ... Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie)
  • de Gren gom’m, es ward Windor BE-GrWi
  • ... dä Kaldüneken schmecken sau schtumpe, ... Spr-Harzb 57
  • n.: de Kinner spöeln in Grass SA-Bee
  • de Hnor sinn in Hnorschdall BE-Gü
  • dei Kindere luntchen (lehnen) seek ahn WE-Elb
  • Plt.: de ohlen Liete wern sich noch genau uf Juln siene Lache besinnen kennen BA-Ha
  • Dat. (alle Genera): Mit de Arme slenkere hei in de Luft rumtumme ... Lindaua o.J. 69
  • der hat’s mit de Niern ‘er ist nierenkrank’ CA-Sta
  • ... un up de Fellers (Feldern) nicks as brunen Kohl. Essen-nwAltm 91 (SA-Han)
  • Van d’ Böm fall’n rod un gäl de Bläder ... Pohlmann 1905,54
  • Rda.: Das jt de Menschen w de Leite. ‘Das geht allen so.’ Wb-Ak 112
  • Akk. (alle Genera): ..., denn maakten se seek wedder langsam op de Schtrimpe. Vk-Harz 8,31
  • mischele m de Grd’n DE-Ca
  • lött de Hünder leggen JE1-Wo.
II.
Bedeutung
Demonstrativpron.
Verbreitung
allg.
1.
Bedeutung
mit Bezug zu einem Substantiv
a.
Grammatikalische Angabe
m.
Bedeutung
‘dieser’
Belege
  • Sau word dä orme Minsche den ganzen Dag bilehrt ... Klaus 1936,51
  • Dat.: f dn Bm wagsen Gndschlinge BE-GrWi
  • Rda.: An denn Minsch’n is kn Beraod ‘er ignoriert gut gemeinte Ratschläge’ Wb-Altm* 49.
b.
Grammatikalische Angabe
f.
Bedeutung
‘diese’
Belege
  • Un dei arme Frue schtund immer noch hie ... Vk-Harz 3,23 (BLA-Be)
  • d Jans had awwor a gl’n Mren DE-Ca
  • Dat.: b dai greot Hitt döst (durstet es) ’n bannich SA-Dä
  • Zu die Zeit wurrn noch de rohen Lehmschtene zus Bauen benutzt un ins Fachwark injemauert. Alt-Cöthen 70
  • Akk.: upp d Aort Wb-Altm 34.
c.
Grammatikalische Angabe
Pl.
Bedeutung
‘diese’
Belege
  • dee paar Kröten (das bisschen Geld) dee ik hebbe OSCH-Ott
  • Dat.: De Mutter is nah dee Geschichten In ümmer andert Tüg te seihn ... Gorges 1938,74.
2.
Bedeutung
in subst. Funktion
a.
Grammatikalische Angabe
m.
Belege
  • d kimt n mek Wb-Nharz 130
  • No dei ward jo woll nich wedder ekomm sien. Wille 1927,XV (BLA-Be)
  • wat söckt dänn dr d JE2-Scho
  • Rda.: dee is sau lang wi Lewerenzen sien Junge Wb-Holzl 36
  • de is jo nich alleen ‘er ist geistig beschränkt’ OST-Möl
  • de lett bloß Möllensteine un gluh Isen liggen ‘er stiehlt sehr viel’ HA-No
  • der het’ Morgenbrot verschlopen ‘er ist gestorben’ JE2-HBe
  • dor sd aus w Braunbor mid Schpugge ‘er ist ganz blass’ BE-Scha
  • generalisierend in Sprw.: de eimol lickt, de wett wi’t smeckt, de lickt den ganzen Kübel weg GA-Ge
  • wökern’t Kittel nich paßt, de treckten sik nich an STE-Bad
  • Dat.: däne sine Pläne zur Umschreibung des Gen., WE-Velt
  • mit den is kein henkommen Sprw-Börde
  • Lß dich von dn nich besawwel’l! Wb-Ak 34
  • mnen Fder, dne geit et gt HA-Oh
  • Dän müßte ick doch min’n ersten Hoasen wiesen (zeigen). Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie)
  • mit dne is nischt ls Wb-Nharz 119
  • Rda.: den lacht de Deuwel utn Hals ‘er lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla
  • Mit dene is kein gut Kerscheneten. ‘Er ist ein unverträglicher, gefährlicher Mensch.’ Hbl-Nharz 1929 Nr. 11
  • Akk.: Rda.: den wird der Nielebock holen ‘er wird sterben’ CA-Sta
  • um dn machd mor lwor a Bren ‘meidet ihn lieber’ DE-Ca.
b.
Grammatikalische Angabe
f.
Belege
  • ... Spritze ... De word vorrkofft. Lindauc o.J. 33
  • Dä kann Deck nich koken, nich flicken, nich stoppen ... Klaus 1936,26
  • Die hadde’s Mopsen eejentlich jar nich neetich jehatt, ... Heese 21919,68
  • Dat.: Rda.: där kunkelt mit die ‘er hat ein Verhältnis mit ihr’ CA-Sta.
c.
Grammatikalische Angabe
Pl.
Belege
  • de han son bunt Röck an SA-Jee
  • de hem en ganzes Mandel Kinner CA-Fö
  • d wollen’t jelt met leddich gn fordeinen Wb-Nharz 116
  • Wat hämn dänn die man bloß tu lachen? Heimatkalender-Je 1927,120 (JE2-Vie)
  • Die waren orntlich buleidicht ... Heese 21919,39
  • Rda.: De denken, Kees’ und Brod regn’t van’n Himmel. wird von jungen Leuten gesagt, die ohne finanzielle Absicherung heiraten, Bewohner-Altm 1,343
  • Dat.: ... s Jejnteel von die ... Krause 1964,122
  • Rda.: da is wat mank bei di ‘bei denen ist etwas los’ ZE-Roß.
III.
Bedeutung
Relativpron.
Verbreitung
verstr.
1.
Grammatikalische Angabe
m.
Belege
  • ... Buer Slus, de geärn watt öäwer eannern foppt. Matthies 1903,1
  • ... Seelschen See, d k tau Arxlä hör’n dai Tiedge 1954,39 (HA-Ost)
  • Sien Sohne, dei Bure op’n Hof war ... Rauch 1929,59
  • En Dokter, der dort sehre ofte de Abende verkehrte ... Richter o.J. 16.
2.
Grammatikalische Angabe
f.
Belege
  • ’n Fr, de dat Kind söcht Wb-Altm 34
  • ... de grote Dörplinne, die gewiß all ahr dausend Joahre olt is. Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie)
  • ... Schade um die ville scheene Zeit, die e da tacktäjelich vorrloofen tede ... Heese 21919,61.
3.
Grammatikalische Angabe
Pl.
Belege
  • Wecke Buern, de saun hundert Morgen oder mehr harren ... Wedde 1938,46
  • ... de Paschlewwer Jungens, die um sechse frieh inne Friehschule jehn ... Wäschke 61915,60
  • Sprw.: Böm’, de oft knack’n, bräk’n nich licht. ‘Alte Menschen, die viel klagen, erreichen ein hohes Alter.’ Spr-Altm 76.