Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 667
Dle f. 1. ‘die große Diele im Niedersachsenhaus’, in
diesem Haustyp, der Stallungen, Scheune und Wohnräu-
me unter einem Dach vereinigt, bildete die hallenartige
D. den zentralen Raum, der sowohl zu landwirtschaftli-
chen Arbeiten (z.B. Dreschen) als auch zu großen Festen
und feierlichen Amtshandlungen genutzt wurde. Der Fuß-
boden bestand aus festgestampftem Lehm. 1: vereinz.
nwaltm., 2: Id-Altm, Bewohner-Altm 2,336, Vk-Altm 251.
– 2a. ‘Teil der Scheune mit Boden aus festgestampftem
Lehm, in dem das Getreide gedroschen wird, Tenne’, im
s Elbostf. und Anhalt. z.T. veralt., 1: verbr. nwaltm., 2:
verbr. brdb. (außer sö ZE), 3: verbr. elbostf. (außer sw,
dort vereinz.), 4: verbr. anhalt. – Hürt’ up furts met’t
Döschent un ging van de Deel.
Pohlmann 1905,8; Rda.:
feste wiene Deele vom harten Erdboden, HA-Um.  Dr-
dle Dörschbne Dörsch(e)dle Dörscheschne Dresch-
boden Flr Maschnenplatz Scheunentenne Schne[668]
Schneflr Schnendle Tenne
. – 2b. in der Verbdg.:
über der Diele ‘Bodenraum über der Scheunentenne’,
einschl. des Balkenbelags, 4: verbr. anhalt. – das Schdr
gimmd iwwor de Dle
BE-Il. – 3. ‘Hausflur, Raum hinter
der Haustür’,  Hsflr, 1: verbr. nwaltm., 2: vereinz.
Altm., JE2-Fi Ge, JE1-Scha, ZE-Ned, 3: vereinz. s GA,
HA-Oh, verstr. OSCH WE, WA-Un, BLA-Brau, vereinz.
QUE, 4: vereinz. w/mittleres anhalt. – dai Lao (Lade)
schtaet up Dai SA-Dä; Hä junk ane Schtomnstiere,
machtese an Heppchen uff un roff uf de Däle naus ...

Wäschke 61920,95. – 4a. ‘Brett’, bes. ‘langes, schmales
Fußbodenbrett’ 2: JE2-Scho, 3: vereinz. elbostf., 4: CA-
Ak, Wäschke61915,88 – d Dl’n hemmse wa witt
schat
JE2-Scho; ... wei könnten sonst leichte mal dorch
de Diel’n bräken mit unse Jewichte.
Gesch-Un 42. – 4b.
‘Fußboden’, sowohl der aus Lehm (mit Bezug zu 1./2.)
als auch der aus Brettern (mit Bezug zu 4a.), 2: Wb-Altm
31, JE2-Scho, 3: Id-Eilsa 56.
Lautf., Gram.: Dele, [dl] STE-Bir, vereinz. mittleres/s JE2
w JE1, JE1-Stei, ZE-Ned Ste, verstr. n elbostf. n/mittleres OSCH
n WA, WA-West, WE-Oster Zi, vereinz. sö elbostf.; Deel, [dl]
Pessler 1906,208 (SA-Wö), vereinz. w Altm., verstr. nö Altm.,
vereinz. ö STE, JE2-Nka Kam; Deal JE2-Scha; Däle, [dl]
verbr. s Altm., verstr. mittleres JE2 mbrdb. (außer sö ZE) s GA,
vereinz. s WO, verstr. n/w HA, vereinz. n OSCH n WA, verstr.
mittleres/sö elbostf. WE, vereinz. BLA, verbr. anhalt.; Täle,
[tl]
vereinz. w/mittleres anhalt.; Dääl, [dl] SA-Ah, verbr. n/
mittlere Altm., JE2-Schö Wa; Däel SA-Scha, vereinz. ö Altm.;
Däo, [d], [do] verbr. ö/s nwaltm.; [dai] SA-Dä; [däi],
[däio]
verbr. n nwaltm.; Däele, [dl] JE2-HSe Ma, verstr. ZE
(außer sö); Deäele ZE-Dor; Däale, [dal] verstr. mbrdb.; Deale
JE1-Gra; Diele, [dl] vereinz. ö Altm. mittleres/s JE2, JE1-Wö,
vereinz. sw mbrdb., OSCH-Di, vereinz. s CA; Diäle JE1-Grü;
4a.: Dele, dle Wb-Holzl 75, Wb-Nharz 39; Deelen Pl. Wedde
1938,27; [del] Id-Eilsa 56; Deln Pl. QUE-Di; [dl] CA-Ak;
[dl] Pl. JE2-Scho; Diel’n Pl. Gesch-Un 42, Wäschke 61915,88.
– Etym.: D. ist in vielen Form- und Bedeutungsvarianten über-
liefert, die wohl alle auf idg. *tel(e) ‘Fläche, Ebene’ (verwandt
mit lat. tellus ‘Erde, Fußboden‘) zurückgehen (genaue Zusam-
menhänge sind noch unsicher), mnd. dle einmal in der Bed.
‘Brett, Bohle’ (vgl. mhd. dil(le) m., f. ‘Brett, Bretterwand, Bretter-
boden‘), daneben ‘Hausdiele, Dreschflur’, vgl. Pfeifer 1989,282,
Kluge 242002,199, HWb-Mnd 1,408.
Expandiere:
Lemma
Dle
Grammatische Angabe
f.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘die große Diele im Niedersachsenhaus’, in diesem Haustyp, der Stallungen, Scheune und Wohnräume unter einem Dach vereinigt, bildete die hallenartige D. den zentralen Raum, der sowohl zu landwirtschaftlichen Arbeiten (z.B. Dreschen) als auch zu großen Festen und feierlichen Amtshandlungen genutzt wurde. Der Fuß- boden bestand aus festgestampftem Lehm.
Verbreitung
  • 1: vereinz. nwaltm.
  • 2: Id-Altm, Bewohner-Altm 2, 336, Vk-Altm 251.
2a.
Bedeutung
‘Teil der Scheune mit Boden aus festgestampftem Lehm, in dem das Getreide gedroschen wird, Tenne’, im s Elbostf. und Anhalt. z.T. veralt.
Verbreitung
  • 1: verbr. nwaltm.
  • 2: verbr. brdb. (außer ZE)
  • 3: verbr. elbostf. (außer sw, dort vereinz.)
  • 4: verbr. anhalt.
Belege
  • Hürt’ up furts met’t Döschent un ging van de Deel. Pohlmann 1905,8
  • Rda.: feste wiene Deele vom harten Erdboden, HA-Um.
2b.
Bedeutung
in der Verbdg.: über der Diele ‘Bodenraum über der Scheunentenne’, einschl. des Balkenbelags
Verbreitung
4: verbr. anhalt.
Belege
das Schdr gimmd iwwor de Dle BE-Il.
3.
Bedeutung
‘Hausflur, Raum hinter der Haustür’,  Hsflr
Verbreitung
  • 1: verbr. nwaltm.
  • 2: vereinz. Altm., JE2-Fi Ge, JE1-Scha, ZE-Ned
  • 3: vereinz. s GA, HA-Oh, verstr. OSCH WE, WA-Un, BLA-Brau, vereinz. QUE
  • 4: vereinz. w/mittleres anhalt.
Belege
  • dai Lao (Lade) schtaet up Dai SA-Dä
  • Hä junk ane Schtomnstiere, machtese an Heppchen uff un roff uf de Däle naus ... Wäschke 61920,95.
4a.
Bedeutung
‘Brett’, bes. ‘langes, schmales Fußbodenbrett’
Verbreitung
  • 2: JE2-Scho
  • 3: vereinz. elbostf.
  • 4: CA-Ak, Wäschke61915, 88
Belege
  • d Dl’n hemmse wa witt schat JE2-Scho
  • ... wei könnten sonst leichte mal dorch de Diel’n bräken mit unse Jewichte. Gesch-Un 42.
4b.
Bedeutung
‘Fußboden’, sowohl der aus Lehm (mit Bezug zu 1./2.) als auch der aus Brettern (mit Bezug zu 4a.)
Verbreitung
  • 2: Wb-Altm 31, JE2-Scho
  • 3: Id-Eilsa 56.