Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 672
denn I. Adv. – 1. zeitlich, vgl. dann (bei 1b.), dn(e)
(bei 1a.), dunn(e), 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm.
(außer sö) JE2, verstr. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verbr.
omd. – a. ‘danach, nachher, daraufhin’, häufig auf und
folgend – denn junk hei wech Wb-Nharz 40; erst dütt un
denn datt
Wb-Altm 34; un denn jehmer noch n Stickchen
na de Bahne lenkhenn
ZE-Roß; Un ging denn noa de
houhe Schol ...
Matthies 1903,5; Ich kahmb denn bei en
Harrn Rat in Dienst ...
Richter o.J. 11; Verbdg.:
dännnochend ‘dann danach’ STE-GrMö; Rda.: kriegt
män irst’n Näs’ un dänn n Brill
Zurechtweisung nase-
weiser Jugendlicher, OST-Möl. – b. ‘zu dem betreffenden
(späteren) Zeitpunkt’ – We denn hme km, harre’s Jeld
vorlr’n.
Wb-Ak 46; Et dure ok nich saulange, denn lä
hei sick henn tum Utrauhn, wur’t kein Opstahn wer von
gifft
. Rauch 1929,12;Se kann et Winters kommen, denn
Is nist de daun op’t Feld!
Gorges 1938,13.
– 2. bedingend ‘unter diesen Umständen, in diesem Fal-
le’, häufig in Verbdg. mit wenn, z.T. enge Berührung mit
1b., vgl. dann 3., verbr. – Wenn düt de ohle Kausche süht,
denn frit hei mick heilbeinig op
. Lindaua o.J. 73; ... un
wenn nich gliks Spritzen doa sind, dänn brennen de olle
Strohgebäuden reihlang af.
Heimatkalender-Je 1924,59
(JE2-Vie); ... wärn Rei’m ehackt. Denn sind de Hacken
nochml so breit, weil de Rei’mrejen breider sind wi de
Koornrejen.
Lautdenkmal 1937 (HA-Neu); Rda.: ... wenn
schon, denn schon ...
Richter o.J. 67; ... wenn dat mien
Vader de wetten krigt, denn gift et de Jacke vull
(Prü-
gel) ... Wedde 1938,21; Se bruken bloß de Näs nach
gahn, denn i’st blot noch’n Hunnblaff
(eine kurze Stre-
cke) wiet! Bewohner-Altm 2,123; Sprw.: Wenn’t Kind
in’n Pütt’n
(Brunnen) fallen is, denn ward’r todeckt.
Spr-Altm 14. – 3. ‘außerdem, ferner’ 2: vereinz. Altm.
Unn denn de kroasig (munteren) Kinner ... Kredel 1927,41. – II. Pt. verstärkend, bes. in Fragesätzen, verbr.
drinkste denn Melk? WO-Dru; ... was ist denn da los?
Wäschke 61915,98; wat hat’e denne secht? HA-Oh; “Wat
jiwwet et denn?”, frade se neischierig.
ZE-Hu; ... öwer
weetst du denn ook, ob mei d’ Deern lien mag?“
Heimat-
kalender-Ma 1931,85 (Altm.); no denn kum man Wb-
Nharz 40; enklitisch: wszan? ‘was denn?’ Mda-Sti 124;
wurummen? ‘warum denn?’ Wb-Holzl 75; witten wech
‘willst du denn weg’ Wb-Nharz 40. – III. Konj. kausal
zur Angabe einer Begründung, vereinz. – un word doch
natt, denn’t Dack wass twei.
Wb-Altm 276; ... denn et[673]
waarten doch tau schlechte Tieten.
Wille 1927,XV (BLA-
Be); ... wur hei’n dicken Fusthandschen ower harre,
denn’t war grade Winterstiet, ...
Rauch 1929,34; Awwer
forr Musike da mißt Ihr sorjen, denn die jeheert zus
Tanzen dorrzu ...
Heese 21919,11.
Lautf.: denn, [den]; außerdem: deänn OST-Go; dänn verstr.
ö Altm. JE2, ZE-Kö Roß, vereinz. WO; denne bes. am Satzende
Mda-Ze (ZE-Roß), vereinz. elbostf. anhalt.; enklitisch verkürzt
zu ’(e)n verstr.
Expandiere:
Lemma
denn
Gliederung
I.
Grammatikalische Angabe
Adv.
1.
Bedeutung
zeitlich, vgl. dann (bei 1b.), dn(e) (bei 1a.), dunn(e)
Verbreitung
  • 1: vereinz. nwaltm.
  • 2: vereinz. Altm. (außer ) JE2, verstr. ZE
  • 3: verbr. elbostf.
  • 4: verbr. omd.
a.
Bedeutung
‘danach, nachher, daraufhin’, häufig auf und folgend
Belege
  • denn junk hei wech Wb-Nharz 40
  • erst dütt un denn datt Wb-Altm 34
  • un denn jehmer noch n Stickchen na de Bahne lenkhenn ZE-Roß
  • Un ging denn noa de houhe Schol ... Matthies 1903,5
  • Ich kahmb denn bei en Harrn Rat in Dienst ... Richter o.J. 11
  • Verbdg.: dännnochend ‘dann danach’ STE-GrMö
  • Rda.: kriegt män irst’n Näs’ un dänn n Brill Zurechtweisung naseweiser Jugendlicher, OST-Möl.
b.
Bedeutung
‘zu dem betreffenden (späteren) Zeitpunkt’
Belege
  • We denn hme km, harre’s Jeld vorlr’n. Wb-Ak 46
  • Et dure ok nich saulange, denn lä hei sick henn tum Utrauhn, wur’t kein Opstahn wer von gifft. Rauch 1929,12
  • Se kann et Winters kommen, denn
    Is nist de daun op’t Feld!
    Gorges 1938,13.
2.
Bedeutung
bedingend ‘unter diesen Umständen, in diesem Falle’, häufig in Verbdg. mit wenn, z.T. enge Berührung mit 1b., vgl. dann 3.
Verbreitung
verbr.
Belege
  • Wenn düt de ohle Kausche süht, denn frit hei mick heilbeinig op. Lindaua o.J. 73
  • ... un wenn nich gliks Spritzen doa sind, dänn brennen de olle Strohgebäuden reihlang af. Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie)
  • ... wärn Rei’m ehackt. Denn sind de Hacken nochml so breit, weil de Rei’mrejen breider sind wi de Koornrejen. Lautdenkmal 1937 (HA-Neu)
  • Rda.: ... wenn schon, denn schon ... Richter o.J. 67
  • ... wenn dat mien Vader de wetten krigt, denn gift et de Jacke vull (Prü- gel) ... Wedde 1938,21
  • Se bruken bloß de Näs nach gahn, denn i’st blot noch’n Hunnblaff (eine kurze Strecke) wiet! Bewohner-Altm 2,123
  • Sprw.: Wenn’t Kind in’n Pütt’n (Brunnen) fallen is, denn ward’r todeckt. Spr-Altm 14.
3.
Bedeutung
‘außerdem, ferner’
Verbreitung
2: vereinz. Altm.
Belege
Unn denn de kroasig (munteren) Kinner ... Kredel 1927,41.
II.
Grammatikalische Angabe
Pt.
Bedeutung
verstärkend, bes. in Fragesätzen, verbr.
Belege
  • drinkste denn Melk? WO-Dru
  • ... was ist denn da los? Wäschke 61915,98
  • wat hat’e denne secht? HA-Oh
  • “Wat jiwwet et denn?”, frade se neischierig. ZE-Hu
  • ... öwer weetst du denn ook, ob mei d’ Deern lien mag?“ Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.)
  • no denn kum man Wb-Nharz 40
  • enklitisch: wszan? ‘was denn?’ Mda-Sti 124
  • wurummen? ‘warum denn?’ Wb-Holzl 75
  • witten wech ‘willst du denn weg’ Wb-Nharz 40.
III.
Grammatikalische Angabe
Konj.
Bedeutung
kausal zur Angabe einer Begründung
Verbreitung
vereinz.
Belege
  • un word doch natt, denn’t Dack wass twei. Wb-Altm 276
  • ... denn et waarten doch tau schlechte Tieten. Wille 1927,XV (BLA-Be)
  • ... wur hei’n dicken Fusthandschen ower harre, denn’t war grade Winterstiet, ... Rauch 1929,34
  • Awwer forr Musike da mißt Ihr sorjen, denn die jeheert zus Tanzen dorrzu ... Heese 21919,11.